Ausstellung Unorte startet im Kulturhaus

Auseinandersetzung mit dem psychologischen und physischen Zwischenraum von Fernweh und Déjà-vu

Am Freitag, den 22. Mai 2026, wurde um 18:00 Uhr im Osnabrücker Kulturhaus in der Marienstraße 5–6 die Ausstellung „Unorte“ feierlich eröffnet. Im Zentrum der Kooperation der beiden lokalen Künstlerinnen Alexandra Malobrodski und Joosephine-Henriette Becker steht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem psychologischen und physischen Zwischenraum von Fernweh und Déjà-vu.

Die Werkschau, die eine Brücke zwischen Realität und Vision schlägt, ist ab sofort für den Publikumsverkehr geöffnet. Der Hauptteil der Ausstellung widmet sich der Frage, wie alltägliche Umgebungen durch künstlerische Verfremdung eine neue, teils traumhafte oder gar alptraumhafte Dimension erhalten können. Methodisch verbindet das Duo hierfür die Disziplinen Malerei, Zeichnung und Fotografie.

Die gezeigten Arbeiten zeichnen sich durch ein Wechselspiel aus nostalgischer Verzerrung und analytischer Klarheit aus, welches von den Initiatorinnen im Vorfeld konzeptionell als „klar wie ein Fiebertraum“ beschrieben wurde. Das Publikum wird systematisch dazu eingeladen, das Alltägliche im Traumhaften und umgekehrt das Traumhafte im Alltäglichen zu isolieren und zu reflektieren.

Stilistisch fließen in die gezeigten Bildwelten unterschiedliche moderne Strömungen ein. Während Becker in ihren skurrilen Figuren und Szenerien Elemente aus der Graphic Novel, der Urban Art sowie dem Expressionismus und dem Comic-Stil miteinander verwebt, um verborgene oder überdeutliche emotionale Zustände zu transportieren, steuert Malobrodski präzise visuelle Perspektiven bei, die den Begriff des Raumes neu definieren. Durch diese Zusammenführung entsteht ein vielschichtiger Parcours durch fiktive und real inspirierte Orte.

Hintergrund dieser Ausstellung ist die fortlaufende Bestrebung des Kulturhauses Osnabrück, regionalen Kunstschaffenden eine etablierte Plattform zu bieten und den Diskurs über urbane sowie emotionale Räume in der Friedensstadt zu fördern. Sowohl Becker als auch Malobrodski sind feste Größen in der regionalen Kulturszene und blicken im laufenden Kalenderjahr bereits auf diverse Beteiligungen und Einzelausstellungen in Kunstvereinen und Galerien der Region zurück. Mit der aktuellen Schau wird die Tradition fortgesetzt, zeitgenössische, interdisziplinäre Kunst einem breiten Publikum niederschwellig zugänglich zu machen.

Hinweis für Besucher: Die Ausstellung „Unorte“ läuft vom 22. Mai bis zum 9. Oktober 2026. Das Kulturhaus hat montags bis freitags von 9:00 bis 16:00 Uhr geöffnet. Bei verschlossener Tür bitte klingeln. Weitere Bilder sind auf dem Blog von Toni Theilmeier zu finden.

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