„OMAS GEGEN RECHTS“ erinnerten mit Rosen und Peace-Zeichen
Mit Rosen und einem Peace-Zeichen erinnerten die Osnabrücker „OMAS GEGEN RECHTS“ am Dienstagabend an den Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkrieg mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939. Unterstützt wurden sie in diesem Jahr vom DGB, der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“ (VVN-BdA). und dem Kurdischen Kulturverein. Der Antikriegstag wurde 1957 von Gewerkschaften und Friedensinitiativen ins Leben gerufen.
Das Motto „Nie wieder Krieg, nie wieder Wehrpflicht und nie wieder Aufrüstung“ sei noch immer aktuell, betonte die Vertreterin des VVN in ihrer Rede, und forderte auch zum Widerstand gegen die aktuelle Entwicklung nach rechts auf. Sie betonte, dass Frieden und soziale Gerechtigkeit unabdingbar zusammengehören.
Auch DGB-Gewerkschaftssekretär Jan Hörnschemeyer wiederholte das traditionelle Motto „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“, das in einer Zeit, wo man eine zunehmende Verrohung von Sprache und Gesellschaft erlebe, immer noch aktuell sei. Der Westfälische Friede habe gezeigt, dass Menschen selbst nach den schlimmsten Kriegen wieder miteinander reden könnten. Dieses Erbe der Friedensstadt gehöre nicht ins Museum, sondern in den Alltag, auf die Straße, in die Betriebe, die Schulen und Parlamente.

Eine Demokratie müsse sich schützen können. Sicherheit bedeute aber mehr als Militär. Soziale Sicherheit sorge für eine starke und widerständige Gesellschaft. Darum brauche man eine Gesellschaft, in der Menschen von ihrer Arbeit leben könnten, in der Bildung und das Gesundheitswesen funktionierten und in der niemand Angst vor Armut haben müsse. Aufrüstung dürfe nicht dazu führen, dass bei den Dingen gespart werde, die unsere Gesellschaft zusammenhalten.
Hörnschemeyer betonte, Frieden beginne nicht an der Grenze, sondern im Alltag. Menschen dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Der Gewerkschaftssekretär warnte davor, Schwächere zu Sündenböcken zu machen. Menschrechte gälten für alle Menschen. Man müsse wachsam bleiben und die Demokratie gegen Nationalismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit verteidigen.
Hartmut Böhm erinnerte für den VVN-BdA an die Millionen von Toten von den Kolonialkriegen in Asien und Afrika über den Ersten Weltkrieg mit 17 Millionen zum Zweiten Weltkrieg mit 55 Millionen Toten. Während unzählige Menschen verkrüppelt zurückblieben und unzählige Lebensläufe ruiniert wurden, seien die Kriegsherren jeweils desertiert, statt sich einem internationalen Strafgericht zu stellen: Kaiser Wilhelm II in die Niederlande, Adolf Hitler durch Suizid. Erneut werde die allgemeine Wehrplicht eingeführt, weil ein drohender Angriffskrieg behauptet werde. Das sei eine Neuauflage der Lügen von 1914 und 1939. Tatsächlich sei deutsches Territorium seit 220 Jahren nicht mehr von einem Angriffskrieg betroffen worden. Statt „Rüstungswahn und Kriegstüchtigkeit“ forderte er Diplomatie und Friedensfähigkeit in allen internationalen Konflikten.
Heike Tennstädt von den „OMAS“ wies in ihrer Rede darauf hin, dass die Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten und die kriegerischen Überfälle auf andere Nationen zu dem Aufruf zum „Nie wieder!“ geführt hätten. Die vielen aktuellen Krisen beträfen am meisten die sozial Schwächsten. Sie fragte, wie man der Angst der Enkel begegnen könne, die gerade erlebten, wie kriminelle Machthaber die Welt regierten und Hass und Hetze säten. Vor der Tafel mit den 161 Namen von ermordeten jüdischen OsnabrückerInnen erinnerte sie daran, dass rechte Kräfte versuchten, die Geschichte der NS-Zeit umzudeuten und zu bagatellisieren. Es sei wichtig, demokratische Werte zu schützen und sie den Menschen, die zu uns kommen, zu vermitteln. Abschließend rief sie dazu auf, wehrhaft antifaschistisch zu sein.
Im Anschluss konnten die etwas 100 TeilnehmerInnen Rosen auf einem von den „OMAS“ arrangierten Peace-Zeichen niederlegen. Das Symbol wurde 1958 in Großbritannien als Symbol für die britische Atomwaffen-Abrüstungsbewegung (Campaign for Nuclear Disarmament, kurz CND) erfunden.
Die von der „Pottblume“ großzügig gespendeten Rosen hätten auch noch für einige Ratsmitglieder gereicht. Doch von der Politik, die sich im Rat bis auf die Linken im Interesse der Erhaltung von Arbeitsplätzen offen gegenüber einer Umstellung des VW-Werks im Fledder auf Rüstungsproduktion gezeigt hat, ließ sich bei der Veranstaltung niemand sehen.
Hinter dem Peace-Zeichen war an der Stadtwaage die Tafel zur Erinnerung für 54 im Konzentrationslager ermordete Osnabrücker Sinti zu sehen, an deren Deportation nach Auschwitz 1943 in der Ausstellung „Aus Niedersachsen nach Auschwitz“ in der Volkshochschule erinnert wird, die am Dienstag eröffnet wurde. Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober zu sehen.















