Klimaschutz bleibt aus Linken-Sicht lückenhaft
Aus Anlass der Vorstellung des aktuellen Berichts des Expertenrats Klima, in dem eine Verfehlung der Ziele auf Bundesebene prognostiziert wird, weist der OB-Kandidat der Linken Osnabrück, Dr. Thomas Groß, darauf hin, dass auch die Stadt ihre Ziele nicht erreichen werde, wenn nicht viel mehr für den Klimaschutz unternommen werde.
Auf Anfrage der Linksfraktion wurde im Stadtentwicklungsausschuss vom 12.3.2026 berichtet, dass die Umsetzung des Vorreiterkonzepts Klimaschutz noch sehr lückenhaft ist. Von den 120 im Gutachtenvorgeschlagenen Maßnahmen wurden bisher nur vier Maßnahmen abgeschlossen, erst 39Maßnahmen befanden sich in der Umsetzung. Größtes Sorgenkind ist auch in Osnabrück der Verkehrssektor.
Nach einer bundesweiten Studie der TU Dresden aus dem Jahr 2023 betrug der Anteil des motorisierten Individualverkehrs anderer Verkehrsleistung 69,9 %, während auf das Fahrrad 13,3 %, den ÖPNV 12,2 % und den Fußverkehr 4,7 % entfielen. Damit zählt Osnabrück zum schlechtesten Drittel der untersuchten deutschen Großstädte, was den Anteil des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad, Fußverkehr)angeht. Dazu erklärte Groß: „Um die klimafreundlichen Verkehrsarten zu stärken, müssen sowohl der Schienen- wie auch der Busverkehr stark ausgebaut werden.
Nur eine attraktive Stadtbahn kann eine wesentliche Steigerung des Anteils des ÖPNV bewirken. “Auch im Gebäudesektor steht Osnabrück besonders schlecht da, weil der Anteil von Erdgas (89%) und Öl (7 %) bei der Wärmeversorgung der Gebäude im Bundesvergleich sehr hoch ist, während die Nutzung erneuerbarer Energien für die Heizung bisher nur einen verschwindend geringen Anteil ausmacht.
Die vor kurzem beschlossene Wärmeplanung lässt entscheidende Fragen offen, weil die Stadtwerke nur einen Prüfauftrag erhielten, ob weitere Nahwärmenetze eingeführt werden sollen, mit denen z.B. die Abwärme der Kläranlage oder Geothermie besonders effizient genutzt werden könnte. Groß forderte, schnell Klarheit herzustellen, wie die künftige Wärmeversorgung in den dafür geeigneten Gebieten erfolgen solle. Außerdem dürfe die Sanierung der städtischen Gebäude nicht auf die lange Bank geschoben werden.












