Verantwortlich für das „Gästezimmer“ ist Janis Weber, der schon einige interessante Beiträge für die OR verfasst hat und VfL-Fans vom Podcast Ostkurvenchor hinlänglich bekannt sein dürfte.
Das Wohnzimmer räumt Lars Mosel vor jedem Heimspiel auf, der vor allem als Mitglied der ersten Stunde des VfL-Podcasts auf OS-Radio 104,8 berühmt und zugleich berüchtigt wurde: „Ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten“, ein unvergessener Satz, mit dem der erste VfL-Podcast eröffnet wurde und der schon früh die mafiöse Grundstruktur der OR offenbarte.
Vorschau auf das Heimspiel gegen Hertha BSC
mit persönlichen Einschätzungen von Janis Weber, Lars Mosel und Jens Diekmann
„Hey das geht ab, wir schießen die Hertha ab!“ Dieser Ohrwurm nach der bekannten Melodie von „Die Atzen“ geht mir seit Sonntag nicht mehr aus dem Kopf. Gesungen haben wir ihn zuletzt am 19.11.2010. Es wird mal wieder Zeit dafür!
Am 5. Spieltag treffen mit dem VfL Osnabrück und Hertha BSC am Sonntag, dem 13.09.2026 um 13:30 Uhr zwei derzeit erfolgreiche Mannschaften an der Bremer Brücke aufeinander. Den Berlinern ist es gelungen, alle 4 Saisonspiele zu gewinnen und der VfL hat die Partien in Bochum und gegen Braunschweig gewonnen. Hertha hat am ersten Spieltag mit 1.0 in Bochum gewonnen und es folgten Siege gegen Heidenheim (4:1), in Braunschweig (3:5) und gegen Magdeburg (2:1). Beide Mannschaften haben also gegen die exakt gleichen Mannschaften gespielt, Berlin steht aber mit 12 Punkten und einer Tordifferenz von 12:5 auf Platz 1, während der VfL derzeit den 7. Platz einnimmt mit einem Torverhältnis von 7:8.
Zwischendurch haben die Hauptstädter im DFB-Pokal mit 4:2 im Elfmeterschießen gewonnen, klarer Sieger der ersten Pokalrunde war aber der VfL und insbesondere die Fans, die im Funpark Bremer Brücke mit 1:4 gegen Bayern München verloren haben. In der nächsten Runde geht es für Hertha zum letzten verbliebenen wirklichen Amateur nach Jeddeloh II.
Von insgesamt 21 Duellen zwischen der VfL Osnabrück und Hertha BSC konnte Osnabrück 7 Spiele gewinnen, während Hertha BSC 10 Siege verbuchen konnte. 4 Partien endeten unentschieden. Von den 5 Spielen in diesem Jahrtausend hat der VfL 2 gewonnen, 2 verloren und ein Spiel endete unentschieden. Das letzte Spiel am 19.05.2024 bleibt in positiver Erinnerung, da es trotz des feststehenden Abstiegs einen 2:1 Sieg zu feiern gab. Torschützen waren für den VfL Niklas Wiemann und Charalambos Makridis.
Der Blick auf die Marktwerte vor der Saison zeigt den VfL auf dem 17.Platz mit einem Marktwert in Höhe von 12,15 Mio €. Berlin rangiert auf dem 11. Platz mit 25,28 Mio €.
Auf’m Platz
Die Hertha spielt vornehmlich in einem 4:2:3:1 System. Vor dem uns bekannten und erfahrenen Schlussmann Marius Gersbeck spielen wahrscheinlich Eitschberger, Gechter, Kolbe und Pedersen. Seguin wird voraussichtlich durch Klemens ersetzt und daneben wird Sessa auflaufen. In der Offensive werden voraussichtlich Thosteinsson, Gouram, Brekalo und Grönning eingesetzt. Brekalo hat bisher 3 Tore erzielt, Grönning haben 2 Tore und selbst der Joker Adewumi traf bereits 3 Mal. Viel Offensivpower kommt also auf unsere Hintermannschaft zu.
