Frieden und Demokratie im Fokus

Bürgermeisterin empfängt Schülergruppe aus Costa Rica im Friedenssaal

In einem feierlichen Akt begrüßte Bürgermeisterin Birgit Strangmann am 12. Mai eine 20-köpfige Schülergruppe aus Costa Rica im historischen Friedenssaal des Rathauses. Die Begegnung markierte den offiziellen Auftakt eines zweiwöchigen Austauschprojekts der Gesamtschule Schinkel und der IGS Melle, das sich schwerpunktmäßig mit dem Erhalt demokratischer Werte und der Förderung internationaler Friedenskultur befasste.


Dialog als Erbe des Westfälischen Friedens

Der Ort des Empfangs hätte symbolträchtiger kaum sein können. Inmitten der Porträts der 42 Gesandten, die 1648 den Dreißigjährigen Krieg beendeten, zog Strangmann Parallelen zwischen der historischen Verhandlungsleistung und den heutigen Herausforderungen. Sie betonte, dass Frieden kein einfacher Erfolg, sondern „das Ergebnis von Dialog, Geduld und der Bereitschaft, andere Perspektiven anzuwenden“ sei.

Die Bürgermeisterin hob hervor, dass Osnabrück die Idee des Westfälischen Friedens nicht nur als bloße Erinnerung verstehe, sondern als aktiven Auftrag für die Gegenwart. „Frieden zu kreieren, ist ein Prozess, der manchmal schmerzhaft und kompliziert ist“, erklärte Strangmann vor den Jugendlichen. In einer Zeit, in der demokratische Werte weltweit unter Druck gerieten, sei der Austausch über Ländergrenzen hinweg essenziell.

Im Anschluss hatten die Schülerinnen und Schüler aus Costa Rica die Möglichkeit, Fragen an die Bürgermeisterin zu stellen. Im Kern drehten sich die Fragen unter anderem um kommunalpolitische Themen wie die anstehende Wahl, die Voraussetzungen, selbst anzutreten und die Wahlbeteiligung der letzten Wahlen.

Persönliche Bindungen als Schutzschild gegen Konflikte

An dem Projekt beteiligten sich insgesamt 20 costaricanische Gäste sowie 20 deutsche Schüler des 11. Jahrgangs. Die Jugendlichen aus Mittelamerika, die bereits am vergangenen Freitag in der Region eintrafen, sind in Gastfamilien in Osnabrück und Melle untergebracht. Das Programm ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen den beiden niedersächsischen Schulen und den an die Universidad Nacional (Nationale Universität) angegliederten Colegios Humanísticos in Costa Rica. Für die Bürgermeisterin stand bei dem Treffen besonders die zwischenmenschliche Ebene im Vordergrund:

„Das Offizielle, die Verträge, können brechen, aber die persönlichen Verbindungen können sich nicht so leicht auflösen.”
Bürgermeisterin Birgit Strangmann

Durch das Leben in den Familien und die gemeinsame Arbeit an den Themen Frieden und Demokratie sollten Vorurteile abgebaut und gemeinsame Perspektiven für eine global vernetzte Welt erarbeitet werden.

Hintergrund: Ein Programm zwischen Tradition und Moderne

Der Besuch im Rathaus bildete in diesem Prozess lediglich eine Station des umfangreichen Programms. In den kommenden zwei Wochen stehen neben Freizeitaktivitäten auch bildungspolitische Exkursionen an. Ein Zentraler Punkt wird die Fahrt zum Reichstag und zu der Bundeszentrale für politische Bildung nach Berlin sein, bei dem die Demokratiebildung im Zentrum steht. Zudem werden die Schülervertretung und das Jugendparlament als wichtige Partizipationsmöglichkeiten für Jugendliche kennengelernt.

Unterstützt wurde die Organisation des Empfangs maßgeblich durch das städtische Büro für Friedenskultur. Neben der Bürgermeisterin ergriffen Dr. Gunnar Nilsson und Rodrigo Sánchez Renderos stellvertretend für die begleitenden Lehrkräfte das Wort. Sie unterstrichen die Bedeutung des internationalen UNESCO-Projekts sowie der akademischen und schulischen Zusammenarbeit in Kooperation mit politischen Entscheidungsträgern.

Die Schülergruppe aus Melle und Osnabrück hatte bereits im März dieses Jahres den Gegenbesuch in Costa Rica absolviert, und auf diese Weise das einzige lateinamerikanische Land mit einer ebenso langen Demokratiegeschichte wie Deutschland (seit 1948) sowie einem starken Bildungs- und Gesundheitssystems bei tropischem Klima persönlich kennengelernt, wodurch das aktuelle Treffen in Deutschland den Kreis einer gewachsenen Bildungspartnerschaft schloss.

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