Carl Orffs „Carmina Burana“ im Theater am Domhof – ein Erlebnis!

Was die Chöre des Theaters, die Solointerpreten, das Ensemble der Dance Company und das Orchester hier auf die Bühne bringen ist absolut hypnotisch.

Carl Orff hat für sein Musikstück, das auf Auszügen der sogenannten Beurer Lieder, wie sie übersetzt heißen, basiert, bewusst keine Bühnenanweisungen mitgegeben, so dass für eine Inszenierung sehr viel Raum bleibt.

Und den hat die spanische Choreographin Alba Castillo, die selbst als Jugendlichen zur Musik von Carmina Burana getanzt hat, phantastisch ausgefüllt:
Während die Chöre (Opernchor, Extrachor, Kinderchor des Theaters Osnabrück, Knaben- und Mädchenchor am Osnabrücker Chor, Projektchor) im hinteren Teil der Bühne fast verschwinden, jedoch als beleuchtete Gesichter eine regelrechte Halbkreis-Kulisse bilden, interpretieren die Tänzerinnen und Tänzer der Dance Company die einzelnen Gesänge mit ihren Körpern: mal geschmeidig als im Frühling der Erde entwachsene Pflanzen, mal als Pas de deux im Liebesreigen, mal als stürmisch Feiernde in der Taverne.

Die Solostimmen von Susanna Edelmann (mit wunderbar klarer Stimme), Jan Friedrich Eggers und Florian Wugk scheinen die Bewegungen des Balletts mit gesungenen Anweisungen anzuleiten.

So entsteht zwischen Chor, Solisten, Orchester und Tänzerinnen und Tänzern eine hypnotische Einheit, die bis zum letzten Ton anhält.
Und das belohnt das Publikum im ausverkauften Haus mit nicht nur stehenden Ovationen, sondern mit tosendem Applaus.

Was es allerdings mit den beiden beleuchteten Wölkchen, die sich einmal von rechts nach links und einige Zeit später von links nach rechts am Chor vorbei drängelten und diesen wohl auch ein  wenig irritierten (wie auch die Zuschauerinnen und Zuschauer), konnte ich leider nicht herausfinden.

Carl Orff lebte von 1895 bis 1982 und war ein musikbegeisterter Komponist, Musikpädagoge, Pianist und Kapellmeister, der die Texte der „Carmina Burana“, den „Beurer Liedern“, die auf mittelalterlichen Texten von unbekannten Autoren beruhen, im Kloster Benediktbeuern in Bayern als losen Codex entdeckte. Aus dieser Sammlung wählte Orff 22 Texte aus und komponierte daraus einen Zyklus aus 25 Nummern.
Orffs Carmina Burana beginnt und endet mit dem Lied „O Fortuna“, das vielen bekannt sein dürfte.

Weitere Infos und Tickets gibt’s hier: https://www.theater-osnabrueck.de/spielplan-detail/

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