Telefonseelsorge und Young Volunteers teilen sich die Auszeichnung
Letzten Donnerstag wurde zum fünften Mal der Osnabrückpreis für bürgerschaftliches Engagement verliehen. In den Räumlichkeiten der Sparkassen-Hauptstelle am Berliner Platz teilten sich der Förderverein Telefonseelsorge der Diakonie und das Jugendprojekt „Young Volunteers“ der Caritas die mit insgesamt 5.000 Euro dotierte Auszeichnung.
Die festliche Verleihung des im zweijährigen Turnus vergebenen Preises fand vor zahlreichen Gästen in der Hauptstelle der Sparkasse Osnabrück statt. Eine unabhängige Jury wählte die beiden Preisträger aus einer Shortlist von insgesamt 20 eingegangenen Vorschlägen aus. Die gemeinsame Vergabe würdigte zwei unterschiedliche Facetten des Ehrenamts, die von der generationenübergreifenden Krisenbewältigung bis zur gezielten Förderung jugendlichen Engagements reichten. Organisiert und getragen wurde die Veranstaltung gemeinschaftlich durch das Freiwilligenbüro der Stadt Osnabrück, die Sparkasse Osnabrück sowie die Stiftung Osnabrücker Club.
Den musikalischen und kulturellen Auftakt der Festveranstaltung gestaltete die Klasse 4b der Grundschule Dodesheide. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten eine moderne Rap-Interpretation des klassischen Gedichts von Theodor Fontane „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ und untermalten ihren Vortrag mit selbstgemalten Bildern. Im Anschluss übernahm Fabian Winkler, Vorstandsmitglied der Sparkasse Osnabrück, das Wort und hieß die Anwesenden im Hause des Kreditinstituts willkommen. In seiner Ansprache hob Winkler die fundamentale Bedeutung des Ehrenamts für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Region hervor und betonte die Kontinuität der Förderung durch die beteiligten Institutionen.
Oberbürgermeisterin Katharina Pötter würdigte in ihrem anschließenden Grußwort die hohe Qualität der eingereichten Bewerbungen. Sie stellte heraus, dass die Vielfalt der nominierten Projekte das lebendige Fundament der Osnabrücker Stadtgesellschaft abbildet. Die Entscheidung der Jury, den Preis in diesem Jahr zu teilen, reflektiere die Gleichwertigkeit des herausragenden Einsatzes beider Organisationen. Pötter dankte allen Beteiligten für die Ausdauer und das Herzblut, mit dem die Initiativen auch in herausfordernden Zeiten getragen würden.
Ein Teil der Auszeichnung ging an den Förderverein Telefonseelsorge der Diakonie. Aktuell engagieren sich in dieser Einrichtung 80 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Betroffenen in seelischen Notlagen rund um die Uhr als anonyme Gesprächspartner zur Verfügung stehen. Gabriele Link nahm als erstes Vorsitzende des Fördervereins den Preis entgegen und drückte in ihrer Dankesrede die tiefe Anerkennung für das gesamte Team aus. Sie betonte, dass diese Auszeichnung eine wertvolle Bestätigung für die oft im Verborgenen geleistete Arbeit der Telefonseelsorge darstelle. Im direkten Anschluss stellte Brigitte Markmeyer, die zweite Vorsitzende des Fördervereins Telefonseelsorge, ein neues, zukunftsweisendes Projekt der Initiative vor, welches durch das Preisgeld eine zusätzliche Anschubfinanzierung erfährt.
Die zweite Hälfte des Preisgeldes ging an das Caritas-Projekt „Young Volunteers“. Diese Initiative widmet sich der gezielten Qualifizierung junger Menschen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren, um diese erfolgreich in ehrenamtlichen Aktionen und langfristigen gesellschaftlichen Aufgaben zu vermitteln. Zum Abschluss der Veranstaltung sorgte der Abseits-Chor mit zwei bewegenden Musikstücken für einen emotionalen und würdevollen Ausklang des Festaktes.
Hintergrund: Ein Jahrzehnt ehrenamtliche Exzellenz
Der Osnabrückpreis für bürgerschaftliches Engagement blickt mittlerweile auf eine zehnjährige Tradition zurück und hat sich fest im regionalen Kultur- und Sozialleben etabliert. Im Jahr 2016 ging die Auszeichnung an die Initiative „Wir in Atter“, gefolgt vom Förderverein der Schule in der Dodesheide im Jahr 2018. Nach einer pandemiebedingten Verschiebung wurde im Jahr 2022 die Osnabrücker Tafel geehrt. Zuletzt erhielt im Jahr 2024 das Projekt „Nachbarschaft im Backsteinviertel“ (NIBS) den begehrten Preis. Die kontinuierliche Vergabe verdeutlicht die Bandbreite des regionalen Engagements, das von nachbarschaftlicher Selbsthilfe über schulische Förderung bis hin zu zentralen sozialen Hilfsangeboten reicht.











