Verantwortlich für das „Gästezimmer“ ist Janis Weber, der schon einige interessante Beiträge für die OR verfasst hat und VfL-Fans vom Podcast Ostkurvenchor hinlänglich bekannt sein dürfte.
Das Wohnzimmer räumt Lars Mosel vor jedem Heimspiel auf, der vor allem als Mitglied der ersten Stunde des VfL-Podcasts auf OS-Radio 104,8 berühmt und zugleich berüchtigt wurde: „Ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten“, ein unvergessener Satz, mit dem der erste VfL-Podcast eröffnet wurde und der schon früh die mafiöse Grundstruktur der OR offenbarte.
Vorschau auf das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig
mit persönlichen Einschätzungen von Janis Weber, Lars Mosel und Hendrik Steen
Nach dem unglaublich intensiven Pokalfight mit hervorragender Atmosphäre und sehr sehenswerter Choreographie gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München steht am Wochenende der Ligaalltag wieder auf dem Programm. Am Sonntag 06.09.2026 um 13:30 Uhr geht es an der Bremer Brücke gegen Eintracht Braunschweig. Beide Teams haben nach 3 Spielen 3 Punkte, aber der Saisonverlauf könnte bisher wohl kaum unterschiedlicher sein. Der BTSV startete furios mit einem 6:1 in Magdeburg in die Saison, verlor dann aber mit 0:1 gegen Bochum und spielte am Freitag zeitgleich mit unserem VfL 3:5 gegen Hertha BSC nach 2:0 Führung. Kurioserweise habe sie also gegen eine Mannschaft deutlich gewonnen, gegen die Lila-Weiss chancenlos war (Magdeburg) und gegen eine Mannschaft zuhause verloren, bei der der VfL gewonnen hat. (Bochum)
Mit 9:7 Toren steht Braunschweig auf Platz 9 und damit 5 Plätze vor dem VfL. (4:7 Tore)
Von insgesamt 82 Duellen zwischen Eintracht Braunschweig und dem VfL Osnabrück konnte Braunschweig 36 Spiele gewinnen, während Osnabrück 24 Siege verbuchen konnte. 22 Partien endeten Unentschieden. Insbesondere die letzten Duelle in der 2. Bundesliga bleiben für VfL Fans in schlechter Erinnerung. Das letzte Heimspiel am 30. Spieltag der Saison 2023/2024 ging mit 0:3 verloren und der VfL verspielte auch die wohl letzte Chance einen drohenden Abstieg zu verhindern. Vor dem Spiel stand Braunschweig auf dem 15. und somit ersten Nichtabstiegsplatz mit 31 Punkten. Der VfL trug schon eine ganze Weile die rote Laterne umher und wollte auf 4 Punkte herankommen. Alles war vorbereitet, die Feierlichkeiten zum 125. Geburtstag sollten von einem Sieg gekrönt werden. Doch daraus wurde nichts. Anton Donkor, Rayan Phillippe und Johan Gomez erzielten die Tore bei einem vollkommen verdienten Sieg der blau-gelben. Letztgenannter ist übrigens der Bruder des in dieser Woche vom VfL verpflichteten Jonathan Gomez. Zum Bruderduell kommt es am Sonntag nicht, da Johan in dieser Woche in die MLS gewechselt ist.
Der Blick auf die Marktwerte zeigt den VfL auf dem 17.Platz mit einem Marktwert in Höhe von 11,85 Mio €. Braunschweig rangiert auf dem 15. Platz mit 20,63 Mio €. Beachtlich dabei, dass der Marktwert des VfL während dieser Saison um 2,95 Mio € gestiegen ist.
Auf’m Platz
Braunschweig spielt mit einer Viererkette und einem klaren 6er. Im Angriff sollen vor allem der Ex-Osnabrücker Opoku, Sturm und vor allem Urbig für Gefahr sorgen. Jan Urbig kommt dabei auch bereits auf 3 Tore in 3 Saisonspielen und die restlichen Scorerpunkte verteilen sich auf unterschiedliche Spieler.
Der erfahrene Torwart Ron-Thorben Hoffmann lenkt die Abwehrreihe, was bisher bei ebenso vielen Gegentoren wie der VfL nur bedingt funktioniert. Wie der VfL sind die Braunschweiger bei der Laufleistung im oberen Drittel der 2. Bundesliga angesiedelt, weisen aber eine deutlich bessere Passquote auf, hat 13 Torschüsse mehr abgegeben und 11% mehr Ballbesitz. Auch bei den intensiven Läufen liegen die Braunschweiger vor dem VfL. Die Eintracht liegt hier bei 1997 auf Platz 2, während der VfL auf einem guten 8. Platz aber 116 intensive Läufe absolviert hat.
