Sehnsucht nach sozialerem Wohnungsmarkt

Markante Ergebnisse einer Umfrage des Bündnisses „Osnabrück für Alle“

Das Bündnis „Osnabrück für Alle“ hat in einer Straßenaktion eine Umfrage durchgeführt und kam mit Menschen in der Johannisstraße ins Gespräch. Nachdem das Bündnis schon zwei Jahre zu Verdrängung und Gentrifizierung im Bereich rund um den Neumarkt arbeitet, hat es nun die Meinungen Osnabrücker Bürger*innen dokumentiert. An zwei Samstagen befragten Menschen aus dem Bündnis Passant*innen auf der Johannisstraße zu ihrer Position, mit klaren Ergebnissen: Der Mangel an sozialem Wohnraum ist das drängendste Problem für die Bevölkerung.

Marc R., Mitglied des Bündnisses, sagt: „Wir haben versucht, mit vielen Menschen zu sprechen. Es gab Leute, die sofort dabei waren. Andere reagierten sehr ablehnend. Und es gab Leute, die sehr skeptisch nachfragten. Doch in beinahe jedem Gespräch wurde gesagt, dass sozialer Wohnraum fehlt und dort seitens der Stadt und Politik mehr Priorität darauf gesetzt werden sollte. Bei den Gesprächen fiel immer mal wieder das Stichwort „Obdachlosigkeit“ und viele Befragte wünschen sich eine sozialere Wohnungspolitik.“

Das Bündnis kritisiert die Stadt dafür, dass sie lieber Menschen bestrafend verdrängt, anstatt sozialen Wohnraum zu schaffen. Dana K., Mitglied des Bündnisses, sagt: „Die Stadt fokussiert sich nicht darauf, dass alle Menschen bedingungslos ein Dach über dem Kopf haben, sondern auf die Profitmaximierung der Immobilienhaie. Die Menschen, die wir befragt haben, waren der Meinung, dass Wohnen keine Ware sein sollte, mit der sich ein paar Wenige bereichern.“

Des Weiteren hat die Umfrage ergeben, dass der Zusammenhang von Videoüberwachung und KI für viele Leute nicht präsent ist. Dazu sagt Marc R.: „Häufige Antworten auf die Frage, ob sie sich durch die neuen Kameras beobachtet fühlten, war, dass dies nicht der Fall sei, da sie nichts zu verbergen hätten. Als darauf die Frage folgte, wie es bzgl. der Thematik KI aussieht, war deutlich mehr Sorge zu hören.“

Abschließend sagt Dana K.: „Die Gespräche, die wir geführt haben, zeigen deutlich, dass der Wohnungsmarkt für viele Menschen ein zentrales politisches Thema ist. Die Stadt Osnabrück muss sich für bedingungsloses Wohnen einsetzen, statt die Profitinteressen von Immobilienkonzernen zu bedienen. Unsere Befragung zeigt: Die Menschen leiden unter einer Politik, die Sicherheit als Vorwand nutzt, um Arme zu schikanieren. Das ist inakzeptabel. Wir fordern die Stadtpolitik auf, Wohnraum als Menschenrecht zu behandeln, nicht als Handelsware.“

Kontakt: kontakt@osnabrueckfueralle.de

spot_img
Juni 2026spot_img
6.9.2026spot_img
Juli/August 2026spot_img
Oktober 2023spot_img
Oktober 2025spot_img
6.9.2026spot_img
August 2024spot_img
Juni 2025spot_img
2015spot_img
November 2020spot_img
August 2024spot_img
erscheint Oktober 2026spot_img