Maria Braig hat ihren ersten Kriminalroman geschrieben und geht damit auf eine kleine Lesungstour.
Am Donnerstag, 17. September 2026 wird sie um 19.00 Uhr im Café-Bistro „Das Backstein“ an der Artilleriestraße zu Gast sein und am Freitag, 23. Oktober 2026 um 20.00 Uhr bei Harald Kellers „Lese-Rampe“ im Unikeller (unter dem Schloss am Neuen Graben).
Worum geht es nun in dem Buch? Unsere Autorin hat es vorab gelesen und dies ist ihr Eindruck:
Nach vielen Schicksalsromanen und einigen Kinderbüchern veröffentlicht Maria Braig ihren ersten Kriminalroman, und der hat’s wirklich in sich.
Eigentlich ist alles in bester Ordnung im Einbruchsdezernat in Nürnberg, dem Arbeitsplatz von Hannes Kobler. Ein bisschen langweilig zwar, aber doch von dem einen oder anderen Fahndungserfolg gekrönt. Das Leben des geschiedenen Kommissars tröpfelt so vor sich hin, aber was will man nach getaner Arbeit mehr, als mit einer aufgewärmten Tiefkühlpizza den Abend auf dem Sofa zu verbringen, oder?
Ja, und mit diesem „oder?“ beginnt das Abenteuer, in das Maria Braig ihren Protagonisten Hals über Kopf stürzen lässt, obwohl diesem gar nicht nach „stürzen“ ist.
Allerdings hat er es sich selbst zugemutet, in dem er die Anfrage nach Aushilfe der Polizei im Nachbarbundesland Sachsen, genauer in Pirna, nahe der Grenzen von Polen und Tschechien angenommen hat. Helfen soll er bei den Ermittlungen gegen Schleuser, die gegen horrende Summen Flüchtlinge über diese Grenzen nach Sachsen bringen.
Neben der Ermittlungsarbeit bekommt er es allerdings auch noch mit einer jungen Polizistin zu tun, die er sich als Co ausgewählt hat, um – so sein Gedanke – den lästigen Schriftkram und andere langweilige Arbeiten zu erledigen. Und mit seiner erwachsenen Tochter, die in Dresden wohnt und der er sich im Laufe der Jahre ziemlich weit entfremdet hat.
Und als ob das nicht alles schon genug Unbill wäre, passiert im Wald bei Pirna etwas, das die ganze Ermittlungsarbeit auf den Kopf stellt.
Soweit der Plot, aber dieser reicht ja bei weitem nicht, um die 250 Seiten zu füllen, die der Roman hat. Maria Braig füllt sie mit allerlei Zwischenmenschlichem; so lässt sie Kommissar Kobler immer wieder mit der jungen Kollegin aneinander geraten wegen seines immer noch nicht in der Jetztzeit angekommenen Verständnisses von Gleichberechtigung. Die Dialoge sind derart „lebensecht“, dass mir viele der beschriebenen Situationen beim Lesen regelrecht einen Film im Kopf ablaufen ließen.
Kurz gesagt: Neben vielen Aha-Momenten zur Schleuser-Thematik bereitet das Buch einfach Lesevergnügen.
Maria Braig „Ein Schleuser kommt niemals allein, ISBN: 9783565528639, 13,00 Euro (wir empfehlen eine Bestellung über den örtlichen Buchhandel), www.maria-braig.de/















