Zum Tod von Wulf-Siegmar Mierke

Ein offenes Ohr, eine eigene Haltung

Es gibt Menschen, deren Bedeutung für eine Stadt sich nur unvollständig in Mandaten und Ausschusssitzen ausdrücken lässt. Wulf-Siegmar Mierke hat fast zwanzig Jahre lang dem Osnabrücker Rat angehört. Doch wer nun die Worte seiner politischen Weggefährten liest, erfährt vor allem etwas über den Menschen: über seine Herzlichkeit, seinen Humor und seine Fähigkeit, anderen mit Wertschätzung zu begegnen.

Am 14. Oktober ist der UWG-Mitgründer im Alter von 72 Jahren gestorben. Noch im September hatten ihn die Osnabrückerinnen und Osnabrücker direkt in den neuen Rat gewählt. Er hatte das Mandat angenommen und wäre das älteste Mitglied des Stadtparlaments gewesen. Dass auf dieses erneute Vertrauen nun die Nachricht von seinem Tod folgt, macht den Abschied besonders schmerzlich.

Seit dem 1. November 2006 gehörte der Voxtruper dem Rat an, zuletzt in der Gruppe FDP/UWG. Er engagierte sich im Migrationsbeirat, in der Zweckverbandsversammlung der Sparkasse und im Schul- und Sportausschuss. Hinter dieser nüchternen Aufzählung steht die Bereitschaft, über viele Jahre Verantwortung für das Zusammenleben in Osnabrück zu übernehmen. Kommunalpolitik braucht Menschen, die diese oft mühsame Arbeit verlässlich leisten.

Für die Unabhängige Wählergemeinschaft war „Siggi“, wie ihn viele nannten, eine prägende Persönlichkeit. In dem von UWG-Mitglied Andreas Langenberg geteilten Nachruf wird er als fair, offen, herzlich und hilfsbereit beschrieben. Seine Weggefährten erinnern an einen charakterstarken Menschen, der humorvoll durchs Leben ging. Es sind Eigenschaften, deren Wert sich gerade dort zeigt, wo unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen und politische Überzeugungen miteinander ringen.

Eine eigene Haltung zu haben und anderen dennoch mit Respekt zu begegnen: Beides gehört zu einer demokratischen Stadtgesellschaft. Die Erinnerungen an Mierke erzählen von einem Menschen, der diese Verbindung gelebt hat. Politische Auseinandersetzungen gehen vorüber. Wie man einander dabei behandelt hat, bleibt im Gedächtnis.

Mit Wulf-Siegmar Mierke verliert Osnabrück einen langjährigen Kommunalpolitiker; seine Wählergemeinschaft verliert einen Mitgründer und Weggefährten, der sie über Jahrzehnte mitgestaltet hat. Für seine Familie, seine Freunde und alle, die ihm nahestanden, ist es der Verlust eines vertrauten Menschen.

Ihnen gilt unser Mitgefühl. Und ihm ein dankbarer Abschied – für seine Zeit, sein Engagement und die menschliche Zugewandtheit, an die sich seine Weggefährten jetzt erinnern.

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