„Wichtiger Durchbruch für Arbeitsplätze und industrielle Zukunft“
Der Osnabrücker Oberbürgermeisterkandidat Robert Alferink begrüßt die Einigung über eine neue industrielle Perspektive für den Volkswagen-Standort Osnabrück. Die geplante Übernahme der Volkswagen Osnabrück GmbH durch Aurelius Capital und das Land Niedersachsen sowie die schrittweise Weiterentwicklung des Standortes zu einem Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen seien ein wichtiger Durchbruch nach Monaten der Unsicherheit. Gleichzeitig warnt Alferink davor, die nun vereinbarten Eckpunkte bereits als abschließende Lösung für die gesamte Belegschaft zu betrachten.
„Für viele Beschäftigte und ihre Familien ist das heute zunächst eine gute Nachricht. Nach Monaten der Unsicherheit gibt es endlich eine konkrete Perspektive für den Standort. Mein erster Gedanke gilt deshalb den Menschen, die in den vergangenen Monaten nicht wussten, wie es mit ihrem Arbeitsplatz weitergeht“, erklärt Alferink.

Dank an Betriebsrat, IG Metall und Olaf Lies
Alferink dankt insbesondere der Belegschaft, dem Betriebsrat und der IG Metall für ihren Einsatz für den Erhalt des Standortes. Ebenso würdigt er das Engagement von Ministerpräsident Olaf Lies und des Landes Niedersachsen. „Dass wir heute überhaupt über eine industrielle Zukunft des Werkes sprechen können, ist keine Selbstverständlichkeit. Die Beschäftigten, der Betriebsrat und die Gewerkschaft haben über Monate für ihren Standort gekämpft. Und Ministerpräsident Olaf Lies hat deutlich gemacht, dass das Land bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv an einer Lösung zu beteiligen. Dafür gebührt allen Beteiligten Anerkennung.“
Probleme: Zukunft bleibt nicht für alle gesichert – andere Lösung wäre besser gewesen
Bei aller Erleichterung dürfe jedoch nicht übersehen werden, dass die Zukunft längst noch nicht für alle Beschäftigten gesichert sei. „Deshalb wäre es falsch, heute schon Entwarnung zu geben. Wenn am Ende rund 1.200 von heute etwa 1.800 Arbeitsplätzen verbleiben, fehlen uns weiterhin Perspektiven für viele Menschen. Und auch eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 ist noch keine langfristige Garantie. Die heutige Einigung ist ein Meilenstein, aber jetzt beginnt die eigentliche Arbeit.“
Insbesondere für diejenigen Beschäftigten, die bislang nicht von der neuen Perspektive erfasst werden, müssten Lösungen gefunden werden. Das gelte auch für Teile der Technischen Entwicklung. Volkswagen dürfe sich mit dem Übergang des Standortes in eine neue Struktur nicht aus seiner Verantwortung zurückziehen. Darüber betont Alferink, dass eine wirtschaftlich tragfähige zivile industrielle Nutzung, die vergleichbar viele Arbeitsplätze langfristig gesichert hätte, für ihn grundsätzlich die bevorzugte Lösung gewesen wäre. Eine solche tragfähige Alternative habe sich bislang jedoch nicht ergeben. „Wenn jetzt eine realistische industrielle Perspektive entsteht, mit der ein großer Teil der Arbeitsplätze gesichert werden kann, dürfen wir uns dem nicht verwehren. Friedenspolitik bedeutet für mich nicht, die veränderte Sicherheitslage in Europa auszublenden. Luftverteidigungssysteme dienen dem Schutz von Menschen, Städten und kritischer Infrastruktur vor Angriffen. Frieden braucht Diplomatie und Verständigung, aber Frieden muss auch verteidigt werden können.“
Weitere industrielle Partner sind gefragt
Für Alferink müsse es nun darum gehen, neben dem angekündigten Ankerprojekt weitere industrielle Partner für den Standort zu gewinnen. Die bisherige Vereinbarung sehe ausdrücklich weitere Partnerschaften und Projekte vor. „Wir dürfen uns nicht mit 1.200 Arbeitsplätzen zufriedengeben. Unser Ziel muss sein, möglichst jeden Arbeitsplatz zu sichern und perspektivisch wieder zusätzliche gute industrielle Arbeitsplätze in Osnabrück zu schaffen. Dafür müssen Stadt, Land, Unternehmen, Betriebsrat und Gewerkschaften jetzt gemeinsam weiterarbeiten. Die heutige Einigung gibt uns die Chance, Osnabrück als Industriestandort zu erhalten. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass daraus eine dauerhafte Perspektive über 2029 hinaus entsteht. Dafür werde ich mich als Oberbürgermeister mit aller Kraft einsetzen.“
Erklärung der SPD-Ratsfraktion
Auch die SPD-Ratsfraktion Osnabrück begrüßt die konkreten Schritte für eine langfristige Zukunft des Volkswagen-Standorts Osnabrück. Für die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten steht dabei eine Frage ganz klar im Mittelpunk: die Sicherung von Arbeitsplätzen und damit die Zukunft vieler Familien in Osnabrück und der gesamten Region. „Für uns war und ist entscheidend, dass die Menschen bei Volkswagen Osnabrück eine verlässliche berufliche Perspektive bekommen. Hinter jedem Arbeitsplatz stehen Menschen, Familien und Existenzen. Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass es jetzt eine konkrete industrielle Perspektive für den Standort gibt“, erklärt Susanne Hambürger dos Reis für die SPD-Ratsfraktion. Die heute vereinbarten Eckpunkte zeigen, dass der traditionsreiche Industriestandort Osnabrück eine Zukunft haben kann. Ein großer Teil der bestehenden Arbeitsplätze soll erhalten werden. Gleichzeitig besteht die Chance, durch weitere industrielle Projekte zusätzliche qualifizierte Beschäftigung und neue Wertschöpfung in Osnabrück zu schaffen.
„Unser Ziel muss jetzt sein möglichst jeden Arbeitsplatz sichern und darüber hinaus neue Arbeitsplätze schaffen. Dafür müssen Politik, Betriebsrat, Gewerkschaften, Unternehmen und Land weiter gemeinsam an einem Strang ziehen.“ Die SPD sieht auch die geplante Produktion im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungstechnologie in diesem Zusammenhang. Dabei geht es insbesondere um moderne Luftverteidigungssysteme, die Menschen und Infrastruktur vor Angriffen schützen sollen. Es geht um Verteidigungsfähigkeit, Schutz und Sicherheit – und zugleich um eine neue industrielle Perspektive für Osnabrück.
Besonders positiv bewertet die Osnabrücker SPD, dass das Land Niedersachsen, allen voran Ministerpräsident Olaf Lies, den Prozess aktiv begleitet. Dies unterstreicht die Bedeutung des Standortes weit über Osnabrück hinaus. „Osnabrück hat eine lange industrielle Tradition und vor allem hochqualifizierte Beschäftigte mit enormem Know-how. Dieses Potenzial dürfen wir nicht verlieren. Jetzt besteht die Chance, daraus ein neues Kapitel für den Standort zu entwickeln. Diesen Weg werden wir als SPD konstruktiv und eng an der Seite der Beschäftigten begleiten. Für uns gilt nach wie vor, gute Arbeit, Tarifbindung und sichere Arbeitsplätze müssen auch in der neuen Struktur die Grundlage bleiben. Der Standort Osnabrück braucht eine langfristige Perspektive – und die Beschäftigten verdienen Sicherheit für ihre Zukunft“, so Hambürger dos Reis abschließend.















