Neue Förderregeln für den Heizungstausch

Energieberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen: Wechsel zu erneuerbaren Energien weiterhin attraktiv

Ab dem 21. Juli gelten neue Förderbedingungen für den Heizungstausch und energetische Sanierungen. Auch wenn Förderzuschüsse mit der Zeit immer niedriger ausfallen sollen, empfiehlt die Energieberatung der Verbraucherzentrale beim Heizungstausch auf erneuerbare Energien zu setzen.

„Die Förderung bleibt auch nach den Änderungen attraktiv. Wer einen Heizungstausch plant, sollte sich jetzt über die neuen Bedingungen informieren. Gleichzeitig gilt: Die Förderhöhe allein sollte nicht ausschlaggebend sein. Entscheidend ist, dass die neue Heizungsanlage zum Gebäude passt und richtig ausgelegt wird“, sagt Florian Lörincz, Energieberater der Verbraucherzentrale Niedersachsen. Wer eine alte Öl- oder Gasheizung gegen erneuerbare Heizsysteme austauscht, kann wie bisher einen Zuschuss als Grundförderung in Höhe von bis zu 30 Prozent der Kosten erhalten.

Diese soll allerdings ab dem ersten Quartal 2027 auf 15 Prozent sinken. Wärmepumpen mit Ursprung in der EU erhalten dann zusätzlich einen Wertschöpfungsbonus von 15 Prozent, sodass insgesamt wieder 30 Prozent möglich sind. Ein weiterer Förderbaustein ist der „Klima-Geschwindigkeitsbonus“, der allerdings schrittweise auslaufen soll. Haushalte mit geringerem Einkommen bekommen zusätzlich einen gestaffelten Einkommensbonus: Je niedriger das Gehalt, desto höher kann die Förderung ausfallen. Bei Haushalten mit mindestens einem minderjährigen Kinder kann das anzurechnende Einkommen um 10.000 Euro reduziert und dadurch der Einkommensbonus erhöht werden. Insgesamt sinken die maximalen förderfähigen Kosten von bislang 30.000 Euro auf 28.000 Euro und sollen dann alle sechs Monate jeweils um weitere 750 Euro fallen.


Förderung jetzt nutzen

Eine zeitnahe Entscheidung für den Umstieg auf erneuerbare Energien kann sich auf lange Sicht lohnen: Fossile Energieträger werden durch die CO₂-Bepreisung und steigende Anforderungen an klimaneutrale Brennstoffe mittelfristig deutlich teurer. Die Netzkosten werden zudem auf immer weniger Anschlussnehmer verteilt, da Gasnetze vermehrt stillgelegt werden. Geopolitische Krisen führen außerdem zu unvorhersehbaren Preissprüngen.

Wer eine Wärmepumpe einbauen lassen will, kann sich im Rahmen der Energieberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen kostenlos bis zu drei Wärmepumpenangebote analysieren und vergleichen lassen. Dabei werden unter anderem Dimensionierung, technische Ausführung und Wirtschaftlichkeit bewertet. „Gerade bei Wärmepumpen lohnt sich ein genauer Blick. Wir erleben häufig, dass sich Angebote nicht nur beim Preis, sondern auch bei der Auslegung der Anlage deutlich unterscheiden. Eine unabhängige Bewertung hilft dabei, Fehlentscheidungen zu vermeiden“, so Lörincz.
Vor dem Heizungstausch lohnt sich außerdem ein Blick in die kommunale Wärmeplanung. Sie zeigt auf, welche Wärmeversorgungsoptionen für einzelne Gebiete langfristig vorgesehen sind und kann damit eine wichtige Orientierung für die Investitionsentscheidung bieten. Ein Anspruch auf einen Fernwärmeanschluss ergibt sich daraus allerdings nicht.


Unabhängige Beratung in Anspruch nehmen

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale Niedersachsen unterstützt Eigentümerinnen und Eigentümer bei Fragen rund um Heizungsmodernisierung, energetische Sanierung, Fördermöglichkeiten und erneuerbare Energien. Die Beratung findet online, telefonisch, per Video oder in einem persönlichen Gespräch statt. Unsere Fachleute informieren anbieterunabhängig und individuell. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Mehr Informationen gibt es auf verbraucherzentrale-energieberatung.de oder unter der bundesweit kostenfreien Hotline 0800 809 802 400 sowie in Vorträgen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

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