Arminia Bielefeld gewinnt am Ende verdient mit 2:1. Nach der frühen Führung durch Meißner und dem Ausgleich durch Bauer entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie. Im zweiten Durchgang übernehmen die Gastgeber aber zunehmend die Initiative. Entscheidend sind die Einwechslungen von Momuluh und Rochelt, die gemeinsam für den Siegtreffer sorgten. Während Bielefeld auf Tabellenplatz sieben klettert, teilt sich der VfL mit Dynamo Dresden nun Platz 11.
Für den VfL geht es am Sonntag, dem 25. Oktober, gegen die SpVgg Greuther Fürth um 13.30 Uhr an der Bremer Brücke weiter. Sechs Tage später tritt der VfL um 13.00 Uhr in Wolfsburg an.
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Vor dem Spiel
Zum heutigen Auswärtsspiel auf der Bielefelder Alm schickt VfL-Trainer Timo Schultz folgende Mannschaft ins Rennen:
Krumrey – Fabinski, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Flach, Jacobsen, Gomez – Beck, Meißner, Badjie
Erwartet werden heute 26.750 Zuschauer:innen (ausverkauft), davon 2.800 aus Osnabrück.
Beginn
Schiedsrichter Michael Bacher (35) aus Rosenheim pfeift bei gerade einmal 10 Grad und bewölktem Himmel an. Bielefeld hat Anstoß und spielt zunächst in Richtung der eigenen Fankurve. Nach dem späten 1:1 gegen Dynamo Dresden hoffe ich, dass der VfL diesmal von Beginn an mitspielt und nicht erst eine halbe Ewigkeit benötigt, um festzustellen, dass sich das gegnerische Tor auf der anderen Seite des Platzes befindet.
Die Anfangsminuten gehören zunächst den Bielefeldern, die gleich mächtig Druck machen und den VfL kaum aus der eigenen Hälfte kommen lassen. Besonders Young sorgt auf der linken Seite für Unruhe und fordert bereits in der zweiten Minute einen Elfmeter, den Schiedsrichter Michael Bacher zum Glück verweigert. Eine Minute später sieht Fabinski nach einem Foul an Young bereits Gelb.
Nach sechs Minuten gelingt dem VfL erstmals eine sehenswerte Kombination, doch Badjie wird auf der rechten Seite von Bauer gestoppt.
In der siebten Minute folgt dann die Riesenchance zur Führung: Russo spielt einen derart katastrophalen Rückpass, dass Meißner plötzlich völlig frei vor Kersken auftaucht, den Ball aber rechts am Tor vorbeischießt. Offenbar war Meißner von der unerwarteten Großzügigkeit der Bielefelder derart überrascht, dass er sich spontan entschloss, das Gastgeschenk zurückzugeben. So viel Fairplay hätte ich mir ausnahmsweise gerne erspart.
Danach übernimmt die Arminia wieder die Initiative, während sich der VfL zunächst auf gelegentliche Gegenangriffe beschränkt.
Nach einer Viertelstunde …
… hat sich das Bielefelder Anfangsfeuerwerk weitgehend gelegt. Die Arminia bleibt zwar spielbestimmend, doch der VfL steht inzwischen sicherer und lauert auf Konter.
Und dann fällt in der 16. Minute tatsächlich das 0:1! Diesmal ist es Sicker, der mit einem völlig missratenen Rückpass Meißner auf die Reise schickt. Der lässt sich die Gelegenheit nicht noch einmal entgehen, umkurvt Kersken und schiebt seelenruhig ins leere Tor ein. Offenbar wollte die Arminia unbedingt beweisen, dass man einen Gegentreffer auch ohne gegnerischen Angriff mustergültig vorbereiten kann. Beim zweiten Versuch hat es dann endlich geklappt.
Nach der Führung bleibt Bielefeld die aktivere Mannschaft, ohne allerdings bislang größere Torgefahr zu entwickeln. In der 22. Minute versucht Young, einen Ball von Jensen auf Grodowski weiterzuleiten, doch der hat offenbar eine andere Vorstellung von der Angelegenheit. Die Osnabrücker können klären.
Drei Minuten später blockt Gomez eine Flanke von Hagmann mit ausgestrecktem Arm und beschert den Gastgebern einen Freistoß nahe der Grundlinie. Eigentlich sollte der VfL nach den beiden großzügigen Bielefelder Gastgeschenken darauf verzichten, sich seinerseits erkenntlich zu zeigen.
Und schon rächt sich das Handspiel von Gomez. Sicker bringt den Freistoß gefühlvoll an den Fünfmeterraum, wo Bauer fast unbedrängt hochsteigt und in der 26. Minute zum 1:1 einköpft. Die Osnabrücker Abwehr beschränkt sich dabei weitgehend auf die Rolle interessierter Zuschauer. Nachdem die Bielefelder zuvor zweimal großzügig Geschenke verteilt haben, revanchiert sich der VfL nun mit einem kostenlosen Kopfballtraining für Bauer. So viel gegenseitige Gastfreundschaft ist in einem Derby auch nicht selbstverständlich.
