Vorspiel im Wohnzimmer: VfL gegen Magdeburg

Unsere ohnehin umfangreiche VfL-Berichterstattung wird ab sofort um ein neues Format ergänzt, und zwar um das „Vorspiel im Gästezimmer“ und das „Vorspiel im Wohnzimmer“.
Verantwortlich für das „Gästezimmer“ ist Janis Weber, der schon einige interessante Beiträge für die OR verfasst hat und VfL-Fans vom Podcast Ostkurvenchor hinlänglich bekannt sein dürfte.

Das Wohnzimmer räumt Lars Mosel vor jedem Heimspiel auf, der vor allem als Mitglied der ersten Stunde des VfL-Podcasts auf OS-Radio 104,8 berühmt und zugleich berüchtigt wurde: „Ich werde hier gegen meinen Willen festgehalten“, ein unvergessener Satz, mit dem der erste VfL-Podcast eröffnet wurde und der schon früh die mafiöse Grundstruktur der OR offenbarte.

 

Vorschau auf das Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg
mit persönlichen Einschätzungen von Janis Weber, Lars Mosel und Jascha Alteruthemeyer

Am 2. Spieltag treffen mit dem VfL Osnabrück und dem 1. FC Magdeburg am Samstag 15.08.2026 um 13:00 Uhr zwei punktlose Mannschaften an der Bremer Brücke aufeinander. Obwohl die Punktausbeute identisch war, liegen doch zwei komplett unterschiedliche Spiele hinter den Teams. Während der VfL beim Bundesligaabsteiger 1. FC Heidenheim (3:4) Offensiv durchaus überzeugen konnte und Moral bewies, brach der 1. FC Magdeburg beim 1:6 gegen Eintracht Braunschweig komplett auseinander und lagen bereits nach 26 Minuten mit 0:3 hinten, bevor durch eine rote Karte in der 32. Minute auch noch die letzte Hoffnung zunichte gemacht wurde.

Von den bisher absolvierten 15 Duellen der Mannschaften konnte der VfL 3 Spiele gewinnen, 2 mal sprang ein unentschieden heraus, aber 10 spiele gingen verloren. Leider liegt der letzte Sieg bereits fast genau 10 Jahre zurück. Der VfL gewann in der Spielzeit 2016/2017 am 4. Spieltag vor 8.722 Zuschauern mit 3:2, wobei Reimerink, Groß und Hohnstedt die Tore erzielten. Trainer damals war Joe  Enochs.

In den letzten 7 Spielen gelang nur noch ein Punktgewinn und die Bilanz ist mit 3:17 Toren nicht ganz so positiv.

Der Blick auf die Marktwerte vor der Saison zeigt den VfL auf dem 18.Platz mit einem Marktwert in Höhe von 8,80 Mio €. Magdeburg rangiert auf dem 11. Platz mit 21,48 Mio €.


Auf’m Platz

Magdeburg spielt vornehmlich in einem 4:3:3 System und hat im Sturm mit Atik, Zukowski und Iyoha viel Qualität zu bieten. Im ersten Spiel war von jeglicher Offensivkraft allerdings nicht viel zu sehen, da die Viererkette in Zusammenarbeit mit dem defensiven Mittelfeld gerade in der ersten halben Stunde komplett versagte und dem Gegner durch einfache Pässe in die Spitze leichte Tore ermöglichte. Als zudem noch Rechtsverteidiger Bockhorn durch überhartes Einsteigen im Mittelfeld zu Recht des Platzes verwiesen wurde, war das Spiel endgültig für Magdeburg gelaufen. Der Kapitän ist damit an der Bremer Brücke auf jeden Fall gesperrt. Oder zumindest, wenn nicht ein gewählter Diktator zum Telefon greift. Da dieses aber zumindest vor den anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt eher unwahrscheinlich ist, wird der Kapitän fehlen.

Insgesamt ist die Leistung der Magdeburger im Nachbarschaftsduell mit den Braunschweigern nicht wirklich zu bewerten, da von Beginn an einfach gar nichts funktioniert hat. Rückwirkend wäre es wohl besser gewesen, wenn der Platzwart das Loch im Netz nicht hätte reparieren können. Aber wer soll, so etwas schon ahnen?

