Theater Osnabrück – mehr als nur Theater

Transkulturell – fast kann man diese Aufgabe, die sich das Osnabrücker Theater vor einigen Jahren gestellt hat und zunehmend ausfüllt, als sechste Sparte bezeichnen.

Um nun ganz genau zu erfahren, was sich hinter dem Begriff „Transkulturell“ verbirgt und was Tanja Spinger, Leiterin dieses Bereichs alles auf die Beine stellt für die Osnabrücker Stadtgesellschaft und die umliegenden Kommunen, haben wir sie in einem ausführlichen Gespräch dazu befragt.

„Transkulturell“ bedeutet: Anerkennen, dass es verschiedene Kulturkreise gibt, aber immer auch Verbindendes, Gleiches, welches zu erkennen eine Aufgabe sein sollte, um eine gemeinsame kulturelle Sprache zu finden, die dem Austausch und der Gemeinsamkeit dient, ohne, dass die eigene Herkunftskultur aufgegeben wird (so die Verfasserin des Artikels nach eigener Recherche).

Tanja Spinger erläutert, dass sich mit Beginn der Intendanz von Ulrich Mokrusch das Theater als Kulturbetrieb zur Bürgerschaft hin öffnen wollte, zu allen hier lebenden Menschen aller Kulturen, um eben diese Gemeinsamkeiten zu „erforschen“ und die oftmals fast geschlossenen Communities einzuladen, wiederum das Theater zu entdecken und dadurch auch die Mitmenschen.

Nur war und ist das nicht so einfach, wie es sich in der Theorie anhört, so Spinger – zunächst musste sie in Erfahrung bringen, wer in den einzelnen Kulturkreisen, ob türkisch, syrisch, später natürlich auch ukrainisch und so weiter, Ansprechpartner*in für das Theater sein könnte, um den ersten Kontakt herzustellen und um eventuelle Skepsis abzubauen.

Dazu ist das Projekt der Theaterangent*innen entstanden – das sind Menschen, die Interesse an Theater und Kultur haben und gerne Menschen aus anderen oder ihrer eigenen Kultur „verführen“ möchten, die eine oder andere Veranstaltung zusammen zu besuchen.
„Mittlerweile ist der Bereich zu einem fest etablierten Bestandteil geworden und wird von den Menschen mit großer Begeisterung aufgenommen.“, so Tanja Spinger.

Im Rahmen von „Transkulturell“ ist im Laufe der vergangenen Jahre ein vielschichtiges Programm entstanden:
Angefangen mit den Produktionen im Theater am Domhof und im emma-theater, die bewusst auch Inszenierungen von Autor*innen aus anderen Kulturkreisen in den Blick nehmen („Die Brücke vom goldenen Horn“ zum Beispiel), über den monatlichen „emma-Treff“ (im emma-theater) oder das Format „Kultur Klub International“ mit wunderbaren, interessanten Lesungen, Comedy-Veranstaltungen, Musikerlebnissen bis zum jährlich in der Sommerpause des Theaters stattfinden „Theater Beach“ (zusammen mit MarketingOsnabrück), bei dem viele der Osnabrücker Mitbürger*innen mit ausländischen Wurzeln eine Möglichkeit bekommen, selbst das Programm zu gestalten.

Aber, und das muss auch ganz deutlich gesagt werden, der Aufbau dieser Programme, das Öffnen kostet Geld und konnte nur durch entsprechende Fördermittel so weit gedeihen, wobei natürlich die ehrenamtliche Arbeit der Mitmachenden nicht unterschätzt werden darf – ohne sie geht nichts, oder nicht viel.

Der Bereich TRANSKULTURELLES wurde auf die Short List 2024 der Commerzbank Stiftung für den Innovationspreis ZukunfsGUT für institutionelle Kulturvermittlung gesetzt.

Wir hoffen zusammen mit dem Theater Osnabrück, dass dieses Projekt in unserer Friedensstadt weiter gedeihen und so zum transkulturellen Frieden beitragen kann.

Wenn Sie hoffentlich neugierig geworden sind, können sie sich hier noch ein bisschen weiter informieren und vielleicht sind Sie demnächst dabei: www.theater-osnabrueck.de/partizipation/transkulturell/

Den Newsletter zu Transkulturell können Sie hier abonnieren: www.mailings.theater-osnabrueck.de/  oder auf dem eigenen Instagramkanal: www.instagram.com/transkultur_theaterosna/

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