Statistisch gesehen hat der VfL aber klar die Oberhand bei den Zweikämpfen, von denen gleich 36 mehr gewonnen werden konnten.
Gästeanhang
Die Braunschweiger Fans werden auf jeden Fall den Gästeblock ausverkaufen und ein stimmungsvolles Bild abgeben. Obwohl auch in Niedersachsen angesiedelt, gibt es keine wirkliche Feindschaft zwischen den Fanlagern. Dafür konzentrieren sich die Braunschweiger zu sehr auf ihren Feind Hannover 96, während unser Anhang die Preußen aus Münster nicht allzu sympathisch findet.
Aber besonders positiv stehen sich beide Fanlager nicht gegenüber, was aber auch aufgrund der oftmals wichtigen und knappen Duelle nicht zu erwarten wäre.
Prognose Lars Mosel (Osnabrücker Rundschau)
Nach dem rauschenden Pokalabend zeigt der VfL auch gegen Braunschweig die wiedergewonnene Stabilität und gewinnt am Ende knapp mit 2:1. Das frühe Tor durch den wiederum auf der linken Schiene überzeugenden Badjie wird durch ein Gegentor nach einem gewonnenen Laufduell von Opoku ausgeglichen. Da der VfL aber aus einer stabilen Defensive das Spiel kontrolliert kommt es zum erlösenden Siegtreffer von Kyereh auf Vorlage von Münst.
Die drei in dieser Woche verpflichteten Spieler Flach, Bakatukanda und Gomez kommen noch nicht zum Einsatz, können aber zum zweiten Mal in einer Woche die unglaubliche Stimmung an der Bremer Brücke genießen.
Prognose Janis Weber (Podcast Ostkurvenchor)
Das war ein wilder Ritt gegen die Bayern, fast wie Achterbahn. Und wie bei einer Achterbahn geht es auch bei unserem VfL weiter auf und ab. Nach dem Sieg in Bochum und der Niederlage gegen die Bayern ist also wieder ein Sieg dran. Robin Meißner trifft erneut, vielleicht nicht so schön wie am Mittwoch, dafür umso wichtiger. Bei dem einen Tor bleibt es dann auch. Befürchtungen, dass nach dem Pokalfight die Körner fehlen, brauchen wir bei dieser Truppe nicht zu haben. Und das bekommt auch Braunschweig zu spüren…
Prognose Hendrik Steen (Podcast Osnabrücker Rundschau)
Am kommenden Sonntag steht wieder eines dieser Spiele an, bei denen Tradition, Emotionen und eine gut gefüllte Bremer Brücke das Kommando übernehmen. Wenn der VfL Osnabrück auf Eintracht Braunschweig trifft, ist mit allem zu rechnen: Kampf, Leidenschaft, diskutierbare Schiedsrichterentscheidungen und mindestens drei Expertenmeinungen pro Fan.
Die Generalprobe fand bereits am gestrigen Pokalabend statt. Beim 1:4 gegen den FC Bayern München musste sich der VfL zwar geschlagen geben, konnte aber einige wertvolle Erkenntnisse gewinnen:
Erstens, Bayern hat immer noch ziemlich gute Fußballspieler.
Zweitens, die Laufwege am Sonntag gegen Braunschweig werden deutlich kürzer sein.
Und drittens, nach 90 Minuten gegen Kane, Kimmich, Tah & Co. wirkt eine Zweitliga-Mannschaft plötzlich erstaunlich sympathisch.
Vieles spricht daher dafür, dass die Punkte am Sonntag in Osnabrück bleiben. Die Lila-Weißen werden von Beginn an Druck machen und die Gäste aus Braunschweig vor die Frage stellen, ob sie zum Fußballspielen oder zur Besichtigung des Hexenkessels an die Bremer Brücke angereist sind. Nach einigen vergebenen Chancen und mindestens einem Ball, der verdächtig nah am Stadiondach vorbeifliegt, erlöst Beck die VfL-Fans mit dem 1:0.
Das 2:0 folgt wenig später: Müller steigt nach einer Flanke höher als alle anderen und wuchtet den Ball mit der Eleganz eines Vorschlaghammers ins Netz. Braunschweig verkürzt zwar noch einmal und sorgt kurzfristig für erhöhten Puls auf den Rängen, doch der VfL antwortet prompt. Ein schneller Konter, eine perfekt getimte Vorlage von Badjie und Beck schnürt seinen Doppelpack.
Endstand: 3:1 für den VfL Osnabrück.
Mit diesem Sieg würde der VfL nicht nur wichtige Punkte sammeln, sondern auch eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass die Bremer Brücke weiterhin ein Ort ist, an dem Gastmannschaften zwar herzlich empfangen, aber nur äußerst ungern mit Punkten verabschiedet werden.
