Aus diesem Grund und aufgrund der langen Unterzahl verbietet sich eigentlich ein Blick auf die Statistik der beiden nächsten Gegner. Da sie aber für uns gut aussieht, kommt die Statistik der Vollständigkeit halber. Der VfL lief 124 km im ersten Spiel, hatte 47% Ballbesitz und schoss 26 mal auf das Tor, während Magdeburg nur 111,98 km lief, ebenfalls 47 % Ballbesitz aber nur 10 Torschüsse hatte.


Gästeanhang

Magdeburg verfügt über einen sehr großen und lautstarken Anhang, der zwar bisher in Osnabrück nicht als der Aggressivste der Ostanhänge aufgetreten ist, als unproblematisch kann man ihn aber wahrlich nicht bezeichnen. Viele Problemfans, die sich unter dem normalen Anhang befinden, rufen häufiger problematische Situationen hervor und leider ist auch mit politischen Provokationen zu rechnen, da die VfL Fans aus der Sicht von Sachsen-Anhalt sehr weit links stehen. Das ist allerdings, wenn man sich ganz rechts anlehnt auch nicht weiter schwierig. Hoffen wir, dass es auf den Rängen und in der Stadt ruhig bleibt und die Aussichten dafür stehen gut. Es ist ein eigentlich normales Fußballspiel.


Prognose Janis Weber (Podcast Ostkurvenchor)

Am Samstag treffen ganze zehn Gegentore vom ersten Spieltag aufeinander. Da ist doch das nächste Torfestival vorprogrammiert, oder?

Ganz so einfach ist es nicht. Die Magdeburger werden nach der kalten Dusche gegen Braunschweig um Fehlervermeidung bemüht sein. Ähnlich wie unsere Lila-Weißen, die nach vier Gegentoren in Heidenheim defensive Wiedergutmachung leisten möchten.

Aber keine Sorge, eine reine Abwehrschlacht wird es nicht geben, denn Magdeburg hat Atik und Zukowski und wir einen zu großen Siegeswillen. Am Ende steht ein 2:1 auf der Anzeigetafel, Doppelpack Meißner in Halbzeit 2.


Prognose Lars Mosel (Osnabrücker Rundschau)

Der VfL nutzt die Verunsicherung in der Magdeburger Defensive schon in der Anfangsviertelstunde durch Kopacz aus und steht danach recht sicher. Der 1. FCM wollte aus einer diesmal stabilen Deckung agieren, muss aber bereits nach dem frühen 1:0 etwas Offener stehen.

Dadurch gelingt zu Beginn der zweiten Halbzeit Meißner nach einem Steckpass von Badjie das 2:0, bevor ein Kopfballtor von Tachie nach Ecke von Atik das Spiel wieder spannend macht. Obwohl der VfL seine Schwäche bei gegnerischen Standards auch in diesem Spiel nicht in den Griff bekommt, rettet das Team den Sieg über die Zeit.


Prognose Jascha Alteruthemeyer (Podcast Osnabrücker Rundschau)

Verkehrte Welten vor dem 2. Spieltag – obwohl in den Partien mit Osnabrücker und Magdeburger Beteiligung jeweils sieben Treffer fallen, ist es jedoch unser VfL, der mit dem deutlich besseren Gefühl in die Partie am Samstag geht. Nur knapp musste er sich dem Absteiger aus Heidenheim geschlagen geben.

Der 2. Spieltag rückt das Bild jedoch wieder zurecht und die Defensive des VfLs hält und beschert Torwart Jonas Krumrey seine erste weiße Weste im VfL-Tor. Magdeburg wird mit über 60% Ballbesitz das Spiel beherrschen, gefährlich werden sie aber dabei nicht und prallen ein ums andere Mal am Defensivtrio aus Wiemann, Müller und Fabinski ab.

Vorne sind es zwei blitzsauber gespielte Konter über Kopacz, die Badje und Meißner vollenden. Der VfL gewinnt am Ende ungefährdet 2-0 gegen das vermeintliche Spitzenteam aus Magdeburg.

 

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