Das letzte Heimspiel dieser Saison endet gegen den SSV Ulm schiedlich friedlich 1:1. Heute war das Rahmenprogamm der Sieger.
Nächste Woche geht es zum Saisonabschluss nach Großaspach gegen den VfB Stuttgart II antreten.
Unsere ohnehin umfangreiche VfL-Berichterstattung wird seit der Rückserie um ein weiteres Format ergänzt, und zwar um das „Vorspiel im Gästezimmer“ und das „Vorspiel im Wohnzimmer“.
Zur Information: Unsere Spielberichte werden wie ein Liveticker direkt am Laptop verfasst und gleich nach Schlusspfiff ohne Netz und doppelten Boden ins Internet gesetzt. Die Rubrik „Zahlen, Daten, Fakten“ wird, falls notwendig, mitunter erst einige Stunden nach dem Spiel vervollständigt, dasselbe gilt für Korrekturen von Tippfehlern.
Vor dem Spiel
Heute stehen etliche Reden, Ehrungen und Verabschiedungen vor dem Spiel an. Und schon der Einlauf bereitet selbst dem Autor dieser Zeilen etwas Gänsehaut: Die Ulmer Spieler stehen Spalier, die VfL-Mannschaft marschiert samt Kind und Kegel ein, als hätte die Kita Schinkel-Ost Betriebsausflug. Was für ein herrlicher Anblick.
Vor dem Anpfiff wird es an der Bremer Brücke noch einmal emotional: Gleich neun Akteure werden offiziell verabschiedet – Taschentücher also bitte griffbereit halten, notfalls tut es auch der Fanschal.
Während Robert Tesche und Bashkim Ajdini ihre Karrieren beenden, laufen die Leihen von Kania und Christensen aus. Ebenfalls verabschiedet werden Ihorst und Karademir sowie Remberg, den es nach Bocholt zieht, und Wiethaup, der künftig für den KSC aufläuft. Auch Kehl wird zunächst verabschiedet – wobei das letzte Wort hier offenbar noch nicht gesprochen ist: Gespräche über ein mögliches neues Engagement des Mittelfeldmanns laufen weiter. Ganz nach dem Motto: Abschied ja, aber vielleicht nur mit Rückfahrkarte.
So wundert also nicht die Aufstellung der Startelf, die alles andere als ein zweiter Aufguss ist: Man will heute das Heimspiel gewinnen:
Jonsson – Karademir, Müller, Wiemann – Ajdini, Wiethaup, Tesche, Christensen – Badjie, Meißner, Kehl
Das Spiel ist im Heimbereich natürlich ausverkauft und es werden 14.800 Zuschauer:innen erwartet, darunter etwa immerhin 300 Fans aus Ulm.

Beginn
Schiedsrichter Daniel Bartnitzki (30) aus Erfurt pfeift bei bewölktem Himmel und Temperaturen um die 18 Grad an.
Ulm hat Anstoß und spielt zunächst in Richtung Ostkurve, also alles so, wie es den VfL-Fans gefällt.
Ich werde mich heute auf das Wesentliche konzentrieren, da ich die 90+x Minuten auch entspannt genießen möchte und mir die Mannschaften dazu auch die Gelegenheit bieten, denn es gibt kaum Torchancen.
Nach einer Viertelstunde …
… ist das anders: Meißner behauptet auf der linken Seite den Ball und spielt einen perfekt getimeten Pass in den Strafraum, wo Pröger nur noch aus 10 Metern vollenden muss, den Ball aber völlig falsch einschätzt und ins Leere trifft.
Danach zeigen die Ulmer einige gute Angriff und verpassen nur knapp die Führung. Das ändert sich in der 26. Minute: Chessa schickt Löder rechts auf die Reise, der serviert den Ball anschließend scharf vors Tor – und Chessa rauscht nun selbst wieder heran, als hätte er kurz vorher einen Termin mit dem Tornetz vereinbart, und drückt die Kugel ungehindert aus kurzer Distanz in die Maschen. Es steht 0:1.
Ulm führt zu Recht und ist hier das bessere und aktivere Team und hätte sogar durch El-Zeins Schuss aus 16 Metern das 2:0 erzielen können. Wenig später verfehlt Tesche den Ulmer Kasten nur knapp. Ulm macht das wirklich gut und will den zweiten Treffer. Der Stimmung im Stadion tut das keinen Abbruch.
