Erweiterung und Neustrukturierung der zentralen Operationsabteilung
Im Klinikum Osnabrück geht es auf den Abschluss der Erweiterung und Neustrukturierung der zentralen Operationsabteilung zu, an der nun seit fast zehn Jahren durchgehend im laufenden Betrieb gebaut wird. Als vorletzter Bauabschnitt wurde jetzt die zweite Intensivstation in Betrieb genommen. Hier werden vorrangig chirurgisch-anästhesiologisch behandlungsbedürftige Patientinnen behandelt und überwacht. Alle Intensivplätze sind umfassend ausgestattet für die kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter, eine umfassende medikamentöse Behandlung sowie eine ggf. erforderliche Beatmung oder Nierenwäsche (Dialyse) der Patientinnen und Patienten.
Damit verfügt das Klinikum nun über eine deutlich erweiterte Highcare-Kapazität. Insgesamt stehen nunmehr 104 sogenannte Highcare-Betten – also hochspezialisierte Behandlungs- und Überwachungsplätze für schwer erkrankte Patientinnen und Patienten zur Verfügung. Hinzu kommen Reservebetten. Davon entfallen auf den internistischen und den chirurgisch-anästhesiologischen Intensivbereich jeweils 24 reguläre Betten sowie zwei zusätzliche Reserveplätze. Darüber hinaus stehen für die Neuromedizin bis zu 20 Intensivbehandlungsplätze (ITS) sowie insgesamt bis zu 36 Intensivüberwachungsplätze zur Verfügung. Darin enthalten sind auch die Plätze der Stroke Unit und der neurologischen Frührehabilitation.
Wie Prof. Dr. Dieter Lüttje, Medizinische Infrastruktur, sowie Alexander Lenz, Leiter Baumanagement des Klinikums, erläutern, ist etwa die Hälfte der Plätze vorrangig für die Anforderungen der „Intermediate-Care“-Versorgung (IMC) vorgesehen. Ein Teil der Räume verfügt zudem über Schleusenbereiche, die als Hygienebarriere beispielsweise bei der Behandlung von infektiösen Erkrankten dienen. Die neue Station ist rund 1.500 Quadratmeter groß. Die 15 Ein- und Zweibettzimmer sind lichtdurchflutet und verfügen über einen angemessenem Sichtschutz, außenliegendem Sonnenschutz und Temperaturregulation durch die Lüftungsanlage. In den innenliegenden Bereichen sind unter anderem Stationszentralen mit Zentralüberwachung, Lager-, Pflege- und Büroräume sowie Wartezimmer, Umkleiden und ein Abschiedsraum.
Das Bauteil A4 mit der neuen Intensivstation schließt an die bereits in Betrieb genommenen Abschnitte der neuen Operationsabteilung an, die ab Jahresende über 13 neue Operationssäle verfügen wird und den ebenfalls neu errichteten Aufwachraum. Unmittelbar benachbart liegt die bereits 2020 vorgezogen eröffnete bauartgleiche Intensivstation mit ebenfalls 24 Behandlungsplätzen. Behandelnde und Pflegefachkräfte können über eine durchgehende Verbindung nahtlos zwischen den Abteilungen wechseln – bis hin zum ebenfalls angebundenen neu gebauten Kreißsaal.
Nun ist nach ihren Angaben nur noch der letzte Abschnitt des Ausbaus der OP-Abteilung in Arbeit. Dabei werden zwei weitere Operationssäle ergänzt, die nach den Informationen von Lenz und Lüttje Ende des Jahres in Betrieb genommen werden sollen. Dann ist das Projekt abgeschlossen, bei dem seit 2017 zwei neue Intensivbehandlungskomplexe sowie die zentrale Operationsabteilung mit Zentralsterilisation und Aufwachraum neu erstellt wurden.
Dieser komplexe Neubau im laufenden Betrieb war und ist nach den Angaben von Lüttje und Lenz keinesfalls ein alltägliches Projekt. Eine besondere Herausforderung sei gewesen, dass nach Beginn des Vorhabens nachträglich auch der Neubau der 2023 eröffneten Kreißsaal-Abteilung eingeplant und realisiert worden sei. „Außerdem haben wir 2020 die Eröffnung der ersten Intensivstation vorgezogen, um Behandlungsplätze mit Beatmungsmöglichkeiten zu schaffen“, so Lüttje. Eine weitere Folge der Pandemie sei auch ein vorübergehender Baustopp gewesen, erinnerte er sich weiter.
Der frühere langjährige Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Palliativmedizin hat sich als Mitarbeiter im Bereich Medizinische Infrastruktur zentral in das Bauprojekt eingebracht. „Meine Rolle war es, einen Haufen Fragen zu stellen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Es sei darum gegangen, bis hin zur nachträglich aufgestockten Anzahl von Steckdosen in Operationssälen und an Behandlungsplätzen ganz genau technische Anforderungen und Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu ermitteln und die Pläne der Architekten gegebenenfalls nachträglich anzupassen. Nach den ursprünglichen Plänen für die neue Station wäre es beispielsweise an einer Stelle nicht möglich gewesen, Betten mit zusätzlich angebrachten Haltevorrichtungen für Sauerstoffflaschen um eine Ecke zu schieben – die Wegführung wurde geändert und der betreffende Bereich wird nun anders genutzt.
Wie Lenz und Lüttje berichten, ist die Inbetriebnahme der neuen Station im August mit intensiven Vorbereitungen, insbesondere der dort Tätigen erfolgt. Die Mitarbeitenden der Intensivstation seien stolz und froh über die neuen Räumlichkeiten und die verbesserten Behandlungsmöglichkeiten. Auch die ersten Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen seien durchweg sehr positiv.












