Verantwortlich für das „Gästezimmer“ ist Janis Weber, der schon einige interessante Beiträge für die OR verfasst hat und VfL-Fans vom Podcast Ostkurvenchor hinlänglich bekannt sein dürfte.
Das Wohnzimmer räumt Lars Mosel vor jedem Heimspiel auf, der vor allem als Mitglied der ersten Stunde des VfL-Podcasts auf OS-Radio 104,8 berühmt und zugleich berüchtigt wurde: „Ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten“, ein unvergessener Satz, mit dem der erste VfL-Podcast eröffnet wurde und der schon früh die mafiöse Grundstruktur der OR offenbarte.
Vorschau auf das Heimspiel gegen die SpVgg Fürth
mit persönlichen Einschätzungen von Janis Weber, Lars Mosel und Daniel Klausing
Am 9. Spieltag treffen mit dem VfL Osnabrück und der SpVgg Greuther Fürth am Sonntag, dem 25.10.2026, um 13:30 Uhr zwei Mannschaften aufeinander, die nur ein Punkt trennt. Der VfL rangiert derzeit mit acht Punkten und einem Torverhältnis von 11:15 auf dem 11. Rang, während Fürth mit neun Punkten und einem Torverhältnis von 12:13 auf Platz 9 liegt.
Nachdem sich die SpVgg in der letzten Saison erst in der Relegation durch einen 2:0-Sieg im Rückspiel gegen Essen retten konnte, obwohl Essen das Hinspiel noch 1:0 für sich entschieden hatte, sollte am Ronhof in dieser Saison eigentlich Ruhe einkehren. Ob dieses Vorhaben gelingt, ist derzeit noch nicht sicher.
Im Verlauf der bisherigen Saison gingen ausschließlich die Spiele gegen die Topmannschaften Nürnberg (2:4, 2. Spieltag) und Heidenheim (0:1, 4. Spieltag) sowie die Partie in Berlin (1:2) verloren. In Cottbus (4:3, 3. Spieltag) und gegen Braunschweig (2:0, 8. Spieltag) gelangen dagegen Siege gegen potenzielle Konkurrenten im Abstiegskampf.
Standardergebnis für Fürth scheint das 1:1 zu sein. Dieses Ergebnis wurde in St. Pauli (1. Spieltag), in Bochum (5. Spieltag) und gegen Magdeburg (6. Spieltag) erzielt. Die Ergebnisse zeigen bisher, dass es für Fürth gegen Topmannschaften nicht reicht, die Mannschaft gegen Teams aus dem Mittelfeld und gegen mögliche Abstiegskonkurrenten bislang aber ungeschlagen ist.
Von insgesamt 21 Duellen zwischen dem VfL Osnabrück und der SpVgg Greuther Fürth konnte Osnabrück sieben Spiele gewinnen, während Fürth zehn Siege verbuchen konnte. Vier Partien endeten unentschieden. Interessant ist dabei, dass bis auf den Sieg nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal 2005 alle anderen Spiele in der 2. Liga stattfanden.
Die letzten fünf Duelle verliefen ausgesprochen ausgeglichen. Jeweils zwei Siege und ein Unentschieden stehen seit 2020 zu Buche.
Der Blick auf die Kaderwerte zeigt den VfL auf dem 18. Platz mit einem Marktwert in Höhe von 13,00 Mio. €, während Greuther Fürth mit 24,50 Mio. € auf dem 13. Platz rangiert. Den höchsten Marktwert im Fürther Kader hat dabei Torwart Florian Hellstern, der mit 19 Jahren zu den größten Hoffnungsträgern im deutschen Tor gilt. Wie er sich weiterentwickelt, bleibt abzuwarten.
Zum Vergleich haben übrigens Leon Flach und Adrian Beck mit jeweils 1,20 Mio. € den höchsten Marktwert im VfL-Kader. Die komplette Startelf in Bielefeld hatte mit 6,675 Mio. € zumindest einen höheren Marktwert als der Fürther Torwart allein. Mit diesen Unterschieden müssen die Spieler, Trainer und Fans leben. Die Punkte muss die Mannschaft durch gute Leistungen sammeln.
