„Wir gehen keinen Schritt zurück“
Nach dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day (CSD) haben sich am Dienstagabend, dem 28. Juli, haben sich über 500 Menschen auf dem Theatervorplatz zu einer Mahnwache und Kundgebung versammelt. Ein breites queeres Bündnis – darunter das Kulturzentrum Bambule 35 haben dazu aufgerufen, der Opfer zu gedenken und eine entschlossene Haltung gegen queerfeindliche Gewalt einzunehmen.

Mit mitgebrachten Kerzen und Blumen verliehen die Teilnehmenden auf dem zentralen Platz vor dem Theater ihrer Trauer und Bestürzung Ausdruck. Die Veranstalter machten deutlich, dass der Angriff auf den Berliner CSD keineswegs isoliert betrachtet werden könne, sondern ein Zeichen für die weiter bestehende Bedrohung durch extremistischen Hass darstelle. Im Rahmen der Kundgebung kamen verschiedene Akteure und Stimmen der regionalen Community zu Wort, um das Geschehen einzuordnen und Solidarität einzufordern.
Queere Community trauert um Opfer und fordert Zusammenhalt
Den Auftakt der Redebeiträge machte Dr. Diana Häs für die queere Community. In einer sichtlich emotionalen Ansprache, bei der sie mit den Tränen rang, blickte sie auf die Ereignisse des vergangenen Samstags zurück. Der Christopher Street Day in Berlin am 25. Juli sei zunächst ein Anlass großer Freude gewesen, bei dem zahlreiche Menschen friedlich für Freiheit, Menschenrechte, Vielfalt und queere Rechte demonstriert hätten.
Gegen 22 Uhr habe der Anschlag auf die Feiernden die Freude jedoch schlagartig zerstört. „Es hat mir das Herz zerrissen, als ich das gehört habe“, schilderte Häs spürbar bewegt. Es sei unbegreiflich, wie viel Hass jenen entgegenschlage, die lediglich friedlich lieben, leben und Verantwortung für Demokratie und Freiheit übernehmen wollten. Der Angriff treffe die Gemeinschaft ins Mark: „Uns als queere Community berührt das in einem ganz besonderen Maße, weil es unser Leben ist, das hier angegriffen wurde.“ Gleichzeitig betonte sie die Verbindung zur Stadtgesellschaft – diese Form des freien und weltoffenen Zusammenlebens gehöre fest zur Friedensstadt Osnabrück. Häs bedankte sich beim Kulturzentrum Bambule 35, das unmittelbar nach der Tat einen Raum für den ersten Austausch und das gemeinsame Auffangen geschaffen habe. Aus diesem Impuls heraus habe sich kurzfristig das breite Bündnis geformt, um die Mahnwache unter dem Motto „Wir stehen zusammen in Trauer, in Wut und in Solidarität“ auf die Beine zu stellen. Das Gedenken gelte nicht nur der getöteten Frau und den Verletzten, sondern auch den zahlreichen Helferinnen und Helfern vor Ort in Berlin. Zum Abschluss ihrer Rede rief sie die Anwesenden auf dem Theatervorplatz zu einer gemeinsamen Schweigeminute auf.
Queerbeirat mahnt zur Geschlossenheit: „Lassen nicht zu, dass der Hass gewinnt“
Im Anschluss ergriff eine Vertretung des Queerbeirats der Stadt Osnabrück das Wort. Nach einer Reihe von bunten und friedlichen CSD-Veranstaltungen im Jahr 2026 habe die Community am vergangenen Samstag der Hass eingeholt. Dieser verfolge stets das Ziel, Angst zu schüren, Menschen einzuschüchtern und spalten zu wollen. Der Anschlag in Berlin sei zwar ein Zeichen des Hasses auf großer Bühne gewesen, doch kennt nahezu jede queere Person Anfeindungen, Ausgrenzungen und Gewalt auch aus dem eigenen Alltag. Tatgeschehnisse wie am Wochenende riefen bei vielen genau jene bekannten Gefühle von Ohnmacht, Angst, Wut und Überforderung hervor und ließen an der Menschlichkeit zweifeln.
