Mehr und schnell ins urbane Hotel

Wie sehr Osnabrück vom Übernachtungsboom in Deutschland profitiert

Blicken Unbedarfte aktuell auf Osnabrücker Baustellen, springen neben dem klassischen Wohnungs- und Einfamilienbau vor allem Objekte größerer Hotels ins Auge. Dies wiederum besitzt eine traurige Kehrseite: Das Hotelangebot in der Stadt Osnabrück hat sich seit 2020 zwar in einer strukturellen Konsolidierung hin zu größeren, moderneren Kettenhotels entwickelt. Zugleich ist aber die Gesamtzahl der klassischen Hotelbetriebe zurückgegangen.


Große wachsen – kleine geben auf

Statistisch erreichten dennoch die Übernachtungszahlen in kleinen wie großen Bettenburgen wahre Rekordwerte. Umgekehrt sank die Anzahl der geöffneten, meldepflichtigen Hotels ab 10 Betten laut dem Landesamt für Statistik Niedersachsen von 16 Betrieben im Jahr 2020 auf ganze 11 im Vorjahr. Das Terrain bestreiten zunehmend groß Marken-Hotels. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Eröffnung des Prize by Radisson Osnabrück an der Johannisstraße mit 172 Zimmern. Aber auch Traditionsadressen wie das Walhalla halten sich seit Jahrhunderten. Gäste wiederum kommen aus unterschiedlichen Beweggründen. Auf den Anmeldeformularen tauchen sowohl Geschäftsreisende wie auch Radtourist*innen auf.


Dreimal Osnabrück – aber nur in Gästebetten 

Nimmt man die statische Größe der Gästezahlen, ist es – verglichen mit Einheimischen – beinahe die dreifache Zahl an Menschen, die Osnabrück für einen Kurztrip aufsuchen. Denn für die Stadt wurden laut Landesamt für Statistik Niedersachsen im Jahr 2025 genau 430.058 Übernachtungen verzeichnet. Noch beeindruckender wird es, wenn man Campingplätze, Privatvermietungen und die Jugendherberge hinzurechnet: Summa summarum stehen dann sogar 517.300 Übernachtungen auf dem Index.


Lichtblick Radtourismus

Eine Tendenz, die unter dem Blickwinkel des nachhaltigen Tourismus Mut macht: Besonders der Radtourismus in der gesamten Region hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt und zieht viele Kurzurlauber*innen an. Zudem verzeichnete die Stadt zuletzt ein starkes prozentuales Plus bei den Gästen aus dem Ausland, allen voran aus den Niederlanden. Mehr als acht von zehn Besuchenden aus dem Ausland stammten aus europäischen Ländern.


Deutscher Tourismus wächst 

Allein im Mai 2026 verbuchten die Beherbergungsbetriebe in Deutschland 49,2 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 3,8 % mehr als im Mai 2025.


Mehr Übernachtungen von Gästen aus dem Inland – und neue Rekordwerte

Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg im Mai 2026 gegenüber Mai 2025 um 4,6 % auf 41,7 Millionen. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland nahm leicht um 0,5 % auf 7,5 Millionen ab. Im Zeitraum Januar bis Mai 2026 konnten die Beherbergungsbetriebe insgesamt 175,1 Millionen Übernachtungen verbuchen.

Damit lag die Übernachtungszahl 1,3 % höher als im Vorjahreszeitraum und 0,4 % über dem bisherigen Rekordwert von 174,4 Millionen Übernachtungen für diesen Zeitraum aus dem Jahr 2024. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2025 um 1,6 % auf 146,3 Millionen. Bei den Gästen aus dem Ausland stieg die Übernachtungszahl um 0,3 % auf 28,7 Millionen.

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