Bildungsreise zu Erinnerungsstätten erinnert an an den Holocaust in Lettland

85 Jahre danach: Wo existierten jüdische Lebensorte, welche Tatorte gab es während der deutschen Besatzung? 

Im Herbst 1941 begannen die systematischen Deportationen der Jüdinnen und Juden aus dem Großdeutschen Reich. Am 13. Dezember 1941 wurde ein großer Teil der in der Region Osnabrück verbliebenen jüdischen Gemeinde in einem Zug mit weiteren jüdischen Menschen aus den Nachbarstädten Münster und Bielefeld nach Riga deportiert. Von ihnen überlebten aus Osnabrück einzig sechs Personen. Nur wenige lettische Jüdinnen und Juden entgingen dem Holocaust während der deutschen Besatzung. Diese im heutigen Deutschland selten erinnerte Geschichte lernen die Teilnehmenden durch Vorträge und geführte Rundgänge an den Orten, an denen sich die Geschichte zugetragen hat, vertieft kennen.

Über eine zuvor veranstaltete Reise hatte OR-Redakteurin Martina Sellmeyer bereits vor zwei Jahren berichtet. Die aktuelle Fahrt beginnt in Vilnius mit einem Rundgang zu Spuren des damaligen jüdischen Leben. Anschließend werden in Lettland das frühere Stetl Viski und die Stadt Daugavpils mit zerstörten und erhaltenen Synagogen sowie den Denkmalen für die bei Erschießungen ermordeten jüdischen Menschen besucht. Im Mittelpunkt der Reise steht die lettische Hauptstadt Riga, wo neben den historischen Orten des Holocausts auch Museen zur jüdischen Geschichte in Lettland und zu den lettischen Menschen, die verfolgten Jüdinnen und Juden halfen, besichtigt werden. Die Reise startet am 14.12.2026 in Vilnius und endet am 18.12.2026 in Riga. Auf dem Weg dorthin werden verschiedene Stationen abgefahren und besucht.

Gedenkstätte in Bikernieki. Foto: Martina Sellmeyer/OR
Gedenkstätte in Bikernieki. Foto: Martina Sellmeyer/OR

Die Referenten sind Baruch Chauskin, Gründer des Vereins Drei Stufen, Angehöriger der zweite Generation lettischer Holocaustüberlebender und seit vielen Jahren Jüdischer Kantor der Gemeinde Osnabrück, und Dr. Michael Gander, Historiker und Geschäftsführer der Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht in Osnabrück und Hasbergen. Die als Bildungsurlaub anerkannte Reise wird von den Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht in Kooperation mit dem Verein Drei Stufen sowie Arbeit und Leben Niedersachsen angeboten. Sie ist nur über Arbeit und Leben Niedersachsen bis zum 8. November 2026 buchbar. Link zur Website von Arbeit und Leben Niedersachsen.

Besucht wird auch die Mahn- und Gedenkstätte Bikernieki in Riga. Ein Osnabrücker Gedenkstein erinnert an die dort ermordeten jüdischen Menschen aus Stadt und Region Osnabrück. Anmeldeschluss für die Reise ist der 8. November 2026

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