Dennoch mahnte die Vertreterin eindringlich davor, in Verzweiflung zu verfallen. Während der Druck auf queere Menschen wachse, nehme gleichzeitig auch der gesellschaftliche Zusammenhalt zu. Dass in immer mehr kleineren Städten und Gemeinden neue CSDs entstehen, zeige, dass sich die Gemeinschaft nicht einschüchtern lasse, sondern gezielt Sichtbarkeit schaffe. Besonders warnte der Queerbeirat vor politischer Vereinnahmung der Tragödie: „Wir lassen nicht zu, dass dieser Angriff auf unsere Community extrem rechte, menschenfeindliche und antidemokratische Narrative weiter befeuert. Unser Leid darf nicht instrumentalisiert werden, denn in unserer Community steht Liebe immer über Hass.“
Abschließend verwies der Beitrag auf das bestehende Hilfsnetzwerk für Betroffene. Neben dem Dank an das Kulturzentrum Bambule 35 für das schnelle Bereitstellen von Räumlichkeiten wurde auf lokale Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht – darunter die Osnabrücker queere Beratungsstelle, die Meldestelle für Diskriminierung im Gleichstellungsbüro, der Queerbeirat selbst sowie die landesweite Meldestelle in Hannover zur Dokumentation queerfeindlicher Vorfälle. Der emotionale Appell schloss mit der Aufforderung zum gegenseitigen Schutz: „Heute trauern wir. Wir sind erschüttert und wütend. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir halten zusammen, wir passen aufeinander auf und wir lassen nicht zu, dass der Hass gewinnt.“
CSD Osnabrück e. V. bekundet Solidarität und verliest Berliner Erklärung
Vertretend für den Vorstand und die Mitglieder des CSD Osnabrück e. V. trat im Anschluss das lokale Organisationsteam nach vorne. In einer von tiefem Mitgefühl geprägten Ansprache richtete das Team die Gedanken an die Angehörigen der Todesopfer sowie an die vielen körperlich wie seelisch verletzten und traumatisierten Menschen. Mit einer namentlichen Zusage von Beistand wandte sich das Gremium direkt an das Berliner Organisationsteam: „Was ihr in den vergangenen Tagen erleben und ertragen musstet, geht weit über das hinaus, was sich die meisten von uns vorstellen können. (…) Ihr sollt wissen, ihr seid nicht alleine.“ Ein Angriff auf einen CSD sei ein direkter Angriff auf die gesamte queere Community sowie auf alle Demokratinnen und Demokraten.
Um der Perspektive aus der Bundeshauptstadt Raum zu geben, verlas das Team einen Auszug aus der offiziellen Stellungnahme des Berliner CSD-Vorstands. Darin hieß es, dass man jede Form von Gewalt entschieden ablehne – ob aus rechten oder religiös-extremistischen Ideologien heraus. Der islamistische Terror werde klar und ohne Relativierung benannt. Ebenso unmissverständlich verwahrte sich das Bündnis jedoch gegen eine Vereinnahmung der Tragödie: „Ebenso entschieden stellen wir uns gegen jeden Versuch, diese Tat zu instrumentalisieren, um Hass gegen Musliminnen und Muslime oder gegen Menschen bestimmter Herkunft zu schüren. Denn genau das ist das Ziel solcher Gewalt: Unsere Gesellschaft zu spalten …“
Mit Bezug auf das diesjährige Berliner CSD-Motto „Haltung ist hot“ hob der Osnabrücker Vorstand hervor, dass eine klare Haltung seit dem Anschlag mehr denn je unverzichtbar geworden sei. Der Redebeitrag schloss mit einer entschlossenen Botschaft für die Zukunft der Bewegung: „Wir sind heute hier, um unsere Haltung zum Ausdruck zu bringen (…). Wir bleiben sichtbar, wir bleiben laut und wir gehen keinen Schritt zurück. Jetzt erst recht.“

Scharfe Kritik an der Politik: Queer Refugees fordern ehrliche Akzeptanz statt Symbolpolitik
Eine dezidiert gesellschaftskritische und politische Perspektive brachte die Vertretung von Queer Refugees, Migrants & Friends in die Kundgebung ein. Die Vertreterin übte deutliche Kritik an den Bekundungen aus Politik und Medien im Nachgang des Anschlags und bezeichnete viele der Reaktionen als „Krokodilstränen“. Es sei paradox, wenn von einem „Angriff auf unsere Art zu leben“ gesprochen werde, während gleichzeitig Fördermittel für queere Jugendnetzwerke wie *Lambda* oder den Bereich Vielfalt im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gekürzt und Begriffe wie „Queer-Politik“ aus Ministeriumsprogrammen gestrichen würden. Eindringlich warnte die Initiative vor einem Pauschalverdacht und der rassistischen Instrumentalisierung des Attentats. Viele Menschen und politische Akteure differenzierten nicht zwischen islamistischem Extremismus und der muslimischen Bevölkerung oder Geflüchteten im Allgemeinen. „Auch Geflüchtete, auch Muslime und Menschen mit Migrationshintergrund gehören zu unserer Community. Sie sind genauso Ziel und Opfer von diesen Anschlägen“, betonte die Rednerin bzw. der Redner. Die Gefahr gehe keineswegs von einzelnen Religionen oder Nationalitäten aus, sondern von Fanatikern sowie von jenen, die durch Stimmungen am rechten Rand den Nährboden für Gewalt bereiteten.
