Das Neue Testament als jüdische Schrift gelesen

Vortrag an der Universität Osnabrück

Wie lässt sich das Neue Testament in seinem ursprünglichen jüdischen Kontext verstehen? Dieser Frage widmet sich der Judaist und Theologe Christian Rutishauser SJ am Montag, 8. Juni 2026, in einem öffentlichen Vortrag an der Universität Osnabrück.

Die Universität lädt gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V. zu der Veranstaltung „Das Neue Testament als jüdische Schrift gelesen“ ein. Beginn ist um 18 Uhr in der Schlossaula der Universität Osnabrück. Der Eintritt ist frei, der Zugang barrierefrei.

Christian Rutishauser SJ ist Professor für Judaistik und Theologie sowie Leiter des Instituts für Jüdisch-Christliche Forschung an der Universität Luzern. In seinem Vortrag greift er eine zentrale Frage des christlich-jüdischen Dialogs auf: Welche Bedeutung hat eine historisch-kontextuelle Lektüre des Neuen Testaments für das Verständnis jüdisch-christlicher Beziehungen heute?

Rutishauser plädiert dafür, die neutestamentlichen Schriften als jüdisch-messianische Texte ihrer Zeit zu lesen. Sie seien Ausdruck innerjüdischer Auseinandersetzungen und erst durch ihre spätere Kanonisierung zu christlichen Schriften geworden. Antijudaistische Lesarten dürften daher nicht rückwirkend in die Texte hineingetragen werden. Der Vortrag beleuchtet zugleich, welche Bedeutung diese Perspektive für die Prävention religiös begründeten Antisemitismus haben kann.

Für sein wissenschaftliches Werk und sein langjähriges Engagement im christlich-jüdischen Dialog wurde Christian Rutishauser im März 2026 mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet.

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