Dienstag, 16. Juni, 18 Uhr: Öffentlicher Diskurs zur Zukunft der Stadtbibliothek

Podium garantiert kompetente Ideen – und bittet um weitere

In diesen Tagen wird intensiv über die Zukunft der Stadtbibliothek diskutiert. Die Initiative „Haus des Wissens“ hat dazu ein vielbeachtetes Positionspapier entwickelt, dessen Wortlaut unten widergegeben wird. Am Dienstag, 16. Juni, 18 bis 20 Uhr, soll im Lutherhaus, Jahnstraße 1, gemeinsam mit einschlägigen Expert*innen beraten werden, wohin die Reise gehen soll.


Fragen, die auf den Nägeln brennen

Die Fragen, die beantwortet werden sollen, liegen nahe:

  • Wird die Jugendbibliothek in den ehemaligen Prelle-Shop, Krahnstraße, einziehen?
  • Wagt die Stadt ein „Haus des Wissens“ in der Hakenstraße?
  • Kommt es zu einem vorübergehenden Kompromiss im Tengehaus (vormals „La Vie“)?

Das Programm sieht vor, mit einer Einführung durch zwei Expertinnen des öffentlichen Bibliothekswesens zu starten:

  • Frauke Untiedt, Direktorin Bücherhallen Hamburg, Vorstand Deutscher Bibliotheksverband. Thema: „Die Bedeutung der modernen Stadtbibliotheken für die Zukunftsfähigkeit der Städte“
  • Dr.-Ing. Ragna Körby, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Fachgebiet Stadtumbau. Thema: Ortserneuerung an der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau: „Wirkungen einer neuen Bibliothek auf Stadtentwicklung, Innenstädte und Wirtschaft“


Stellungnahme der OB-Kandidat*innen

Die OB-Kandidat*innen sollen ein kurzes Statement (max 5 Min.) zu folgender Frage abgeben:

  • Aus welchen Gründen setze ich mich für eine „kleine Lösung“ oder eine „große Lösung“ für die künftige Osnabrücker Stadtbibliothek ein?

Abschliessend können sich alle Teilnehmer an einer Gesprächsrunde beteiligen. Zentrale Frage:

  • Was kann Osnabrück tun, um die Stadtbibliothek zu einem Leuchtturm für lebendiges lebenslanges Lernen, Teilhabe und Stadtentwicklung zu machen?


Zukunft der Stadtbibliothek. Das Positionspapier der Initiative „Haus des Wissens“ im Wortlaut

Die Initiative „Haus des Wissens“ begrüßt die Projektidee „Katharinenhöfe“ der jungen Architektin Greta Gensch. Sie sieht darin die Chance das „Haus des Wissens“ und das Konzept „Katharinenhöfe“ gemeinsam zudenken und als besondere Entwicklungschance für die Lernende Stadt, die Wohnraumversorgung und die Altstadtentwicklung nutzen. Beide Konzepte verbindet auch das Ziel des ressourcenschonenden Bauens mit dem Ziel einer modernen ideenreichen Stadtentwicklung.

Bernd Dälken, der Sprecher der Initiative, hat Greta Gensch eingeladen, gemeinsam mit der Initiative über die Zukunft dieses wichtigen Altstadtareals nachzudenken. Beide wollen mögliche Synergien und Schnittmengen in einem persönlichen Gespräch austauschen. Viele Ideen von Greta Gensch für Gemeinschaftsangebote wie Veranstaltungsräume, Quartierstreffpunkt, Probenräume, Dachgärten, Spielplätze, sind auch Bestandteil des Konzeptes für das „Haus des Wissens“ als Dritter Ort.

Diese Ideen in der Dichte ausschließlich über Wohnnutzungen und Mieteinnahmen zu finanzieren, sehen wir aber als kaum realisierbar. Hingegen könnte bei einer Kombination ein Projekt entstehen, das für Investoren äußerst attraktiv ist: Die neue Stadtbibliothek als Dritter Ort und Leuchtturm in enger Verbindung mit vielfältigen neuen Wohnformen. Die durch Leerstände gefährdete Altstadt würde durch das „Haus des Wissens“ und die attraktiven Wohnmöglichkeiten einen doppelten Impuls und dauerhafte Belebung erhalten.

Das Konzept „Haus des Wissens“ ist in der Öffentlichkeit bereits verankert. Positive Rahmenbedingungen für die Stadt und für einen Investor sind vorhanden. Osnabrücker Investoren mit Interesse für eine zeitgemäße neue Stadtbibliothek sind dem Initiativkreis bekannt. Die Stadt ihrerseits kann Grundstück und Gebäudeeinbringen und die Flächen für das Haus des Wissens langfristig anmieten. Die Chancen eines solchen Vorhabens durch Förderprogramme des Bundes und durch das EU-Programm“Resiliente Innenstädte“ sind groß.

Diese Chancen dürfen nicht durch die voreilige Festlegung auf eine teure und auf mehrere Jahre festgeschriebene Sackgassenlösung mit inhaltlichen Kompromissen für eine Kinderbibliothek in der Krahnstraße 43 geschmälert werden. Auch hier gilt es vielmehr, vorurteilsfrei Alternativen für eine Zwischenlösung zu prüfen. Die Initiative Haus des Wissens unterstützt deshalb Überlegungen, das Haus Tenge für eine Zwischenlösungvergleichend in die Analysen einzubeziehen. Dafür sprechen eine Reihe absehbarer Vorteile:

  • Es kann noch in diesem Jahr und nicht erst in 2027 genutzt werden.
  • Auf zwei großflächigen Etagen sind die Potenziale der Kinderbibliothek besser und personalsparend im Vergleich zu 4 Etagen in der Krahnstraße zu nutzen.
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