OR interviewte die Aktiven
Die Aktion NOZ-kritisch (ANK) hat sich mittlerweile auch in der OR wiederholt zu Wort gemeldet. Nach einem ersten Gedankenaustausch im Grünen Jäger, einer großen Runde im Spitzboden der Lagerhalle und weiteren Verlautbarungen gibt es nun auch einen Internet-Auftritt, der für Meinungsvielfalt wirbt.
Für die OR durfte ich ein Interview mit den Initiatorinnen und Initiatoren der Gruppe führen. Vertreten war die Initiative durch Stefan und Annette Rümmele sowie Christoph Schnare.
OR: Eure Initiative Aktion NOZ-kritisch ANK ist seit kurzem online zu finden, mit eurer eigene Internetseite: www.noz-kritisch.de. Welche Ziele verfolgt ihr damit und was versprecht ihr euch davon?
Stefan: Mit unserer Website zielen wir auf einen größeren Bekanntheitsgrad unserer Initiative. Inhaltlich wollen wir die Öffentlichkeit über die bedenkliche Entwicklung bei der NOZ informieren und der wachsenden Kritik am Populismus dieser Zeitung eine Stimme geben.
Darüber hinaus bieten wir die Möglichkeit für Interessierte, uns als ANK über die E-Mail-Adresse info@noz-kritisch.de direkt erreichen zu können. Wir arbeiten derzeit an einer regionalen Vernetzung der zahlreichen NOZ-KritikerInnen aus ganz Norddeutschland, die sich genau wie wir an den populistischen Inhalten im Mantelteil dieser Zeitung stören.
Ihr steht noch ziemlich am Anfang eures Engagements. Habt ihr schon nennenswerte Erfolge vorzuweisen?
Annette: Wir freuen uns über die gute Medienresonanz nach unseren ersten Treffen, nachzulesen auf unserer ANK-Website. Auch über den wachsenden Zuspruch zu unseren öffentlichen Veranstaltungen freuen wir uns sehr. Bei unserem zweiten Treffen in der Lagerhalle im Februar hatte sich die Teilnehmerzahl im Vergleich zum ersten Treffen im November schon mehr als verdoppelt.
Dadurch fühlen wir uns ermutigt, auch weiterhin die kritischen Bezieher der aktuellen NOZ-Produkte anzusprechen und ihnen mit der ANK ein Forum anzubieten, mit dessen Hilfe sie ihre Kritik sichtbar machen können. Nach der Abschaffung der offenen digitalen Kommentarfunktion bei der NOZ selbst halten wir das auch für dringend geboten.
Trotzdem gleicht euer Bemühen eher einem Kampf David gegen Goliath: Die große wohlhabende NOZ expandiert immer weiter, und ihr seid ein vergleichsweise überschaubares Grüppchen aktiver Bürgerinnen und Bürger.
Christoph: Auf den ersten Eindruck ist das wohl so. Die NOZ kann mit jeder Ausgabe ihre fragwürdige Geschäfts- und Medienpolitik betreiben, wir dagegen müssen auf Wegen dagegenhalten, in die wir uns häufig erst einmal einarbeiten müssen. Doch unser Motto lautet: Wir sind viele… und werden immer mehr!
Aus den Rückmeldungen wissen wir, dass es bereits zahlreiche Interessierte nicht nur aus dem Osnabrücker Raum, sondern auch aus dem weiteren NOZ-Verbreitungsgebiet gibt, die unsere kritische Haltung teilen. Diese möchten wir ermutigen und miteinander vernetzen, um der Kritik am populistischen Kurs der NOZ Gehör zu verschaffen.
Wie sieht für euch die ideale Tageszeitung aus?
Annette: Informativ, aktuell, innovativ, liberal, faktenbasiert und von einer breiten Meinungsvielfalt geprägt, die aber aus demokratischer Verantwortung und anders als die NOZ bewusst darauf verzichtet, auch populistischen und demokratiefeindlichen Positionen eine Bühne zu bieten.
Wie weit ist die heutige NOZ davon aus eurer Sicht entfernt?
Stefan: Meilenweit. Es vergeht ja praktisch kein Tag, an dem du nicht fragwürdige Meinungsmache in dieser Zeitung findest. Behauptungen ohne Belege, reißerische Headlines, die den Inhalt des Artikels nur unzulänglich oder falsch wiedergeben, zweifelhafte Bildauswahl, verzerrendes Framing und AfD-nahe Darstellungen – um nur einige Beispiele zu nennen.
Da drängt sich die Frage auf, warum gehört ihr überhaupt noch zum Lesekreis?
Christoph: Das ist eine gute Frage. Natürlich hatten wir alle schon einmal den Impuls: Jetzt reicht es mir, ich kündige! Und wir verstehen auch jede und jeden, der diesen Schritt bereits gegangen ist. Die NOZ ist teuer und jeder Abonnent oder jede Abonnentin, die aus begründeter inhaltlicher Kritik heraus gekündigt hat, drückt damit ihren ganz persönlichen Protest aus. Wer sich politisch umfassend informieren will, der findet heute ja auch leicht gute Alternativen jenseits der NOZ.
Doch auf der anderen Seite möchten wir eben auch weiterhin über die lokalen Tagesereignisse in unserer Stadt und Region informiert werden. und da hat die NOZ eben eine Art Alleinstellungsmerkmal. Unsere Kritik richtet sich ja auch nicht gegen den Lokalteil oder den Sportteil dieser Zeitung, sondern in erster Linie gegen den politischen Mantelteil mit all den fragwürdigen Kommentaren des Chefredakteures und seines Chefs vom Dienst. Diesen Leuten wollen wir auf die Finger schauen und ihnen mit guten Argumenten widersprechen.
Deshalb analysieren wir die Meinungsbeiträge der NOZ ganz genau und haben uns dazu auch mit dem sehr lesenswerten NOZ-Blog von Timm Reichl vernetzt. Er macht sich nahezu täglich die Mühe, die Zeitung an ihren eigenen Ansprüchen zu messen und die häufigen Verstöße dagegen sichtbar zu machen. Wenn wir auf diese Weise auch andere Menschen dazu bewegen können, die Meinungsbeiträge in der NOZ mit offenen und kritischen Augen zu lesen und den immer wiederkehrenden populistischen Narrativen darin nicht auf den Leim zu gehen, haben wir schon eine Menge erreicht!
Vielen Dank für das Gespräch, ihr drei!












