Eine neue Realsatire von Heiko Pohlmann …
Annette Niermann 2021: 43,91 Prozent. Volker Bajus 2026: 43,05 Prozent. Unterschied: sagenhafte 0,86 Prozentpunkte. Für normale Menschen sind das nahezu identische Ergebnisse, für Heiko Pohlmann offenbar der Stoff, aus dem kläglich scheiternde Demütigungen gemacht werden.
Denn kaum hatte Bajus die HASEPOST auf Instagram als „rechte #Hasspost“ bezeichnet, erklärte Pohlmann ihn am Tag der Stichwahl für das Oberbürgermeisteramt als „ungeeignet“. Nach Bajus’ Niederlage folgte prompt der Nachschlag: Er habe sogar schlechter abgeschnitten als Annette Niermann fünf Jahre zuvor.
Das klingt mittlerweile nur noch nach Schulhof in der großen Pause: „Du hast mich Hasspost genannt? Na warte, du hast aber 0,86 Prozentpunkte weniger als die, die, die andere da …!“ Das ist ungefähr die argumentative Flughöhe eines Kindes, das nach verlorenem Wortgefecht noch cholerisch ruft: „Du bist doof! Und deine Mutter fährt einen Opel!“ Nur dass hier kein Pausenhofkind mit klebrigem Eis in der Hand steht, sondern ein Herausgeber vor einer Tastatur. Statt „Du bist doof!“ gibt es eben Statistik als Retourkutsche.
Dabei lag der entscheidende Unterschied zu 2021 auf der Hand: Katharina Pötter war inzwischen seit fast fünf Jahren Oberbürgermeisterin, verfügte über Amtsbonus und eine solide öffentliche Bilanz. Man musste ihre Politik nicht mögen, um anzuerkennen, dass sie Osnabrück professionell repräsentiert hatte. Der Niermann-Vergleich hinkt also schon im Ansatz.
Dass Pohlmann für schiefe, völlig zusammenhanglose Vergleiche ein gewisses Talent besitzt, durfte ich kürzlich selbst erleben. Im IGELPOST-Extrablatt über einen „unbeschreiblichen Skandal“ setzte er eine Nichteinladung zu unserem privaten Heimatabend mit meiner Nichtzulassung zur VfL-Präsidentenwahl in Beziehung.
Gestern hatte ich deshalb in der IGELPOST über Pohlmann als Retter der Meinungsfreiheit gefragt: Was kann eigentlich Pohlmann? Heute habe ich die Antwort: Er kann aus einer Differenz hinterm Komma ein kleines Erdbeben und aus einer schiefen Analogie eine sensationelle Beweisführung machen.
Wenn die Wirklichkeit nicht zur Überschrift passt, wird eben so lange daran herumgerechnet, bis wenigstens der beleidigte Unterton stimmt. Und wenn vorher jemand „Hasspost“ gesagt hat, verwandelt sich Journalismus zur großen Pause mit Taschenrechner.
„Ätschmann! Bätschmann!“, mehr Analyse braucht der Schulhof nicht.












