Terre des Hommes fordert starkes Jugendmandat in neuer entwicklungspolitischer Nord-Süd-Kommission

Warum die neue Nord-Süd-Kommission (ENSK) mehr Kinder- und Jugendrechte einbeziehen muss

Anlässlich der Vorstellung der neuen entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission (ENSK) im Rahmen der Hamburg Sustainability Conference fordert die in Osnabrück ansässige Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes Deutschland ein verbindliches und sichtbares Jugendmandat im neuen Gremium.

„Wenn die Bundesregierung Entwicklungspolitik neu denken will, darf sie junge Menschen im Globalen Süden nicht nur symbolisch einbinden. Sie müssen mit am Tisch sitzen und die Agenda aktiv mitgestalten“, erklärt Joshua Hofert, Vorstandssprecher von Terre des Hommes.

Die vom Bundesentwicklungsministerium (BMZ) eingesetzte Kommission soll neue Partnerschaftsmodelle zwischen Globalem Norden und Süden entwickeln und Empfehlungen für die Zeit nach 2030 erarbeiten. Terre des Hommes Deutschland begrüßt diesen Reformansatz, mahnt jedoch eine echte Neuausrichtung an: weg von klassischen Geber-Nehmer-Logiken hin zu partnerschaftlicher Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Der Handlungsdruck ist hoch: 412 Millionen Kinder leben weltweit in extremer Armut, mehr als die Hälfte, die als multidimensional arm gelten, sind Kinder. Rund 520 Millionen Kinder wachsen in Konfliktgebieten auf. Laut Vereinten Nationen erreichten schwere Kinderrechtsverletzungen 2024 einen Höchststand. Gleichzeitig verschärfen Klimakrise und digitale Umbrüche die Ungleichheiten – insbesondere für junge Menschen im Globalen Süden.

„Diese Generation trägt schon heute die größten Lasten globaler Krisen. Ihre Perspektiven müssen strukturell verankert werden – nicht als Symbol, sondern als politische Realität“, so Hofert.

Terre des Hommes Deutschland fordert daher eine starke Beteiligung junger Menschen sowie zivilgesellschaftlicher Stimmen aus dem Globalen Süden innerhalb der Kommission.

„Ein glaubwürdiges Jugendmandat ist keine Zusatzoption, sondern Voraussetzung für gerechte und zukunftsfähige Entwicklungspolitik. Wer globale Strukturpolitik gestalten will, muss diejenigen ernsthaft beteiligen, die die Folgen heutiger Entscheidungen am längsten tragen werden“, betont Hofert.

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