Nach einer guten halben Stunde entwickelt sich eine zunehmend hektische Partie. Beide Mannschaften machen die Räume im Mittelfeld dicht, sodass der Ball nahezu im Sekundentakt den Besitzer wechselt. Von einem geordneten Spielaufbau kann kaum noch die Rede sein. Offenbar sind sich beide Teams zumindest darin einig, dass der Ball beim Gegner am besten aufgehoben ist.
In der 34. Minute versucht es Wörl aus rund 30 Metern mit einem Gewaltschuss, der allerdings gut drei Meter über das Osnabrücker Tor rauscht. Viel Optimismus, wenig Präzision. Krumrey darf die Angelegenheit aus sicherer Entfernung beobachten.
Es bleibt eine umkämpfte Partie mit wenigen klaren Torchancen. In der 37. Minute leitet Badjie einen Ball geschickt in den Lauf von Meißner weiter, doch Großer verhindert rechtzeitig dessen nächste Großchance. Kurz darauf sieht Boakye nach einem übermotivierten Foul an Müller die Gelbe Karte.
In der 41. Minute ist Young zu schnell für Kammerbauer, der sich nur mit einem Foul zu helfen weiß. Den anschließenden Freistoß bringt Sicker erneut gefährlich vors Tor, diesmal ist die Osnabrücker Abwehr allerdings zur Stelle. Offenbar hat sich inzwischen herumgesprochen, dass man bei Standards auch Gegenspieler bewachen darf.
Kurz vor der Pause prallen Wiemann und Boakye bei einem Kopfballduell heftig zusammen, können nach kurzer Behandlung aber weiterspielen. Wenig später ist Halbzeit.
Halbzeitfazit:
Mit einem insgesamt gerechten 1:1 geht es in die Kabinen. Bielefeld hat zwar mehr Spielanteile, leistet sich aber gleich zwei kapitale Abwehrfehler, von denen Meißner immerhin einen zur Führung nutzt. Beim Ausgleich durch Bauer revanchiert sich die Osnabrücker Defensive mit bemerkenswerter Zurückhaltung.
Beide Teams gehen unverändert in die zweite Hälfte …
… dafür gibt es aber mit einen unnötigen Wackler in der Osnabrücker Abwehr. Krumrey spielt Fabinski im eigenen Strafraum zu schwach an, der unter Druck zweier Bielefelder nur noch ins Seitenaus retten kann. Immerhin eine pragmatische Lösung, bevor aus einem harmlosen Rückpass wieder ein Geschenk wird.
Die Arminia versucht es weiterhin mit schnellen Kombinationen, bleibt aber meist in der gut gestaffelten VfL-Defensive hängen. Osnabrück lauert seinerseits auf Konter, wobei sich das Lauern bislang deutlich erfolgreicher gestaltet als das Kontern.
Erst in der 59. Minute beendet Badjie die offensive Funkstille mit einem wuchtigen Vollspannschuss, der allerdings über das Tor zischt. Immerhin ein Lebenszeichen. Ich hatte schon befürchtet, der VfL halte den gegnerischen Strafraum für ein Biotop, das man nicht betreten soll.
Nach 60 Minuten …
… bringt Bielefeld mit Rochelt und Momuluh für Boakye und Young zwei frische Offensivkräfte. Der Doppelwechsel zeigt Wirkung, die Arminia erhöht wieder das Tempo und kommt durch Grodowski zu einem Abschluss, der allerdings geblockt wird.
Auch Jensen beteiligt sich wenig später an den Angriffsbemühungen, lässt aber die nötige Präzision vermissen. Die Bielefelder machen wieder mehr Druck, doch die Osnabrücker Abwehr hält bislang stand. Offensiv beschränkt sich der VfL allerdings weiterhin auf gelegentliche Absichtserklärungen.
In der 63. Minute hat der VfL Riesenglück, als Grodowski eine Flanke von rechts geschickt ins lange Eck verlängert. Der Ball prallt vom Innenpfosten auf die Torlinie und kann gerade noch geklärt werden.
Nur eine Minute später versucht es Beck auf der Gegenseite, zielt allerdings zu hoch. Jetzt ist wieder Feuer im Spiel. Bleibt zu hoffen, dass der VfL dabei nicht nur die Rolle der Feuerwehr übernimmt.
Der VfL gerät nun aber zunehmend unter Druck. Bielefeld erarbeitet sich mehrere Ecken hintereinander, während die Osnabrücker den Ball kaum noch aus der eigenen Hälfte bekommen. In der 68. Minute bringt Timo Schultz Kyereh für Badjie, um der Offensive wieder etwas Leben einzuhauchen.
