Trotz beachtlicher Zahlen: Wohnungsbedarf bleibt dramatisch

Wie es aussieht und was zu tun wäre

Deutschland verfügte Ende 2025 über 44 Millionen Wohnungen. Auf den ersten Blick erscheint dies als beeindruckende Größe. Sind damit alle versorgt? Keineswegs! Der absolute Mangel liegt derzeit bei rund 1,4 Millionen Wohnungen. Besonders brisant ist die Lücke an bezahlbarem Wohnraum und kleinen Apartments für Einpersonenhaushalte mit unter 45 m². Der jährliche Bedarf, seit Jahren bekannt, beziffert das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung bis 2030 auf rund 320.000 Wohnungen.

Um was geht es? Eine Durchschnittswohnung ist 94,0 Quadratmeter groß. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf beträgt 49,5 Quadratmeter. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, gibt es aktuell ein Wachstum von 0,4 % oder 196 000 Wohnungen mehr als Ende 2024. Im Zehnjahresvergleich zum Jahresende 2015 erhöhte sich der Wohnungsbestand um 6,0 % oder 2,5 Millionen Wohnungen. Die Gesamtwohnfläche vergrößerte sich in diesem Zeitraum um 8,9 % auf 4,1 Milliarden Quadratmeter.


23,6 Millionen Wohnungen in 3,5 Millionen Mehrfamilienhäusern

Von den 44,0 Millionen Wohnungen zum Jahresende 2025 befanden sich rund 43,1 Millionen oder 98,0 % in Wohngebäuden, mehr als die Hälfte davon (54,9 % oder 23,6 Millionen Wohnungen) in Mehrfamilienhäusern. Im Durchschnitt bestand damit jedes der deutschlandweit 3,5 Millionen Mehrfamilienhäuser aus 6,7 Wohnungen. Die 13,5 Millionen Einfamilienhäuser machten knapp ein Drittel (31,3 %) der Wohnungen in Wohngebäuden aus. 5,5 Millionen Wohnungen (12,8 %) befanden sich in den insgesamt 2,8 Millionen Zweifamilienhäusern und weitere 0,4 Millionen (1,0 %) in Wohnheimen (zum Beispiel für Studierende, Geflüchtete oder Wohnungslose).

In Nichtwohngebäuden waren rund 890 000 oder 2,0 % aller Wohnungen untergebracht. Hierunter fallen zum Beispiel Hausmeisterwohnungen in Schulgebäuden oder Wohnungen in Innenstadtlagen über Gewerbeflächen.


Wohnflächen zeigen langfristige Trends auf

Die Entwicklung der Gesamtwohnfläche und der durchschnittlichen Wohnfläche pro Kopf zeigt langfristige Trends der Wohnraumstruktur. Diese Kennzahlen geben jedoch keine Auskunft über die Nutzung oder Verteilung des Wohnraums, etwa nach soziodemografischen Merkmalen wie der Haushaltsgröße oder siedlungsstrukturellen Merkmalen. Auch der Wohnungsleerstand wird nicht berücksichtigt. Dennoch sind beide Kennzahlen wichtig, da sie langfristige Vergleiche der Wohnraumstruktur ermöglichen.


Durchschnittswohnung wird größer

Die Gesamtwohnfläche aller Wohnungen stieg in den Jahren von 2015 bis 2025 um 8,9 % und damit etwas stärker als die Zahl der Wohnungen (+6,0 %). Die Wohnungen in Deutschland wurden somit im Durchschnitt größer: Zum Jahresende 2025 betrug die durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung 94,0 Quadratmeter, die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf lag bei 49,5 Quadratmetern. Damit haben sich die Wohnfläche je Wohnung seit dem Jahr 2015 um 2,4 Quadratmeter (+2,6 %) und die Wohnfläche je Einwohnerin und Einwohner um 3,3 Quadratmeter (+7,1 %) erhöht.

Da der Wohnungsbestand seit 2015 insgesamt etwas stärker wuchs als die Bevölkerung, verringerte sich das Verhältnis „Personen je Wohnung“ leicht: Ende 2025 betrug das Verhältnis gut 1,9 Personen je Wohnung, während es Ende 2015 knapp 2,0 Personen je Wohnung waren. Dennoch bleiben der demografische Wandel (mehr Single-Haushalte), der veraltete Bestand, die anhaltende Migration und ein drastischer Einbruch bei Baugenehmigungen Probleme, die zwingend angegangen werden müssen.

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