Regionale Handwerkskonjunktur stabilisiert sich

Umsätze und die Auftragslage verbessert

Konjunkturumfrage der Handwerkskammer im Herbst 2026: Geschäftsklimaindex steigt leicht auf 109 Punkte. 89 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als gut oder befriedigend. Fachkräfte und Kosten bleiben zentrale Herausforderungen. Die regionale Handwerkskonjunktur zeigt eine leichte Verbesserung. Der Geschäftsklimaindex (GKI) steigt im Vergleich zum Frühjahr um zwei Punkte auf 109 Punkte. „Die leichte konjunkturelle Erholung in Deutschland kommt auch beim regionalen Handwerk an.

Von einem breiten und nachhaltigen Aufschwung kann jedoch noch nicht gesprochen werden“, lautet die zentrale Einschätzung zur Umfrage vom Hauptgeschäftsführer Sven Ruschhaupt. Zwar bewerten 89 Prozent der befragten Betriebe ihre aktuelle Geschäftslage als gut (47 Prozent) oder befriedigend (42 Prozent). Die Erwartungen für die kommenden Monate fallen jedoch – auch aufgrund saisonaler Effekte – etwas verhaltener aus.


Umsätze und Aufträge verbessern sich – bleiben aber unter Druck

Die Umsätze und die Auftragslage haben sich gegenüber der vorherigen Umfrage verbessert. Beide Indikatoren liegen jedoch weiterhin leicht im negativen Bereich. Positiv entwickeln sich die betrieblichen Investitionen: Sie sind nach drei Jahren erstmals wieder leicht positiv. Gleichzeitig bleiben die Einkaufs- und Beschaffungspreise hoch. Steigende Energie-, Material-, Lohn- und Finanzierungskosten belasten die Erträge und führen zu anhaltendem Kosten- und Margendruck. Auch der schwache Wohnungsneubau, geopolitische Risiken und die Unsicherheiten im industriellen und automobilen Umfeld bremsen die Entwicklung.


Ausbau- und Gesundheitshandwerk mit guter Geschäftslage

Die Entwicklung verläuft in den einzelnen Handwerksgruppen unterschiedlich. Besonders positiv ist die Lage im Gesundheitshandwerk: Mit einem Geschäftsklimaindex von 135 Punkten erreicht es den Spitzenwert. Die Branche profitiert unter anderem von der alternden Gesellschaft und der Nachfrage nach individuell gefertigten beziehungsweise angepassten Gesundheitsprodukten. Auch das Ausbaugewerbe schneidet mit einem GKI von 121 Punkten überdurchschnittlich ab. Mehr als die Hälfte (58%) der befragten Ausbauunternehmen bewertet ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Die gewerblichen Zulieferer profitieren von der leichten Erholung der Industrie, die Lage bleibt jedoch unsicher. Ihr GKI liegt bei 100 Punkten. Im Kraftfahrzeuggewerbe zeigt sich ein geteiltes Bild: Während das Werkstatt- und Reparaturgeschäft stabil bleibt, steht der Autohandel weiterhin unter Druck. Der GKI des Kfz-Gewerbes liegt entsprechend bei 86 Punkten.


Fachkräftesicherung bleibt größte Herausforderung

Die Suche und Bindung von Beschäftigten ist für die Handwerksbetriebe weiterhin die wichtigste Herausforderung. 49 Prozent der Unternehmen nennen die Gewinnung und Bindung von Fachkräften als zentrales Thema. Aktuell verfügen 41 Prozent der befragten Betriebe über offene Stellen. Gesucht werden dabei vor allem gewerblich-technische Fachkräfte und Auszubildende. Neben der Fachkräftesicherung rücken angesichts gestiegener Kraftstoff- und Energiepreise Maßnahmen zur Energieeinsparung in den Fokus. 44 Prozent der Betriebe sehen darin einen wichtigen Handlungsbedarf. Weitere zentrale Herausforderungen sind die Gewinnung neuer Kunden (42 Prozent), die Verbesserung digitaler Arbeitsprozesse (40 Prozent), die Vermeidung von Liquiditätsengpässen (28 Prozent) sowie die Bewältigung von Lieferengpässen (27 Prozent).


Digitalisierung, Energieeffizienz und Investitionen als wichtige Hebel

Die Umfrage zeigt, dass die Betriebe trotz der bestehenden Belastungen aktiv an ihrer Zukunftsfähigkeit arbeiten. Digitalisierung, Automatisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz können dazu beitragen, Arbeitsprozesse effizienter zu gestalten, die Kalkulation zu verbessern und Fachkräfte zu entlasten. Gleichzeitig schaffen öffentliche Investitionen in Infrastruktur, Klimaschutz und Verteidigung zusätzliche Chancen für Bau-, Ausbau-, Elektro- und Metallbetriebe. Auch die Energiewende und die Gebäudesanierung bieten dem Handwerk langfristige Perspektiven – etwa in den Bereichen Wärmepumpen, Photovoltaik, Speicher, Ladeinfrastruktur und Dämmung.
Voraussetzung für eine nachhaltige Belebung bleibt jedoch ein verlässliches wirtschaftspolitisches Umfeld, das Investitionen erleichtert und die Kostenbelastung der Betriebe begrenzt.


Über die Konjunkturumfrage

An der Konjunkturumfrage Herbst 2026 beteiligten sich 574 Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk. Die Umfrage wurde vom 16. bis 30. September 2026 durchgeführt. Der Geschäftsklimaindex ist ein saldierter Mittelwert aus den Anteilen der Betriebe, die ihre derzeitige Geschäftslage beziehungsweise ihre Erwartungen als „gut“ oder „schlecht“ bewerten.

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