»Ich wollte einmal etwas Neues ausprobieren …«

23. Oktober: Osnabrücker Schriftstellerin Maria Braig gastiert in der Literaturreihe „Die Lese-Rampe“

Mit zeitkritischen, teils in der Geschichte zurückblendenden Romanen hat sich die Osnabrücker Schriftstellerin Maria Braig überregional einen Namen machen können. Einladungen zu Lesungen erhält sie aus der gesamten Republik. Wiederkehrende Themen sind die Begegnungen unterschiedlicher Kulturen, Erwachsenwerden, Liebe und Partnerschaft unter schwierigen gesellschaftlichen und familiären Bedingungen. Mit „Ein Schleuser kommt niemals allein“ legt Maria Braig nun erstmals einen Kriminalroman vor, den sie am 23.10.2026 im Osnabrücker „Unikeller“ vorstellen wird. Der Verfasser, Initiator der Literaturreihe „Die Lese-Rampe“, stellte der Autorin einige Fragen zu ihrer jüngsten Veröffentlichung.


Viele deiner Bücher sind spannend geschrieben, aber in deinem OEuvre ist „Ein Schleuser kommt selten allein” der erste Roman, der als klassischer Krimi angelegt ist. Was hat dich bewogen oder gereizt, dich mit diesem Genre zu beschäftigen?

Ich wollte einmal etwas Neues ausprobieren. Auf einen meiner Romane erhielt ich einmal die Reaktion: „Das ist ja gegen Ende fast ein Kriminalroman.“ Warum also nicht einfach mal versuchen, von Beginn an eine Geschichte als Krimi zu schreiben? Ein Thema, das mir wichtig ist, auf eine Art verpacken, die nicht gleich den Verdacht erregt, zu tiefgängig zu sein. Wohlgemerkt „versuchen“, denn ich war mir gar nicht sicher, ob ich das kann.


Die Handlung spielt in Sachsen an der Grenze. Warst du vor Ort, hast du die Schauplätze recherchiert?

Mein Buch ist kein Regionalkrimi im eigentlichen Sinne. Dass die Geschichte ausgerechnet in der Sächsischen Schweiz angelegt ist, ist realen Geschehnissen aus der Jetztzeit und Verflechtungen mit der ehemaligen DDR geschuldet. Deshalb war die geografische Recherche kein Schwerpunkt und ist eher oberflächlich geblieben. Allerdings war ich schon einige Male in Verbindung mit Lesungen aus meinen Romanen in dieser Region. Eine schöne Gegend. Das fließt da natürlich mit ein.


Es gab sicher noch mehr zu recherchieren …?

Meine eigentlichen und umfänglichen Recherchen betreffen die Geschehnisse an der deutsch-tschechischen und deutsch-polnischen Grenze, was die sogenannte Bekämpfung des aktuellen Schleuserwesens angeht, Flucht, Fluchthilfe und Schleuserkriminalität oder -kriminalisierung allgemein und – der historische Teil – die innerdeutsche Fluchthilfe nach dem Mauerbau.


Könnte es Fortsetzungen geben, mit Hannes Kobler als wiederkehrender Hauptfigur?

Mein Buch ist zunächst einmal nicht auf eine Fortsetzung angelegt. Aber wer weiß schon, was die Zukunft bringt. Letztendlich hängt das auch ein wenig davon ab, wie die Geschichte und die Hauptfiguren bei den Lesenden ankommen. Wenn der Ruf nach Hannes Kobler und Sophie laut genug wird, kann sich durchaus etwas ergeben.


Veranstaltungsdaten. „Die Lese-Rampe“ präsentiert:

  • Maria Braig liest aus ihrem Kriminalroman „Ein Schleuser kommt niemals allein“
  • Termin: 23.10.2026
  • Beginn: 20 Uhr
  • Ort: Unikeller, Neuer Graben 29, Osnabrück (Schlossgewölbe)
  • Eintritt: frei (um Spenden wird gebeten)
  • Reservierungen (empfohlen): lese-rampe@gmx.de
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