Camping boomt unaufhaltsam weiter

Fast 50 Millionen Übernachtungen in einem Jahr

Urlaub schon gebucht? Es folgt ein offener Werbeblog: Vor allem Camping lässt uns spontan entscheiden, wo wir bleiben möchten und wann wir weiterziehen wollen. Campingmenschen – schlafen sie in Wohnmobilen, Caravans oder in Zelten – sind zu keiner Sekunde an feste Zeiten oder Hotelstandorte gebunden Jederzeit können sie abseits der Touristenmassen geheime Orte entdecken. Wann immer sich dies erlebt wird, dürfte Camping weiter boomen. Der Autor dieser Zeilen weiß seit nahezu 60 Jahren ein Lied davon zu singen.

Dass Camping überdies ein Trainingscamp zum Energiesparen darstellt, hat der Schreiber bereits schon umfangreich begründet. Außerdem bleibt beweisbar, dass Campen die einmalige Chance zur kreativen Müllverweidung bietet.


Deutlich über dem Vor-Corona-Niveau von 2019

Die rasante Entwicklung setzt sich fort und hat im vergangenen Jahr sogar einen neuen Rekord erreicht. Das Bundesamt für Statistik berichtet: „Mit fast 44,7 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr 2025 haben so viele Menschen wie noch nie auf Campingplätzen in Deutschland übernachtet, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Start der Campingsaison mitteilt. Das waren 4,2 % mehr Campingübernachtungen als im Jahr 2024 (42,9 Millionen) und 24,9 % mehr als vor der Pandemie (2019: 35,8 Millionen).“

Mit Ausnahme der hemmenden Pandemiejahre 2020 und 2021 ist die Zahl der Campingübernachtungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. In nur 20 Jahren hat sich alles mehr als verdoppelt (+105,5 %): Noch 2005 hatten Campingplätze hierzulande noch 21,7 Millionen Übernachtungen verzeichnet.

Noch überzeugender zeigt sich der Trend im Vergleich zu Hotels, Zimmerbuchungen oder Appartements: Die Übernachtungszahlen dort sind im selben Zeitraum um 44,6 % gestiegen – also nur eine knappe Hälfte von der Camping-Steigerung. Rund jede elfte (9,0 %) der insgesamt 497,4 Millionen Gästeübernachtungen im Jahr 2025, so die Bundesstatistiker*innen, fand inzwischen auf einem Campingplatz statt.


Ostsee und Schwarzwald als Spitzenreiter

Das nördlichste Bundesland, so die Bundes-Statistik weiter, bleibt besonders beliebt: Die meisten Camperinnen und Camper schlugen ihr Quartier auch 2025 an der schleswig-holsteinischen Ostsee auf. 3,5 Millionen Übernachtungen schlugen zu Buche. Darunter waren 3,4 Millionen von Gästen aus dem Inland. Auf den weiteren Chart-Plätzen folgten, wie im Jahr zuvor, der Schwarzwald mit 2,6 Millionen Übernachtungen. Die niedersächsische Nordseeküste präsentierte 2,0 Millionen, das bayerische Allgäu 1,8 Millionen Übernachtende. Einen Wechsel gab es auf den Folgeplätzen: Die Region Bodensee-Oberschwaben (1,7 Millionen) konnte ihren Platz in den Top 5 der meistbesuchten Reiseziele zum Campen zurückerobern und an der mecklenburgischen Ostseeküste (1,6 Millionen, dennoch Geheimtipp des Autors) sowie Vorpommern (1,5 Millionen) vorbeiziehen.

Regionen im Südwesten werden bei ausländischen Campinggästen gern gebucht. Sie zieht es insbesondere in den deutschen Südwesten und verbrachten dort erneut die meisten Nächte im Schwarzwald (735 000), gefolgt von den Regionen Mosel-Saar (369 000), der rheinland-pfälzischen Eifel (301 000), Bodensee-Oberschwaben (239 000) sowie dem bayerischen Allgäu (162 000).


Schneller Sprung ins Wasser: Seenlandschaften besonders beliebt

Das Fränkische Seenland war 2025 erneut die Campinghochburg. Fast jeder zweite Gast (47,1 %) übernachtete dort mit Platzkarte. Auch im Lausitzer Seenland (37,3 %), im Hegau am Bodensee (33,7 %), in der Holsteinischen Schweiz (31,1 %) sowie in der Region Haßberge in Franken (26,4 %) hatte Camping einen hohen Anteil an allen Übernachtungen.


Wehrmutstropfen: Wohnmobilstellplätze fast ein Drittel teurer als fünf Jahre zuvor

Was einen noch größeren Boom als derzeit womöglich verhindert: Die Preise für Übernachtungen auf Campingplätzen sind in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als die Übernachtungspreise insgesamt. Besonders teuer waren dabei Nächte auf einem Wohnmobilstellplatz, für den 32,2 % mehr an Preis zu berappen waren als im ersten Pandemiejahr 2020. Milder fiel der Preisanstieg bei der Campingplatzgebühr mit +28,7 % gegenüber dem Jahr 2020 aus. Allerdings: Über alle Formen von Unterkünften hinweg haben sich Übernachtungen insgesamt im selben Zeitraum um 26,9 % verteuert. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen zugleich etwas geringer, nämlich um 21,9 % gegenüber 2020. Kurzum: Alles ist relativ.


Resümee

Der direkte Kontakt zur Natur bleibt offenkundig ein zentraler Motivationsfaktor. Camping bietet Stressabbau, denn das Leben im Freien und die frische Luft fördern nun einmal die körperliche und geistige Erholung. Camping fördert außerdem das aktive Miteinander, sei es innerhalb der Familie durch gemeinsame Aktivitäten, sei es durch den schnellen Kontakt zu Gleichgesinnten auf dem Platz.

Besonders für Kinder aller Altersgruppen bietet die sichere Umgebung eines Campingplatzes viel Raum für Abenteuer und neue Freundschaften – die Eltern sind entsprechend entlastet. Hinzu tritt der bewusste Verzicht auf überflüssigen Luxus, der oft als befreiend empfunden wird. Nicht zuletzt wirbt für das Campen die 24-Stunden-Perspektive. Denn das bewusste Erleben von Sternenhimmeln, Wind- oder Meeresrauschen direkt vor der Zelt- oder Wohnmobiltür schafft einzigartige Momente. Und ganztags frische Luft einzuatmen garantiert eben allein das Campen. Isso.

 

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