Zwei von dreien sind bislang geringfügig beschäftigt
Kanzler Merz, seine neoliberalen Einflüsterer und Heißsporne der „Jungen Gruppe“ lassen weiter nichts unversucht, über Menschen mit angeblich zu frühem Rentenbezug zu schwadronieren. Die Wahrheit spricht eine ganz andere Sprache: Immer mehr Menschen in Deutschland arbeiten, obwohl sie bereits eine Altersrente beziehen. Alles passt zum Bild: In Deutschland gelten mittlerweile rund 3,2 Millionen Menschen ab 65 Jahren als armutsgefährdet, was halbwegs Gesunde unter ihnen zur Arbeit zwingt. Weiter besteht eine Armutsgefährdungsquote von fast 20 Prozent. Gleichzeitig erhalten rund 755.000 Senior*innen staatliche Grundsicherung im Alter. Reichen tut dies alles offenkundig nicht.
Erwerbstätigkeit steigt weiter an
Ein Indikator der Not: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren 14 % der Rentnerinnen und Rentner im Alter von 65 bis 74 Jahren hierzulande erwerbstätig. Ein Jahr zuvor hatte ihr Anteil noch bei 13 % gelegen. Dabei verschärft sich die Diskrepanz zwischen gut situierten und prekär lebenden Menschen sogar noch durch die Erwerbstätigkeit. Denn viele prekär lebende Rentner*innen können offenkundig gar nicht mehr arbeiten. Denn Fakt ist: Der Anteil der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner steigt naturgemäß mit dem Bildungsniveau, weil „Höhergebildete“ meistens weniger körperlich angeschlagen sind. Während 18 % der Rentenbeziehenden mit höherem Bildungsniveau erwerbstätig waren, lag der Anteil unter Rentnerinnen und Rentnern mit mittlerem oder niedrigerem Bildungsniveau bei 12 % beziehungsweise 10 %.
Der Anteil aller erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner nimmt mit zunehmendem Alter naturgemäß ab. So arbeitete von den 65- und 66-jährigen Rentenbeziehenden knapp ein Fünftel (19 %). Von den 73- und 74-jährigen Rentnerinnen und Rentnern gingen noch 8 % einer Arbeit nach.
Mehr Teilzeit – weniger Vollzeit
Die Arbeitszeit Älterer ist naturgemäß geringer als bei jüngeren Kolleg*innen. Knapp zwei Drittel (65 %) der abhängig beschäftigten Rentnerinnen und Rentner gaben an, geringfügig beschäftigt zu sein. Als geringfügig beschäftigt galten im Jahr 2025 Personen, die im Monat maximal 556 Euro verdienten (Minijob, „Ein-Euro-Job“) oder höchstens drei Monate beziehungsweise maximal 70 Arbeitstage im Jahr einer Beschäftigung nachgingen.
In der Regel arbeiten Rentnerinnen und Rentner mit reduziertem Stundenumfang: 40 % gingen normalerweise weniger als 10 Stunden in der Woche einer Erwerbstätigkeit nach. Ein Viertel (25 %) arbeitete 10 bis unter 20 Wochenarbeitsstunden. 12 % der Rentenbeziehenden mit einer Arbeit übten diese 20 bis unter 30 Stunden in der Woche aus. Bei 9 % waren es 30 bis unter 40 Stunden. 13 % der erwerbstätigen Rentnerinnen und Rentner hatten eine Arbeitswoche mit mehr als 40 Stunden.