Zudem zeichnete der Beitrag ein eindrückliches Bild der Notlage queerer Geflüchteter in Deutschland. Anstatt der erhofften Sicherheit erlebten Schutzsuchende in Gemeinschaftsunterkünften oft Misstrauen und Ablehnung. Als konkretes Beispiel wurde die Abschiebung einer lesbischen Frau nach Uganda in der Vorwoche genannt, wo ihr aufgrund ihrer sexuellen Orientierung schwere Verfolgung drohe. Der Redebeitrag schloss mit einer Absage an bloße Symbolpolitik und einem Aufruf zu echter Solidarität: „Wir brauchen Freiheit nicht im Schlafzimmer, sondern überall. Wir brauchen ehrliche Akzeptanz und Unterstützung.“ Die queere Gemeinschaft darf sich nicht spalten lassen – unabhängig von Herkunft, Aussehen oder Lebensentwurf.
Falken und queere Jugendgruppe: „Gewalt gegen queere Menschen ist ein systemisches Problem“
Für den Bezirksverband der Sozialistischen Jugend – Die Falken sowie für die von ihnen organisierte wöchentliche queere Jugendgruppe ergriff eine weitere Vertretung das Wort. Zu Beginn drückte der Redner den Hinterbliebenen der getöteten Frau sowie allen physisch und psychisch Verletzten des Berliner Attentats ihr tiefes Beileid aus und verurteilte die Fahrt mit dem Fahrzeug in die Menschenmenge als absolut abscheuliche Tat. In der inhaltlichen Einordnung betonte der Beitrag, dass dieser Angriff leider keine Ausnahme darstelle. Gewalt und Diskriminierung gegenüber queeren Menschen seien ein anhaltendes, wiederkehrendes Phänomen. Dass der mutmaßliche Täter laut Berichten Verbindungen zur Terrororganisation IS aufweist, dürfe nicht den Blick darauf verstellen, dass es sich hierbei um ein systemisches Problem handele und nicht bloß um ein individuelles.
Eindringlich warnte die Jugendorganisation davor, den Anschlag rassistisch zu vereinnahmen. Selbstgerechte rechte Kräfte nutzten die Tragödie gezielt aus, um Stimmung gegen Menschen anderer Herkunft zu machen – dieselben Akteure, die sich bei nächster Gelegenheit selbst wieder gegen die queere Community wenden oder queerfeindliche Gewalt ausüben würden. Es gelte daher, im Kampf gegen Queerfeindlichkeit wachsam zu bleiben und Täter nicht auf ihre Hautfarbe oder Herkunft zu reduzieren. Der Beitrag schloss mit dem traditionellen Gruß der Arbeiterjugendbewegung: „Freundschaft!“
Queer FemStreik verweist auf steigende Gewaltdaten: „Diese Angst ist real“
Im Namen des Queer FemStreik drückte die anschließende Rednerin allen Angehörigen, Bekannten sowie den Teilnehmenden des Berliner CSDs tiefes Mitgefühl und Fassungslosigkeit aus. Ein Tag, der für über 100.000 Menschen ein Fest der Freude und Sichtbarkeit hätte sein sollen, sei gewaltvoll beendet worden. Dieser Angriff habe keineswegs nur den Anwesenden in Berlin das Sicherheitsgefühl genommen, sondern queeren Menschen im gesamten Bundesgebiet. Zur Untermauerung verwies die Vertretung auf aktuelle Statistiken des Bundeskriminalamts (BKA), wonach queerfeindliche Straftaten im vergangenen Jahr um rund 17 Prozent gestiegen seien. Der Anstieg liegt damit deutlich über dem Durchschnitt aller politisch motivierten Kriminalitätsdelikte – bei einer mutmaßlich extrem hohen Dunkelziffer. Angesichts anstehender Großereignisse wie dem CSD in Hamburg führe diese reale Bedrohungslage dazu, dass viele Menschen nun in konstanter Sorge um Freundinnen, Familie und die eigene Sicherheit leben müssten.
