Der VfL verliert die Saisoneröffnung gegen den SC Paderborn mit 0:2

Der VfL eröffnete die Saison, aber Paderborn übernahm das Spiel
Beim 0:2 gegen den Bundesliga-Aufsteiger bleibt vor allem Torhüter Jonas Krumrey in Erinnerung

Für den VfL wird es dann am kommenden Samstag ernst, wenn um 13.00 Uhr in Heidenheim Anpfiff gegen den heimischen FC ist. 

Ich habe die Saisoneröffnung des VfL Osnabrück gegen den SC Paderborn im Livestream verfolgt. Der ruckelte nur gelegentlich – und leider nie dann, wenn es wirklich hilfreich gewesen wäre.

Sportlich war die Lage schnell klar: Paderborn übernahm weitgehend die Verantwortung für den Unterhaltungswert. Der VfL stand tief, verteidigte und wartete auf Konter. Das klingt taktisch anspruchsvoller als „hinten aufpassen und vorne mal sehen“, beschreibt das Geschehen aber recht zuverlässig.

Paderborn presste früh und zwang die Osnabrücker immer wieder zu Ballverlusten. Kennedy Okpala traf nach einer halben Stunde den Außenpfosten, weitere Chancen vereitelte Jonas Krumrey. Der neue Torhüter war der auffälligste VfLer – für ihn erfreulich, für die Mannschaft eher eine dieser Nachrichten, die man nur eingeschränkt feiern möchte.

Kurz vor der Pause fiel das längst überfällige 0:1. Nach einer Ecke landete der Ball bei Mika Baur, der in der ersten Minute der Nachspielzeit traf.

Nach der Pause wurde der VfL mutiger. Robin Meißner hatte nach einem langen Ball eine gute Gelegenheit, Ismail Badjie und Leon Opitz brachten zumindest etwas Bewegung in die Offensive. Es entstanden nun einzelne Situationen, die mit einigem Wohlwollen bereits als Torchancen durchgehen konnten.

Paderborn blieb allerdings gefährlicher. Krumrey parierte gegen Jano ter Horst und Laurin Curda, bevor Vigo Wernet in der 78. Minute das 0:2 erzielte. Danach war das Spiel entschieden, obwohl der VfL durch Konrad Faber und Meißner noch zu zwei Abschlüssen kam. Die Osnabrücker Offensive verabschiedete sich also nicht völlig unbemerkt aus der Saisoneröffnung.

Das Ergebnis war verdient. Paderborn wirkte schneller, sicherer und eingespielter. Der VfL hielt kämpferisch dagegen, blieb nach vorne aber zu harmlos.


Die Verbindung hielt leider

Am Rande des Spiels lobte VfL-Präsident Holger Elixmann erneut Carsten Linnemann. Schon bei der Aufstiegsfeier im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses hatte Elixmann während seiner Rede stolz verkündet, dass der CDU-Generalsekretär gerade bei ihm anrufe – als müsse Linnemann den Aufstieg noch telefonisch genehmigen.

Nun wurde der Paderborner CDU-Politiker abermals präsidial gewürdigt. Ausgerechnet dabei lief der Livestream ohne jede Störung. Der Ball durfte gelegentlich in Pixeln verschwinden, die parteipolitische Freundschaftspflege wurde dagegen in bemerkenswerter Klarheit übertragen. Manchmal versagt die Technik genau dadurch, dass sie funktioniert.

Für den VfL bleibt eine Woche bis zum Zweitligastart in Heidenheim. Bis dahin muss vor allem das Offensivspiel verbessert werden. Defensiv hielt die Mannschaft lange dagegen, und mit Jonas Krumrey hatte sie einen Torwart, der eine höhere Niederlage verhinderte.

 

Zuschauer:innen: 4.459

Tore:
0:1 Baur (45.+1)
0:2 Wernet (78.)

VfL Osnabrück:
Krumrey – Kammerbauer, Abu Hanna, Müller, Fabinski, Faber – Jacobsen, Wensing (13. Kröger) – Opitz (86. Bukvic), Meißner, Badjie

SC Paderborn 07:
Noll – Müller, Castaneda, Okpala, Baur, Millgramm, Hansen, Obermair, Mohr, Tigges, Hoffmeier (13. Scheller)

zweite Halbzeit
Noll – Sticker, Baack, Batista, Meier, Baur, Michel (54. Wernet), Curda, ter Horst, Scheller, Marino

 

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