Bücher der OR: „Fast vergessene Osnabrücker Stadtgeschichte“ von Heiko Schulze

Die Osnabrücker Rundschau kann nicht nur Zeitung, sondern auch Buch!
Und davon gleich mehrere! Von bitterböser Satire über philosophische Höhenflüge bis zu Osnabrücker Geschichte, dem VfL und den liebenswerten Macken dieser Stadt ist alles dabei.
In den kommenden Tagen stellen wir euch täglich eines unserer Bücher vor. Mal frech, mal tiefgründig, mal herrlich schräg. Also schaut rein! Osnabrück hat viele Seiten. Wir haben sie aufgeschrieben!


Fast vergessene
Osnabrücker Stadtgeschichte
Ein Streifzug von der napoleonischen Ära bis in die Nachkriegszeit

Zehn Tote beim Gesellenaufstand von 1801, ein Senator mit einer Leidenschaft für Apfelbäume und die Taschenuhr des jüdischen VfL-Funktionärs Felix Löwenstein: Osnabrücks Vergangenheit birgt Geschichten, die weit über bekannte Jahreszahlen und ehrwürdige Fassaden hinausreichen. Heiko Schulze bringt sie zurück ins Blickfeld und erzählt von Menschen, deren Handeln, Hoffnungen und Schicksale die Stadt geprägt haben.

Sein Streifzug führt von der napoleonischen Ära über die Revolution von 1848 und die Entstehung der Arbeiterbewegung bis zur Weimarer Republik, zur nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und zum demokratischen Neubeginn nach 1945. Dabei wird deutlich, wie eng die örtlichen Geschehnisse mit den großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen ihrer Zeit verbunden waren.

Schulze berichtet von streikenden Handwerksgesellen, vom französischen Osnabrück und den Anfängen einer freien Presse. Er folgt den Spuren der „Arbeiterverbrüderung“, erinnert an den Kampf für Frauenrechte und an Menschen, die die Republik gegen ihre Feinde verteidigten. Zugleich begegnen uns Persönlichkeiten wie Gerhard Friedrich Wagner, Osnabrücks „Mister Apple“, oder Friedrich Lehmann, dessen Stadtplanung die Grundlagen der „Grünen Finger“ schuf.

Auch vertraute Geschichtsbilder geraten auf den Prüfstand. Der viel geehrte Bürgermeister Johann Carl Bertram Stüve erscheint als entschiedener Gegner demokratischer Bestrebungen. Die Lebenswege Verfolgter und Widerständiger machen die Folgen nationalsozialistischer Gewalt greifbar. In der frühen Nachkriegszeit erzählen die Gründung der Osnabrücker Rundschau und die Auseinandersetzungen um Oberbürgermeister Heinrich Herlitzius von Aufbruch, Not und politischen Konflikten.

Historische Fotografien und Dokumente begleiten die anschaulich erzählten, ursprünglich in der Osnabrücker Rundschau veröffentlichten Beiträge. So entsteht ein vielfältiges Bild der Stadt: ihrer sozialen Gegensätze, ihrer demokratischen Traditionen und der Menschen, die sich für andere einsetzten. Ein Buch für alle, die Osnabrück genauer kennenlernen und hinter vertrauten Namen bislang übersehene Geschichten entdecken möchten.




Titel: Fast vergessene Osnabrücker Stadtgeschichte
Autor: Heiko Schulze
304 Seiten Hardcover A5 – 24,00 €
Verlag Osnabrücker Rundschau im ViH – August 2024

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