Auf nach Absurdistan, besser gesagt: in die Katakomben unter dem Theater am Domhof. Dahin entführt nämlich ein williger, aber etwas überforderter Assistent (Michi Wischniowski) diejenigen, die sich getraut haben, sich für diese „offene Probe“ anzumelden.
Es geht per Fahrstuhl, dann treppauf und treppab, um Ecken und durch Türen immer tiefer ins Gebäude, bis alle (hoffentlich auch wirklich alle) vor der Tür mit dem Schild „Probebühne 2“ stehen.
Schaut man sich während dieser Odyssee den Assistenten in einem unbeobachteten Augenblick genauer an, meint man fast, den Schalk im Nacken kichern zu hören.
Dann darf man endlich hinein und Platz nehmen. Der Assistent ist während der Orchesterprobe dann noch für vieles Weitere verantwortlich: für das richtige Aufstellen des Gestühls, die Abstände der Notenständer dazu, die richtigen Notenblätter, für das Öffnen und Schließen der Türen, für das Beruhigen des Dirigenten, für das Füttern der Musiker …
Ja, und dann gibt es da noch die Orchesterverwaltung in Form einer ziemlich zickigen Frau im Businesskostüm, die mit schriller Stimme Termin- und andere Anweisungen gibt.
Was sich nun so kurios liest, ist wirklich ein Erlebnis: schauspielerisch, musikalisch und stimmlich in wunderbar aufeinander abgestimmter Schrägheit.
Wie ist es nun zu diesem kuriosen Stück gekommen? (Es gibt übrigens noch Karten für ein paar dieser Versuchsanordnungen am 17., 21., 23. Und 24. April: www.theater-osnabrueck.de/ )
Der Theaterverein Osnabrück e. V. hat ein „Residenzprogramm Studio OSNA“ ins Leben gerufen, im Rahmen dessen die oder der ausgewählte Künstler:in für insgesamt zwei Monate über die Spielzeit verteilt in verschiedenen Phasen vor Ort arbeiten kann. In dieser Zeit stehen die Theaterproben, Dramaturgie-Runden und der Austausch mit dem Ensemble als Plattformen für Gespräche und kreative Zusammenarbeit offen. Darüber hinaus stellt der Verein für die oder den Künstler:in einen geschützten Raum zur Verfügung, in dem sie oder er ihre/seine künstlerische Entwicklung weiter vorantreiben kann. Am Ende des Aufenthalts kann ein Text, eine Performance, eine szenische Einrichtung oder eine Installation entstehen.
Und das Ergebnis der Spielzeit 2025/26 können wir / Sie jetzt erleben. Erarbeitet hat es Pablo Lawall und zusammen mit den Mitarbeitenden des Theaters spannend umgesetzt.
Weitere Infos zum Theaterverein können hier eingesehen werden: www.theaterverein-os.de/