Eine Minute später dreht sich Grodowski im Strafraum geschickt um Fabinski und zieht ab, doch der Osnabrücker Verteidiger kann den Schuss gerade noch zur Ecke abfälschen. Der VfL braucht dringend Entlastung, denn inzwischen liegt die Bielefelder Führung förmlich in der Luft.
In der 75. Minute setzt sich Rochelt gegen gleich zwei VfLer durch und legt auf Grodowski quer, der unter Bedrängnis über das Tor schießt.
Die Arminia lässt derzeit eine bemerkenswerte Konsequenz darin erkennen, beste Chancen nicht zu verwerten. Eine Eigenschaft, die ich ausgesprochen sympathisch finde, solange sie nicht plötzlich auf die Idee kommt, damit aufzuhören.
In der Schlussviertelstunde meldet sich auch der VfL noch einmal offensiv zu Wort. In der 79. Minute verpasst Wiemann eine gefühlvolle Flanke von Kammerbauer nur um Zentimeter. Timo Schultz bringt wenig später Raimund für Flach und setzt damit noch stärker auf Angriff.
Doch die Arminia bleibt gefährlicher. Zunächst scheitert Momuluh in der 84. Minute mit einem Schuss knapp über die Latte, ehe es eine Minute später doch noch im Osnabrücker Tor klingelt: In der 85. Minute fällt das 2:1 für Bielefeld! Momuluh erläuft einen langen Ball an der rechten Eckfahne und flankt präzise in den Strafraum. Grodowski verpasst, doch hinter ihm steht Rochelt goldrichtig und köpft unhaltbar für Krumrey ins linke Eck.
Die Führung ist angesichts der zahlreichen Bielefelder Chancen inzwischen verdient. Wer allerdings so lange um einen Gegentreffer bettelt, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann geliefert wird.
In den Schlussminuten versucht der VfL noch einmal alles, doch Bielefeld verteidigt die knappe Führung inzwischen auch mit handfesten Mitteln. Großer und Russo holen Kyereh jeweils ziemlich unsanft von den Beinen und kassieren dafür Gelb. Die anschließenden Freistöße bringen allerdings nichts ein.
In der 89. Minute wirft Timo Schultz mit Münst und Riesselmann für Gomez und Müller seine letzten personellen Reserven ins Rennen. Drei Minuten Nachspielzeit bleiben dem VfL noch, um wenigstens einen Punkt zu retten.
Dann wird es allerdings unangenehm: Der gerade erst eingewechselte Bielefelder Ocansey verletzt sich offenbar am rechten Knie und muss nach längerer Behandlung auf einer Trage vom Platz gebracht werden. Bleibt zu hoffen, dass die Verletzung weniger schlimm ist, als die Bilder vermuten lassen.
Fazit:
Arminia Bielefeld gewinnt am Ende verdient mit 2:1. Nach der frühen Führung durch Meißner und dem Ausgleich durch Bauer entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie. Im zweiten Durchgang übernehmen die Gastgeber aber zunehmend die Initiative. Entscheidend sind die Einwechslungen von Momuluh und Rochelt, die gemeinsam für den Siegtreffer sorgten. Während Bielefeld auf Tabellenplatz sieben klettert, teilt sich der VfL mit Dynamo Dresden nun Platz 11.
Für den VfL geht es am Sonntag, dem 25. Oktober, gegen die SpVgg Greuther Fürth um 13.30 Uhr an der Bremer Brücke weiter. Sechs Tage später tritt der VfL um 13.00 Uhr in Wolfsburg an.
Zahlen, Daten & Fakten
Zuschauer*innen: 26.750, davon 2.800 aus Osnabrück
Tore:
0:1 Meißner (16.)
1:1 Bauer (26.)
2:1 Rochelt (85.)
Gelbe Karten:
(03.) Fabinski
(38.) Boakye
(86.) Großer
(89.) Russo
Gelb-Rote Karten:
(.)
Rote Karten:
(.)
Arminia Bielefeld:
Kersken – Hagmann, Großer, Bauer, Sicker – Wörl, Russo, Jensen – Young, Grodowski, Boakye
Trainer: Oliver Kirch
VfL Osnabrück:
Krumrey – Fabinski, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Flach, Jacobsen, Gomez – Beck, Meißner, Badjie
Trainer: Timo Schultz
Schiedsrichter: Michael Bacher (35) aus Rosenheim
Statistik:
Seit dem 06.06.1970 trafen die beiden Clubs in 36 Pflichtspielen aufeinander. Die Bilanz lautet 6-15-15.
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Tabellarisches:
In der Kicker-Formtabelle steht der VfL mit einem Notendurchschnitt von 3,28 auf Platz 4 und die Arminia (3,58) auf Platz 15. Tatsächlich spielt der VfL als 10. der 2. Bundesliga gegen den 9. des 7. Spieltags.
Ergebnisse und Tabelle der 2. Bundesliga