Kurz vor der Pause meldet sich der VfL mit freundlicher Mithilfe der Ballphysik zurück. Pröger macht über rechts ordentlich Dampf und bringt die Flanke scharf nach innen. Weil die Kugel noch leicht abgefälscht wird, rauscht Westermeier etwas unglücklich drunter durch, als hätte der Ball kurzfristig andere Reisepläne angemeldet. Plötzlich steht Kehl völlig frei und schiebt aus sechs Metern eiskalt gegen die Laufrichtung von Ortag ein.
Halbzeitfazit
Das Unentschieden zur Halbzeit ist für den VfL durchaus glücklich, denn die engagiert auftretenden Gäste aus Ulm hätten die Führuing verdient gehabt.
Der VfL geht unverändert in die zweite Hälfte …
… und bei den Ulmern kommen Mazagg und Brandt für Vukancic und Pepic.
Beim VfL gibt es dann in der 52. Minute zwei unter die Haut gehende Auswechslungen: Die Mannschaft und der komplette Staff stehen Spalier und das ganze Stadion erhebt sich, als Robert Tesche und Bashkim Ajdini den Platz verlassen. Einer der vielen Gänsehautmomente am heutgen Tag.
Für die beiden kommen übrigens Jacobsen und Ihorst auf den Platz.
Nach 60 Minuten …
… gibt es außer den Auswechslungen nicht viel Aufregendes zu berichten, also bleiben wir beim Thema: In der 67. Minute kommen Badjie und Kopacz für Pröger und Kehl.
Geht hier heute noch was? Die Ulmer sind nach einer Schwächephase nun auch wieder munterer geworden und Hut ab an die Ulmer Fans, die mit freiem Oberkörper ihre Mannschaft unentwegt anfeuern. (Ich gucke heimlich auf einem dritten Bildschirm Cottbus gegen SWW. Es steht dort auch 1:1 und die Bremer Brücke singt geschlossen: „Wollitz hat gesagt, wir steigen auf!“)
Christensen macht in der 83. Minute für Schumacher Platz. In Cottbus steht es immer noch 1:1 und wenn es dabei bleibt, dann hätten die drei Mannschaften hinter dem VfL am letzten Spieltag alle 67 Punkte.
Das Stadion singt das Aufsteigerlied und dann ist Schluss. Spieler und Trainer herzen sich auf dem Platz und bekommen den Meisterpokal überreicht.
Fazit
Das letzte Heimspiel dieser Saison endet gegen den SSV Ulm schiedlich friedlich 1:1. Heute war das Rahmenprogamm der Sieger. Und Energie Cottbus erzielt in der 90+7. Minute den Siegtreffer zum 2:1
Nächste Woche geht es dann zum Saisonabschluss in den Süden zu Stuttgart II.
Zahlen, Daten & Fakten
Zuschauer*innen: 14.752, davon 350 aus Ulm
Tore:
0:1 Chessa (26.)
1:1 Kehl (44.)
Gelbe Karten:
(31.) Chessa
Gelb-Rote Karten:
(.)
Rote Karten:
(.)
VfL Osnabrück
Jonsson – Karademir, Müller, Wiemann – Ajdini, Wiethaup, Tesche, Christensen – Badjie, Meißner, Kehl
Trainer: Timo Schultz
SSV Ulm
Ortag – Bazzoli, Dressel, Vukancic – Westermeir, El-Zein, Pepic, Kölle – Löder, Chessa, Röser
Trainer: Pavel Dotchev
Schiedsrichter: Daniel Bartnitzki (30) aus Erfurt
Statistik:
Insgesamt trafen die beiden Clubs seit dem 30. September 1983 neunmal in Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 4-2-3. Hier geht es zur kompletten Statistik von “weltfussball.de“.
Tabellarisches:
In der Kicker-Formtabelle steht der VfL mit einem Notendurchschnitt von 3,06 auf Platz 2 und der SSV Ulm (3,57) auf Platz 17. Tatsächlich spielt der VfL als 1. der 3. Liga gegen den 18. des 36. Spieltags.
Ergebnisse und Tabelle der 3. Liga