Auf’m Platz
Fürth spielt vornehmlich in einem 4-2-3-1 mit dem Zielspieler Omar Sillah als alleinigem Stürmer. Dieser ist mit seinen 1,90 m zwar groß, aber auch eher ein dünner Spieler. Mit „nur“ zwei Toren steht Sillah allerdings deutlich im Schatten von Felix Klaus, der als Lebensversicherung der Kleeblätter schon wieder sieben Tore und zwei Assists auf dem Konto hat. Mit 434 Spielen im Profifußball verfügt der 34-jährige Klaus über langjährige Erfahrung und ihn wirft wahrscheinlich nichts mehr aus der Bahn. Interessant ist bei ihm immer wieder, dass er in Osnabrück geboren wurde, da Papa Fred zu der Zeit beim VfL spielte. Allerdings hat Felix schon häufiger erwähnt, dass er ausschließlich in Osnabrück geboren wurde, aber keinen Bezug zur Stadt hat.
Neben Klaus spielen in der Offensive hauptsächlich Shinta Appelkamp und Ole Pohlmann. Als Abräumer auf der Sechs scheinen Sascha Bansé und Paul Will gesetzt zu sein.
Trainer der Kleeblätter ist seit dem 01.12.2025 Heiko Vogel, der Fürth in der letzten Saison unglaublich knapp in der Klasse hielt, aber offensichtlich nicht wirklich infrage gestellt wurde und weitermachen konnte.
Statistisch gesehen fällt in der bisherigen Spielzeit auf, dass der VfL im Schnitt 5,02 km mehr läuft und 28 Zweikämpfe mehr führt. Allerdings gewinnt Fürth mehr Zweikämpfe (52 % zu 48 %), hat bisher 80 Sprints mehr absolviert und hat deutlich häufiger den Ball als der VfL. Beim Ballbesitz liegt Fürth im Ligavergleich mit 51 % auf dem 8. Rang, während der VfL mit 42 % auf dem letzten Platz steht. Wie immer wird es also auf die Laufbereitschaft, Zweikampfstärke und das Umschaltspiel ankommen.
Gästeanhang
Die SpVgg verfügt über keinen besonders großen und auffälligen Anhang. Als echter Traditionsverein, der auch in der jüngeren Vergangenheit Bundesliga gespielt hat, kann man ihn zwar nicht als seelenlosen Verein ohne Fans bezeichnen, aber ob der Gästeblock ausverkauft sein wird, bleibt abzuwarten. Probleme sind nicht zu erwarten.
Prognose Lars Mosel (Osnabrücker Rundschau)
Wie immer wird der VfL das Spielgerät dem Gegner überlassen, aber Trainer und Mannschaft haben aus den letzten Spielen gelernt und stehen nicht ganz so tief. Dadurch ergeben sich immer wieder Umschaltsituationen und dem VfL gelingt nach dem 0:1 durch Appelkamp noch ein Wendesieg durch Meißner und den auf der linken Seite stark aufspielenden Badjie. Dieser erzielt in der Schlussphase den vielumjubelten Siegtreffer.
Prognose Janis Weber (Podcast Ostkurvenchor)
Nur zwei Punkte aus den letzten vier Spielen, dazu zuletzt, auch abgesehen von der Punkteausbeute, eher überschaubare Leistungen der Truppe von Timo Schultz. Wir brauchen eine Kehrtwende und ich bin, vorausgesetzt, der Trainer hat die Probleme aus den letzten Spielen erkannt, optimistisch, dass uns das gegen die Spielvereinigung aus Fürth gelingen wird. Meißner macht es in der ersten Halbzeit wie in Bielefeld, versemmelt erst ’ne Großchance und erzielt dann doch den Führungstreffer. In der zweiten Halbzeit erhöht Beck durch einen platzierten Flachschuss mit der Innenseite auf 2:0. Und viel mehr passiert auch nicht. Ein fußballerischer Leckerbissen wird das nicht, aber Fürth bleibt über 90 Minuten zu harmlos, um ernsthaft an Punkten zu schnuppern.
Prognose Daniel Klausing (Osnabrücker Rundschau)
Ich rechne erneut mit einem sehr zähen Heimauftritt. Ich würde mich über eine mutigere Aufstellung, unter anderem mit Faber auf Außen, freuen. Rechnen tue ich damit aber nicht. Die Mannschaft wird erneut tief stehen, um die Offensive um Klaus nicht in den Strafraum zu lassen. Nach seiner Einwechslung macht Riesselmann dann den entscheidenden Siegtreffer zum 1:0.













