Bücher der OR: „Brückenschläge“

Die Osnabrücker Rundschau kann nicht nur Zeitung, sondern auch Buch!
Und davon gleich mehrere! Von bitterböser Satire über philosophische Höhenflüge bis zu Osnabrücker Geschichte, dem VfL und den liebenswerten Macken dieser Stadt ist alles dabei.
In den kommenden Tagen stellen wir euch täglich eines unserer Bücher vor. Mal frech, mal tiefgründig, mal herrlich schräg. Also schaut rein! Osnabrück hat viele Seiten. Wir haben sie aufgeschrieben!


Brückenschläge

Vom Heute bis zur Befreiung Osnabrücks 1945

Aus einem Luftschutzbunker wird ein Jugendzentrum, aus einer Kaserne ein Hochschulcampus, aus einem Machtzentrum der Nationalsozialisten ein Ort demokratischer Auseinandersetzung. Die Gebäude bleiben, ihre Bedeutung verändert sich. Doch die Vergangenheit verschwindet nicht. Sie hinterlässt Spuren, stellt Fragen und fordert dazu heraus, genauer hinzusehen.

„Brückenschläge“ führt zu sechs Osnabrücker Schauplätzen, an denen Geschichte und Gegenwart eng miteinander verbunden sind. Der Band blickt vom heutigen Stadtbild zurück auf Krieg, nationalsozialistische Gewaltherrschaft und die Befreiung im April 1945. Dabei begegnen uns Menschen, die verfolgt und ermordet wurden, ebenso wie jene, die Widerstand leisteten, anderen beistanden oder später für ein friedliches Zusammenleben eintraten.

Die Ermordung Anna Daumeyers wegen einer weißen Fahne führt die Brutalität des NS-Regimes in seinen letzten Stunden vor Augen. Der Ostbunker erzählt von der Schutzsuche im Bombenkrieg und seiner späteren Nutzung als Begegnungsstätte. Im ehemaligen Kriegsgefangenenlager OFLAG VI C werden Geschichten von Gefangenschaft, jüdischem Überleben und organisiertem Widerstand sichtbar. Die Villa im Museumsquartier, das frühere Gewerkschaftshaus am Kollegienwall und der heutige Caprivi-Campus erschließen weitere Kapitel einer Stadtgeschichte zwischen Unterdrückung, Selbstbehauptung und demokratischem Neubeginn.

Dieter Przygode, Hauke Haubrock, Martina Sellmeyer und Heiko Schulze verbinden historische Recherchen mit persönlichen Schicksalen und dem Blick auf die Entwicklung dieser Orte. Sie beleuchten auch Versäumnisse des Erinnerns, umstrittene Deutungen und das Engagement derjenigen, die gefährdete Zeugnisse der Vergangenheit bewahren.

Historische und aktuelle Fotografien sowie über QR-Codes erreichbare Podcasts ergänzen die Beiträge um weitere Perspektiven. So entsteht eine anschauliche Spurensuche, die vertraute Orte neu entdecken lässt und eine Frage in die Gegenwart trägt: Wie nutzen wir die Erfahrungen der Vergangenheit, um Frieden, Menschenwürde und Demokratie lebendig zu halten?




Titel: Brückenschläge
Autor:innen: Heiko Schulze, Dieter Pryzgode, Hauke Haubrock, Martina Sellmeyer
108 Seiten Hardcover A5 – 12,00 €
Verlag Osnabrücker Rundschau im ViH
Gefördert vom Osnabrücker Büro für Friedenskultur und vom Fachbereich Kultur / Juni 2025

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