Trainer Stefan Leitl ist seit dem 17.02.2025 in Berlin tätig und kann mit insgesamt 252 Spielen auf der Trainerbank bei Zweitligisten durchaus als Erfahren eingestuft werden. Seine Stationen nach einer erfolgreichen Karriere als Spieler folgten Engagements als Trainer beim FC Ingolstadt II, FC Ingolstadt, SpVgg Greuther Fürth, Hannover 96 und jetzt eben bei der Hertha.
Vor der Saison galt die Hertha als Wundertüte, die Viele bereits auf einem Abstiegsplatz gesehen haben. Bis kurz vor Schluss der Transferperiode hatten die Berliner noch keinen neuen Spieler verpflichtet, obwohl man sehr viele Leistungsträger der letzten Jahre verloren hatte.
Unter Anderem haben Kennet Eichhorn, Fabian Reese, Tjark Ernst, Michael Cuisance und Dawid Kownacki den Verein verlassen. Der finanziell angeschlagene Verein konnte insgesamt zumindest einen Transferüberschuss von 25,50 Mio € erzielen, da ausschließlich entwicklungsfähige Spieler wie Linus Gechter und Mayson Grothe verpflichtet wurden.
Bisher funktioniert dieser Umbruch aber überraschend gut und von Abstiegskampf scheint keine Rede mehr zu sein.
Gästeanhang
Hertha ist eine absolute Traditionsmannschaft und verfügt deutschlandweit über viele Fans. Die dominierende Ultra-Gruppierung sind die Harlekins Berlin 98. Eine besondere Rivalität zwischen beiden Fangruppierungen gibt es nicht, sicherlich wird der Gästeblock aber voll werden, was der Stimmung nicht abträglich sein dürfte.
Prognose Lars Mosel (Osnabrücker Rundschau)
Prognose Janis Weber (Podcast Ostkurvenchor)
Anne Castroper gewonnen, gegen den FC Hollywood auf und neben dem Platz Erinnerungen geschaffen, die uns für lange Zeit begleiten werden und zum Ende der englischen Woche dem Löwen aus Ostniedersachsen die Zähne gezogen. Nach dem durchwachsenen Saisonstart hat der VfL aktuell einen Lauf. Das trifft leider noch umso mehr auf die Alte Dame aus Berlin zu, die bislang all ihre Pflichtspiele für sich entscheiden konnte. Dass das teilweise auf ganz unterschiedliche Art und Weise gelang, lässt das ganze in einem noch beeindruckenderen Licht erscheinen. Zum Glück lassen sich die Lila-Weißen nur kurz davon beeindrucken, sodass nach 90 Minuten beide Mannschaften eine Premiere in der noch jungen Saison feiern dürfen: ein Unentschieden. Am Ende steht ein 2:2 auf der Anzeigetafel, bei dem die Hertha zwei Mal in Führung geht, worauf der VfL aber in Person von Meißner und Kammerbauer jeweils eine Antwort findet.
Prognose Jens Diekmann (Podcast Osnabrücker Rundschau)
Der Funpark Bremer Brücke öffnet zum dritten Mal innerhalb von zwölf Tagen. Diesmal steigt mit Hertha BSC der ungeschlagene Spitzenreiter in die Achterbahn. Der gesperrte Seguin darf nicht mitfahren, dafür stehen Zeefuik und der bisherige Topjoker Adewumi in der Startelf und sorgen in der 63. Spielminute auch für das 0:1. Krumrey kann einen Fernschuß von Zeefuik wie üblich nur abklatschen lassen und Adewumi steht da wo er stehen muss und sorgt mit seinem vierten Saisontreffer für die Führung. Beim VfL, welcher mit der gleichen Startelf wie gegen Braunschweig angetreten ist, versucht man dann alles und in der 86. Minute stochert der eingewechselte Kyereh nach einer Ecke den Ball am ehemaligen VfL Torwart Gersbeck vorbei und erzielt das 1:1. Es wird im Großen und Ganzen ein Spiel bei dem in einigen Monaten die Antwort auf die Frage „Weisste noch…?“ nur „Nö“ lauten wird. Und weil es wenig zu feiern oder zu betrauern gibt bleibt den Menschen in und um Osnabrück noch genügend Zeit, um ins örtliche Wahllokal zu gehen, falls sie es nicht bereits auf dem Hinweg erledigt haben.