Dass Islamisten und Faschisten mit Gewalt Angst schüren wollen, mache jedoch umso deutlicher, wie notwendig der fortlaufende Kampf für Menschenrechte sei. Zudem gelte es, rassistischen Narrativen in der Berichterstattung entschieden entgegenzutreten. Das Tatmotiv sei im Kern rechts- und queerfeindlich; das Leben queerer Personen scheine für rechte Akteure nur dann von Wert zu sein, wenn es instrumentalisiert werden könne. In Berlin hätten schließlich neben dem Attentäter auch christlich-fundamentale sowie rechtsextreme Gruppen gegen die Parade demonstriert und Hass verbreitet. Der Redebeitrag gipfelte in einem klaren Handlungsaufruf an die Stadtgesellschaft. Man dürfe sich nicht zurückziehen und andere mit der Angst allein lassen. Die Rednerin bzw. der Redner forderte zur Selbstorganisation auf – etwa in der Schule, im Freundeskreis oder in lokalen Strukturen wie dem Queer FemStreik, dem Kulturzentrum Bambule 35 oder dem Antifa-Café in Osnabrück: „Geht weiter auf die Straße und schaut nicht weg bei queerfeindlichen Taten.“
Offenes Antifa Café zieht Parallelen: Bedrohung von allen Seiten und lokale Erinnerung
Den vorletzten Redebeitrag setzte eine Vertretung des Offenen Antifa Cafés Osnabrück mit einer umfassenden politischen und historischen Einordnung der Gefahrenlage. Neben der tiefen Trauer und Wut über die getötete Frau in Berlin und dem Mitgefühl für alle Traumatisierten sprach die Gruppe eine uneingeschränkte Solidarität mit allen queeren Menschen aus, deren Angst vor einem offenen Leben durch die Tat erneut befeuert worden sei. Queeres Leben werde weltweit wie lokal bedroht – eine Gefahr, die sich nicht auf eine einzelne Tätergruppe verengen lasse: „Gefahr droht von Islamisten, Faschisten, Konservativen sowie Menschen, die sich zwar als Feministinnen bezeichnen, jedoch queere Menschen und insbesondere Transpersonen ausschließen…“ Obgleich die genaue Motivation im Detail variieren möge, eine all diese Strömungen, der Hass auf queere Personen sowie ein antifeministisches, patriarchales Weltbild.
Zur Verdeutlichung der anhaltenden Gewaltwelle rief der Redner mehrere konkrete Vorfälle in Erinnerung:
Münster: Der gewaltsame Tod von Malte vor vier Jahren, der nach dem dortigen CSD tödlich attackiert wurde.
Gelsenkirchen: Die Absage des diesjährigen CSDs aufgrund einer konkreten islamistischen Bedrohungslage.
Osnabrück: Ein tödliches Delikt im vergangenen Jahr, bei dem ein homosexueller Mann in der Friedensstadt von seinem Mitbewohner aus queerfeindlichen Motiven ermordet wurde.
Orlando: Das islamistische Attentat auf einen queeren Club vor zehn Jahren mit 49 Todesopfern als historisches Mahnmal der weltweiten Bedrohung durch radikale Kräfte.
