Digitale Woche gestartet: Wie Technologie Alltag und Wirtschaft verändert

„Offline, online, hybrid“

Am Montag startete die sechste Ausgabe der Digitalen Woche. Unter dem Leitthema „Offline, online, hybrid“ eröffnete das Team von Smart City und der Stadt Osnabrück das mehrtägige Programm. Zentrale Anlaufstelle der Auftaktveranstaltungen bildete das Soziokulturelle Zentrum der Lagerhalle.

An insgesamt 25 Standorten im Stadtgebiet werden Besucherinnen und Besucher im Rahmen von rund 100 Einzelveranstaltungen praktische Einblicke in die fortschreitende Digitalisierung erhalten. Die Formate reichen von interaktiven Workshops bis hin zu Fachvorträgen, die verdeutlichen sollen, wie stark digitale Anwendungen das tägliche Leben, die regionale Wirtschaft und das gesellschaftliche Miteinander beeinflussen. Schirmherrin und Oberbürgermeisterin Katharina Pötter unterstrich in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung der Digitalisierung, die sämtliche Lebensbereiche wie Unternehmen, Schulen, Wissenschaft, Verwaltung und Gesundheitswesen betreffe. Sie wies darauf hin, dass die Digitale Woche als Plattform diene, um Menschen zusammenzubringen, die den digitalen Wandel gestalten, erforschen oder kritisch hinterfragen.

Besondere Aufmerksamkeit widmete Pötter der rasanten Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und betonte, dass der weltweite Einsatz generativer KI innerhalb von drei Jahren eine Nutzungsrate erreicht habe, für die Computer und Internet erheblich länger benötigten. Sie formulierte dabei zentrale gesellschaftliche und politische Fragen nach der Verantwortung von Algorithmen, dem Datenschutz, der Erkennbarkeit KI-generierter Inhalte im Kontext des europäischen AI-Acts sowie der Notwendigkeit digitaler Teilhabe für alle Altersgruppen. Gleichzeitig plädierte sie für ein eigenständiges pragmatisches Handeln der Kommunen und verwies auf das Osnabrücker Modell, das gezielt Unternehmen, Hochschulen und Bürger einbinde, anstatt abzuwarten.

Unternehmerin, Autorin und Kolumnistin Aya Jaff stellte auch interessante Zahlen zur Debatte. Foto: Toni Theilmeier

Den inhaltlichen Hauptimpuls des Eröffnungsabends gestaltete die Unternehmerin, Autorin und Kolumnistin Aya Jaff. Sie verknüpfte in einer Präsentation den historischen Kontext des Osnabrücker Handschlags von 1648 mit aktuellen Fragen der digitalen Souveränität. Basierend auf ihren persönlichen Erfahrungen in der US-amerikanischen Tech-Branche und im Silicon Valley zeichnete Jaff ein kritisches Bild von marktbeherrschenden Monopolstrukturen und der Machtkonzentration bei einigen wenigen Großkonzernen. Sie erläuterte das Phänomen der wirtschaftlichen und finanziellen Abhängigkeit durch sogenannten Vendor-Lock-in, beispielsweise bei Softwarelizenzen in öffentlichen Verwaltungen, und veranschaulichte die Risiken einer einseitigen technologischen Importabhängigkeit Europas von den USA.

In ihrem Vortrag hob sie hervor, dass technologische Souveränität eine Grundvoraussetzung für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sei, und plädierte für den Einsatz von Open-Source-Lösungen, regionalen Rechenzentren sowie dem Konzept eines europäischen Technologie-Ökosystems („Eurostack“), um die Kontrolle über kritische digitale Infrastrukturen zurückzugewinnen. Positiv erwähnte sie zudem kommunale Ansätze wie die städtische App in Osnabrück sowie gebündelte Förderinitiativen für eine nachhaltige Stadtentwicklung.

Die sechste Ausgabe der Veranstaltungsreihe reiht sich in die langfristige Digitalisierungsstrategie der Stadt ein. Das Format dient als Plattform, um den Austausch zwischen Kommunalverwaltung, lokalen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und der Bevölkerung zu intensivieren. Durch die Verknüpfung von Präsenzangeboten vor Ort mit digitalen Zugängen verfolgen die Organisatoren das Ziel, Hemmschwellen beim Umgang mit neuen Technologien abzubauen und praxistaugliche Lösungsansätze für regionale Herausforderungen aufzuzeigen. Weitere Bilder von Toni Theilmeier finden sie wie immer in seinem Blog.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger finden die vollständige Programmübersicht der Tagesevents sowie Möglichkeiten zur Anmeldung für die weiteren Veranstaltungstage online unter https://digitalewoche-osnabrueck.de/programm/.

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