Kommunalwahl: Handwerk bezieht Stellung

„Starke Kommunen brauchen ein starkes Handwerk“: Handwerkskammer verabschiedet Positionspapier zur Kommunalwahl 2026.

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim hat ein Positionspapier zu den Kommunalwahlen in Niedersachsen am 13. September verabschiedet. Unter dem Titel „Starkes Handwerk. Starke Kommunen“ formuliert die Kammer zentrale Erwartungen des regionalen Handwerks an Kommunalpolitik und Verwaltung.

„Handwerksbetriebe sind in unseren Städten und Gemeinden fest verwurzelt. Sie schaffen Arbeits- und Ausbildungsplätze, sichern Versorgung vor Ort und setzen zentrale Zukunftsaufgaben praktisch um – von der energetischen Sanierung bis zur Elektromobilität“, sagt Kammerpräsident Andreas Nünemann. „Damit das gelingt, brauchen sie Kom-munen, die Verfahren beschleunigen, Flächen sichern, faire Vergaben ermöglichen und den Wirtschaftsverkehr mitdenken.“

Kommunale Entscheidungen wirken sich unmittelbar auf die wirtschaftlichen Bedingungen der Betriebe aus. Dazu gehören Genehmigungen, Gewerbeflächen, Verkehrs- und Baustellenplanung, Parkmöglichkeiten, Vergaben sowie kommunale Steuern, Abgaben und Gebühren. Zugleich sind Städte, Gemeinden und Landkreise wichtige Auftraggeber, etwa bei Bau-, Sanierungs-, Reparatur- und Instandhaltungsaufträgen. Mit dem Positionspapier fordert die Handwerkskammer unter anderem eine stärkere Einbindung des örtlichen Handwerks in die Wirtschaftsförderung, schnellere und digitale Genehmigungsverfahren, mittelstandsfreundliche Vergaben, praxistaugliche Lösungen für Wirtschaftsverkehr und Handwerkerparken sowie eine verlässliche Gewerbeflächenpolitik.

Weitere Themen sind die Fachkräftesicherung, moderne Berufsschulen, faire Rahmenbedingungen bei kommunaler Leistungserbringung und die Einbindung des Handwerks bei Energie-, Wärme- und Klimaschutzfragen. „Starke Kommunen brauchen ein starkes Handwerk“, betont Nünemann. „Unsere Betriebe leisten einen entscheidenden Beitrag zu Wertschöpfung, Ausbildung und Lebensqualität. Wer das Handwerk vor Ort entlastet, stärkt zugleich die Zukunftsfähigkeit der Kommune.“ Das Positionspapier soll Grundlage für Gespräche mit Kommunalpolitik und Verwaltung in der kommenden Wahlperiode sein. Die Handwerkskammer und die Organisationen des Handwerks vor Ort stehen da-für als Ansprechpartner zur Verfügung.

In ihrer aktuellen Konjunkturumfrage äußerten sich die Betriebe auch zu aktuellen Problemfeldern. Häufig genannt wurden die Steuer- und Abgabenlast sowie Genehmigungs- und Verwaltungsprozesse innerhalb einer überbordenden Bürokratie. Nünemann: „Wir legen die Finger in die Wunde und erwarten auch von der Kommunalpolitik konkret Unterstützung und Entlastungen unserer über 11.500 Betriebe mit ihren mehr als 100.000 Beschäftigten in der Region. Es geht nicht um Sonderwege für das Handwerk, sondern um Verfahren, die funktionieren, um faire Rahmenbedingungen und um kommunale Entscheidungen, die wirtschaftliches Handeln an Ems, Hase und Vechte ermöglichen.“ Das Positionspapier ist zu finden unter hwk-osnabrueck.de/kommunalwahl2026-positionspapier

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