Gleichzeitig verwahrte sich das Offene Antifa Café unmissverständlich gegen die Vereinnahmung des Berliner Anschlags durch rechte und faschistische Akteure. Deren Ruf nach Abschiebungen und Stimmungsmache gegen Muslime diene lediglich rassistischer Agitation. Dieselben politischen Kräfte kürzten zeitgleich Mittel für queere Projekte, schränkten Rechte ein und forderten Sonderregister für Transpersonen. Islamismus und Faschismus seien vereint in ihrem Vernichtungswillen gegen jede Form von selbstbestimmtem Leben. Da auf staatliche Organe beim Schutz von Minderheiten kein verlässlicher Verlass sei, brauche es eine starke gesellschaftliche Selbstorganisierung. Der Beitrag endete mit einem vehementen Appell zum Zusammenhalt: „Lasst uns heute zusammenstehen, solidarisch sein und uns den Spaltungsversuchen von Faschisten und Islamisten entschlossen entgegenstellen. Passt aufeinander auf, seid füreinander da!“
Bambule 35 schließt Redebeiträge ab: „Unsere Solidarität ist stärker als jeder Hass“
Den Abschluss der Kundgebung bildete die Rede einer Vertretung des Kulturzentrums Bambule 35, die das emotionale Spektrum der vergangenen Tage zusammenfasste: Trauer, Wut, Fassungslosigkeit und Bestürzung hätten alle ihren berechtigten Platz. Die Gedanken gälten den Opfern und Angehörigen des grausamen Anschlags am Rande des Berliner CSDs. Einer Frau sei brutal das Leben genommen worden, während sie lediglich für ihre Rechte einstehen, Angehörige unterstützen und gemeinsam feiern wollten. Mit Nachdruck wandte sich der Redner gegen die oft zu hörende Behauptung, queere Menschen hätten heute doch bereits ausreichend Rechte und sollten schweigen: „Menschen sterben, weil sie lieben. Menschen sterben, weil sie einfach sie selbst sein wollen. Menschen sterben auf der Straße (…) durch queerfeindliche Politik.“ Genau deshalb brauche es CSDs und lautstarken Protest auf den Straßen, bis Freiheit für alle erreicht sei – explizit eingeschlossen Schwule, Lesben, Transpersonen, Menschen mit Behinderung, Queere People of Color sowie queere Geflüchtete. Scharfe Vorwürfe richtete der Redner der Bambule 35 an rechte Kräfte und Medien, die zuvor gegen CSDs und queere Rechte gewettert hätten und nun die Gräueltat instrumentalisierten, um rassistische Politik zu betreiben. Jahrelang habe man sich nicht für die Bedrohung von CSDs interessiert, Gelder für Projekte gestrichen oder Sonderregister für Transpersonen gefordert. Wenn dieselben Akteure nun von angegriffener Freiheit sprächen, am nächsten Tag jedoch queere Geflüchtete in Kriegsgebiete abschieben wollten, sei das keine Anteilnahme, sondern Rassismus.
Trotz des Leids und der Bestürzung werde sich die Gemeinschaft nicht unterkriegen lassen. Rückhalt finde die Community seit jeher in ihrer eigenen Gemeinschaft, bei Wahlfamilien und im solidarischen Miteinander. Dass bundesweit Treffen und Mahnwachen stattfinden, zeigt die Unbeugsamkeit der Bewegung. Der Beitrag schloss mit einem starken Bekenntnis: „Unser Zusammenhalt, unsere Solidarität, unsere Gemeinschaft ist stärker als jeder Hass. Wir sind hier. Gemeinsam. Und wir werden es für immer bleiben.“
Musikalischer Abschluss
Zum Ausklang der Kundgebung fand die Veranstaltung einen leisen, aber eindringlichen Abschluss: Zwei Musikerinnen trugen gemeinsam den Rio-Reiser-Klassiker „Halt dich an deiner Liebe fest“ vor. Die Zeilen des Liedes passten spürbar zur Stimmung auf dem Theatervorplatz und unterstrichen noch einmal die zentrale Botschaft des Abends, der Gewalt und dem Hass der vergangenen Tage gelebte Solidarität und Zusammenhalt entgegenzusetzen. Weitere Bilder sind im Blog von Toni Theilmeier zu sehen.















