Heute vor 203 Jahren wurde Friedrich Engels geboren …

„Wie passen Leute wie wir, die offizielle Stellungen fliehen wie die Pest, in eine ›Partei‹? Was soll uns, die wir auf die Popularität spucken, die wir an uns selbst irre werden, wenn wir populär werden, eine ›Partei‹ nützen, d. h. eine Bande von Eseln, die auf uns schwört, weil sie uns für ihresgleichen hält? Wahrhaftig, es ist kein Verlust, wenn wir nicht mehr als Vertreter der bornierten Hunde gelten, mit denen uns die letzten Jahre zusammengeworfen hatten.“ (an Marx 1851)

„Sei endlich einmal etwas weniger gewissenhaft. Deinen eignen Sachen gegenüber; es [das „Kapital“] ist immer noch viel zu gut für das Lausepublikum. Dass das Ding geschrieben wird und erscheint, ist die Hauptsache; die Schwächen, die Dir auffallen, finden die Esel doch nicht heraus.“ (an Marx 1860)

„Wir machen immer die famosesten Sachen, aber wir sorgen stets dafür, daß sie nie zur rechten Zeit kommen, und so fallen sie alle ins Wasser.“ (an Jenny Marx 1860)

„[Karl] Siebel hat ein Porträt seiner Braut hergeschickt, sehr schön, Marie Antoinette mit ganz geringer Hinneigung zur keuschen Eugénie, dabei aber sehr männlich – she will wear the breeches. Er wird sich noch über das „vernünftige Wesen“ wundern. Madame la baronnels, ihre Mutter, war eine Putzmacherin – Ladengehülfin in Düsseldorf und soll noch sehr häufig im Biergarten von Küpper nachmittags ihre 3-4 Seidel vertilgen.“ (an Marx 1861)

„Unsre alten Feinde entgehn ihrem verdienten Schicksale nicht. Der Redakteur en chef des selig verblichnen „Straßburger Correspondenten“ war nach der „Augsburger „A[llgemeinen] Z[eitung]“ „ein gewisser Herr Wolfers aus Köln“ – kannst Du das nicht dem Biscamp stecken lassen, daß er es der Augsburger „A.Z.“ mitteilt, auch daß der Kerl kein Rheinländer, sondern ein Lausebelgier ist? Schwanbeck [ist] am Delirium tremens krepiert, Ehren-Brüggemann verschollen und vergessen, und Wolfers offen im bonap[artistischen] Sold – was verlangst Du mehr?“ (an Marx 1861)

„[Karl Eduard Goldmann] hat ein neues Opus losgelassen: „Europa’s Cabinette und Allianzen“. Die Russen haben sich da auch einen prachtvollen Esel gekauft. So was Dummes und Konfuses ist mir noch nie vorgekommen. Wo der Kerl über Völkerrecht theoretisiert, ist er gottvoll, er stellt 3-4 verschiedne Theorien auf, die sich gegenseitig ins Gesicht schlagen. Dazu Christentum à outrance, und die Schmeichelei gegen alles Russische so faustdick aufgetragen, daß man laut lachen muß über das Geld, das die Russen an den fortgeschmissen haben. […] 300 Seiten des ödesten Gewäsches breitgetreten wie ein alter Kuhschiß. Wenn Du das Ding haben willst, schick‘ ich’s Dir.“ (an Marx 1862)

„Falls wir nicht die Kunst erfinden, Gold zu scheißen, wird schwerlich etwas anderes übrigbleiben, als dass Du auf die eine oder die andre Weise etwas aus Deinen Verwandten herausschlägst.“ (an Marx 1862)

Judith Kessler
Judith Kessler
Judith Kessler ist Sozialwissenschaftlerin, Redakteurin und Autorin mit den Schwerpunkten jüdische Migration, Gegenwartskultur und Biografieforschung.
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