Country-für-Demokratie-Festival am 18. September im Innenhof der Gertrudenkirche
Als Kid Rock im Februar prominente Country-Bands und -Musiker*innen für ein gemeinsames Großkonzert anfragte, plante er eine Gegenveranstaltung zum popkulturellen Highlight des Jahres: die Halbzeitshow des Superbowl-Finales. Die NFA hatte nämlich mit Bad Bunny einen Salsa/Calypso-Musiker engagiert, der für die bedrängte Latino-Community in den USA eintritt und sich bei den Grammy-Awards einige Wochen zuvor kritisch zu Trump und seiner ICE-Politik äußerte. Das von Kid Rock initiierte Event sollte also als „patriotische“ Zustimmung für den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump funktionieren. Viele der der angefragten Künstler*innen wollten sich jedoch nicht vor dem MAGA-Karren spannen lassen – einige aber schon.
Es ist kein Zufall, das vor allem Musiker*innen aus dem Country-Genre angesprochen wurden und nicht etwa aus den Bereichen Jazz, RnB, Hip Hop oder anderen ur-amerikanischen Genres. Gilt diese Musik doch als relativ offen für reaktionäre Weltbilder – klischeehaft repräsentiert im Bild des ressentimentgeladenen Rednecks. Dabei sind insbesondere Stile wie Country, Western, Bluegrass, Zydeko/Cajon u.a. Ergebnisse einer für die USA typischen kulturellen Vermischung und gegenseitigen Befruchtung.


In Osnabrück haben nun einige Künstler*innen aus der Country-Szene das Bedürfnis, sich klar gegen eine Vereinnahmung ihrer Musik durch rechtsextreme Bewegungen zu positionieren. Es gibt keine Grund für Misstrauen gegenüber Menschen, die sich in diesen US-amerikanischen Musikstilen verschrieben haben. In der Hasestadt gibt es wunderbare und überregional bekannte Bands und Künstler, wie Heinz Rebellius, die Peace Town Ramblers, Schmöttke, die Blossom Brothers, REDWOOD, Campfire Comrades, Desert Radio, Ostermaier u.a.. Diese Bands lieben die Musik aus den USA – aber damit nicht automatisch die derzeitige Politik, die von dort kommt.


Um ihr Anliegen zu verdeutlichen, haben diese Künstler*innen nun mit der Veranstaltungsreihe „Trude lädt ein“ ein Festival auf dem Gertrudenberg, bei der Gertrudenkirche organisiert. Bei diesem „Branchentreff“ findet sich das who-is-who der Szene ein und zeigt, was für eine Bandbreite an Stilen die Hasestadt hervorzubringen vermag. Also den Stetson rausgekramt und die Cowboystiefel poliert – und dann nichts wie hoch zum Gertrudenberg!
Trude lädt ein:
- Fr. 18. September 2026
- ab 16:30 Uhr Eintritt frei (Hutgeld)
- Gertrudenring 9a

















